Di, 11:34 Uhr
13.08.2013
Steigende Handelshemmnisse
Thüringer Betriebe haben ihr Auslandsgeschäft im vergangenen Jahr weiter ausbauen können. Die weltweiten Handelsbarrieren nehmen jedoch immer mehr zu. Das ergab eine bundesweite Umfrage unter den Außenwirtschaftsexperten der Industrie- und Handelskammern (IHKs)...
Aufgrund schlecht gehender Exportgeschäfte im Euroraum sehen sich viele Unternehmen gezwungen, auf schwierigere Märkte außerhalb der EU auszuweichen, die aber oftmals Neuland bedeuten.
Thüringer Exporte könnten ohne Handelshemmnisse um ein Vielfaches höher liegen, beklagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Erleichterungen durch Freihandelsabkommen, wie es mit den USA in Planung sei, würden hier abhelfen. Inzwischen wären die Exporte des Freistaats in die USA auf rund 800 Millionen Euro jährlich angewachsen, was einen Anteil von immerhin 6,4 Prozent der Gesamtausfuhren ausmache. Dementsprechend schätzten Thüringer Firmen mehrheitlich vor allem einen einfachen Marktzugang, Freihandelsabkommen, niedrige Zölle und einen Investitionsschutz als optimale Rahmenbedingungen ein.
Angesichts zunehmender weltweiter Handelshemmnisse seien die Beratungsleistung der IHK im Bereich Zoll- und Außenwirtschaftsrecht so gefragt wie nie. Großes Interesse bestünde an Ländersprechtagen und Marktinformationen über Potentiale einzelner Branchen sowie Veranstaltungen zu Zertifizierungen und Zollanforderungen.
Autor: redAufgrund schlecht gehender Exportgeschäfte im Euroraum sehen sich viele Unternehmen gezwungen, auf schwierigere Märkte außerhalb der EU auszuweichen, die aber oftmals Neuland bedeuten.
Thüringer Exporte könnten ohne Handelshemmnisse um ein Vielfaches höher liegen, beklagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Erleichterungen durch Freihandelsabkommen, wie es mit den USA in Planung sei, würden hier abhelfen. Inzwischen wären die Exporte des Freistaats in die USA auf rund 800 Millionen Euro jährlich angewachsen, was einen Anteil von immerhin 6,4 Prozent der Gesamtausfuhren ausmache. Dementsprechend schätzten Thüringer Firmen mehrheitlich vor allem einen einfachen Marktzugang, Freihandelsabkommen, niedrige Zölle und einen Investitionsschutz als optimale Rahmenbedingungen ein.
Kritik an Handelshemmnissen
Zahlreiche Maßnahmen der Zielländer von Thüringer Produkten befänden sich aber im handelsrechtlichen Graubereich. In Brasilien beispielsweise hätten sich die Einfuhrverfahren für Textilien und Kleidung durch strengere Zollkontrollen verschärft; im Automobilsektor belasteten außerdem Sondersteuern die Exporteure. In Argentinien behinderten Einfuhrlizenzanforderungen die Geschäfte, während in Russland kostenintensive Kennzeichnungspflichten bremsten. Auch in China gäbe es im Hinblick auf Local-Content-Vorschriften keine Verbesserungen. Danach ist ein bestimmter Produktanteil durch Zulieferteile oder Arbeitsleistung vor Ort zu erbringen. Hier sind Bund und EU gefordert, in direkten Gesprächen auf ein Ende solcher Praktiken hinzuwirken, sagt Grusser.IHK-Unterstützung stark gefragt
Dass sich Thüringer Unternehmen stärker auf außereuropäische Märkte orientieren, belegten die aktuell um 14 Prozent gestiegenen Außenwirtschaftsdokumente, die die IHK Erfurt im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 ausstellte. Solche Papiere, wie Ursprungzeugnisse und Bescheinigungen, sind insbesondere bei Geschäften mit Partnern außerhalb der EU erforderlich. Mit 2.645 Dokumenten im ersten Halbjahr 2013 ist hier ein neuer Höchststand erreicht, stellt Grusser fest.Angesichts zunehmender weltweiter Handelshemmnisse seien die Beratungsleistung der IHK im Bereich Zoll- und Außenwirtschaftsrecht so gefragt wie nie. Großes Interesse bestünde an Ländersprechtagen und Marktinformationen über Potentiale einzelner Branchen sowie Veranstaltungen zu Zertifizierungen und Zollanforderungen.


