So, 15:53 Uhr
08.04.2001
Nordhäuser Spitze in Ehrenämtern
Nordhausen (nnz). In den schwierigen Zeiten der großen Pleiten gibt es von der einstigen "Perle des Südharzes" auch positive Nachrichten zu vermelden. Es ist schon bitter, dass nach dem örtlichen Fußballverein nun gleich die ganze Kommune Insolvenz anmelden will, vor allem wenn man die Folgen betrachtet, die da heißen: Abstieg in die regionale Bedeutungslosigkeit. Doch hin und wieder lässt sich auch über erfreuliche Tatsachen berichten. So wurde Giselher Becker Ende letzter Woche zum Landesvorsitzenden der Jungen Union Thüringens gewählt und am Mittwoch bestellte die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Straffälligenhilfe den Nordhäuser René Kübler, Geschäftsführer des Südharzer Horizont Vereins, zu ihrem Vorsitzenden. Der dritte im Bunde ist seit kurzem der Vorsitzende des Nordhäuser Jazzclubs Dieter Gabriel, der auf der letzten Vorstandswahl der LAG Jazz Thüringen von den Vertretern der Thüringer Jazzclubs zum Vorsitzenden gewählt wurde. Alle drei Jobs sind Ehrenämter und bedeuten für die Gewählten zusätzliche Arbeit, aber auch die Verpflichtung, das landesweit in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Und dass es in allen drei Branchen einen Schub für die Nordthüringer Region, speziell aber für die Stadt Nordhausen geben wird, sollte all jene hoffnungsfroh stimmen, die derzeit glauben, unsere Stadtväter (und vor allem die -mutter) müssten in Kürze ihre Sprechzeiten unter einer Zorgebrücke abhalten und mit dem Klingelbeutel einhergehen. Noch immer gilt das alte Wort, wonach nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde. Vielleicht hat die OB auch an die jämmerliche Tourismussituation ihrer Stadt gedacht, an deren Zufahrtsstraßen der Fremde schon vorgewarnt wird, dass er nun eine Baustelle befährt. Gemäß dem alten, durch und durch kapitalistischen Werbegrundsatz: "Every promotion is good promotion!" hat sie sogar mit ihrem Hilferuf Herausragendes geleistet. Verständlich, dass einige Stadträte nun sauer sind, dass nicht sie den Rufer in der Wüste spielen durften und ihnen der Medienrummel verwehrt blieb. Aber wenn sie lange genug dran bleiben, bekommen sie bestimmt noch ihre Chance.
nnz wünscht den drei frischgekürten Vorsitzenden jedenfalls viel Erfolg bei ihrer Arbeit und hofft, dass ihr Engagement auch der Stadt Nordhausen hilft.
Autor: oschnnz wünscht den drei frischgekürten Vorsitzenden jedenfalls viel Erfolg bei ihrer Arbeit und hofft, dass ihr Engagement auch der Stadt Nordhausen hilft.

