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Sa, 10:42 Uhr
27.07.2013

"Die Riester-Rente ist besser als ihr Ruf"

Wie ist es um die Altersvorsorge der Deutschen tatsächlich bestellt? Dieser Frage ging Prof. Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge der Uni Freiburg im "Vorsorgeatlas Deutschland" nach. In Auftrag gegeben wurde die Studie von Union Investment. Dort ist Wolfram Erling Leiter Zukunftsvorsorge. Im Interview spricht er über die Ergebnisse...

Der "Vorsorgeatlas" kommt zum Ergebnis, dass der Lebensstandard im Alter auf Basis nur der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr gehalten werden kann. Was bedeutet das konkret?

- Nach Einschätzung der Experten der Uni Freiburg sind für eine ausreichende Versorgung im Ruhestand 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens nötig. Die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherten 38 Millionen Menschen können aber mit den ihnen zustehenden Rentenzahlungen nur 43 Prozent ersetzen. Selbst wenn sie bis zum weiter steigenden Renteneintrittsalter arbeiten, fehlen ihnen nach heutiger Kaufkraft im Schnitt jeden Monat 806 Euro. Bei den jungen Menschen beträgt diese Ersatzquote sogar nur 38 Prozent.

Steuern die Bundesbürger denn schon gegen?

- Ja. Denn die 16,6 Millionen Menschen, die privat zusätzlich für ihr Alter vorsorgen, können im Schnitt ihre Rentenlücke schließen. Sie bekommen aus der gesetzlichen und staatlich geförderten Rente 59,9 Prozent ihres letzten Bruttogehalts und liegen damit knapp an der von den Forschern gezogenen Grenze. Dies gilt vor allem für jene mit einem Nettoeinkommen von bis zu 1.500 Euro im Monat, die hauptsächlich die Riester-Rente als Vorsorgeform nutzen. Wer über 1.500 Euro netto verdient, sollte aber weitere Vorsorgemaßnahmen treffen.

Die Riester-Rente funktioniert also?

- Unsere Studie zeigt, dass das System der Riester-Rente sozialpolitisch funktioniert und besonders Personen mit niedrigen und mittleren Einkommen fördert. Die Riester-Rente ist deutlich besser als ihr Ruf. Vor allem Riester-Fondssparpläne sind leicht verständlich und erwirtschaften auch in der derzeitigen Niedrigzinsphase ordentliche Renditen.

Daten & Fakten

Die Vorsorgewege der privaten Altersvorsorge werden in Deutschland regional recht unterschiedlich genutzt. Im Süden Deutschlands ist aufgrund der vorhandenen Industriestruktur vorwiegend die betriebliche Altersversorgung verbreitet. Dagegen sorgen in den östlichen Bundesländern die Menschen hauptsächlich mit der Riester-Rente vor.

Außerdem existiert aufgrund der bestehenden regionalen Einkommensunterschiede ein Süd-Nord- beziehungsweise West-Ost-Gefälle bei den Auszahlungen aus dem jeweiligen Vorsorgeweg.
Autor: red

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Kommentare
BGE- Pirat
27.07.2013, 11:53 Uhr
Werbung für die Riester-Rente
Schön es wird alles gut.
Bei einem Einkommen von bis zu 1500,-Euro
(bei einem Stundenlohn von 6-8 Euro sind das mal ca.300 Stunden im Monat)
Dann zahle ich jeden Euro den ich übrig habe in die Riester Rente ein um dann mit 67 zumerken das mir die Riester Rente von der Grundsicherung abgezogen wird.
Das kann man in jeder Ratgebersendung von ARD und ZDF sehen und hören das sich eine Riester Rente bei Einkommen von bis zu 1500,- nur dem
Versicherungsvertreter hilft.
Also lieber mir den Euros ein Eis essen gehn!
Mfg heiko
I.H.
27.07.2013, 13:39 Uhr
Können alle Piraten so gut rechnen?
Man staunt ja immer wieder, wer alles in den Bundestag möchte.

Zitat @Pirat für NDH: "Bei einem Einkommen von bis zu 1500,-Euro
(bei einem Stundenlohn von 6-8 Euro sind das mal ca.300 Stunden im Monat)"

Na ja, grob geschätzt könnte man ca. diesen Eindruck zwar bekommen. Bei näheren Nachrechnen kommt man bei 6 - 8 Euro die Stunde bei angeblichen 300 Stunden allerdings auf 1800 - 2400 Euro. Hmmm? Netto - Brutto Problem lieber Heiko für Piraten? Keine Sorge, soll der Bundeskanzlerin auch schon passiert sein.

Eis essen gehen kann nicht schaden. Die Hitze macht manchen doch arg zu schaffen. Und was wäre denn die Alternative zum Riestern lieber Pirat für Heiko? Wer von den drei jetzigen Azubis soll denn die Renten für die ihnen gegenüber stehenden 12 Rentner bezahlen? Aber Geld ist bei Piraten ja kein Problem, wenn keins mehr da ist, druckt man halt Neues!

Ich wähle auf jeden Fall "Die Partei". Die bewahren kühlen Kopf, die können rechnen! Da ist meine Stimme gut aufgehoben.
H.Buntfuß
27.07.2013, 18:31 Uhr
Herr Grund……
brachte es doch bei der letzten Podiumsdiskussion im Bürgersaal auf den Punkt. Die Riesterrente lohnt sich nur für die Versicherungen.

Mehr muss man dazu nicht sagen, denn Herr Grund ist ja nicht irgend wer, oder?
BGE- Pirat
28.07.2013, 00:38 Uhr
Pirat an Statler Waldorf
Ich habe in meiner Ausbildung zum Kaufmann,
auch BWL gehabt und kann ganz gut Brutto und
Netto rechnen.
Nehmen wir mal ein Beispiel aus Nordhausen,
eine Verkäuferin bei einem Nordhäuser Bäcker
hat einen Bruttostundenlohn von 6,20 Euro
wenn sie 300 Stunden arbeitet hätte sie 1860,-
Brutto und das wären weniger als 1500,-Netto
wo ist da mein Fehler???
mfg heiko
Harzer_jung
28.07.2013, 01:11 Uhr
zahlenspielerei
rechnen wir mal ein paar milchmädchenrechnungen durch-

Annahme vollzeitarbeit
annahme Rentenniveau ca 50 vom letzten Netto
Durchgehende Erwerbsbiografie, nie Arbeitslos oder sonstwas.
Annahme derzeitiger Lohn 7,50 €
macht in einem monat 1260 Euro Brutto

Das ergibt:


Bruttolohn: 1.260.00 €

Lohnsteuer: 51.00 €
Solidaritätszuschlag: €
0% Kirchensteuer: €
Beitrag zur Krankenversicherung: 103.32 €
Beitrag zur Pflegeversicherung: 15.44 €
Beitrag zur Rentenversicherung: 123.48 €
Beitrag zur Arbeitslosenversicherung: 18.90 €

Summe der Steuern: 51.00 €
Summe Sozialversicherung: 261.14 €

Ihr Gesetzliches Netto: 947.86 €

So wir haben jetzt eine Zahl zum Rechnen
50% davon sind 473,93
Damit ist klar für diese Gruppe an Erwerbstätigen lohnt sich riesterrente nicht, sie sind immer unterhalb der Grundsiccherung, eventuelle Erträge einer Riesterrente werden angerechnet.

So und nun wirds interessant:
Wie hoch ist die Grundsicherungsleistung?

Die Grundsicherungsleistung setzt sich wie folgt zusammen:

maßgebender Regelsatz des Antragsberechtigten nach dem Sozialgesetzbuch XII (SGB XII),
angemessene tatsächliche Aufwendungen für Unterkunft und Heizung,
Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, soweit keine Pflichtversicherung besteht,
Mehrbedarf von 17 Prozent des maßgebenden Regelsatzes bei Vorliegen verschiedener Sachverhalte, zum Beispiel bei einem Schwerbehinderten mit einem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen G (gehbehindert) oder aG (außergewöhnlich gehbehindert) oder bei alleinerziehenden Personen.

also derzeit 382 Euro plus wohnung, nehmen wir an im schnitt 300€ dafür.
runden wir grob auf, um besser rechnen zu können. 700€

Bei einem Rentenniveau von 50% brauchen wir also einen Nettoverdienst von 1400€ um gerade so nicht mehr in die Grundsicherung zu fallen.
für so einen Nettoverdienst brauchen sie knapp 2200€ brutto

das teilen wir durch 168 Arbeitsstunden, und stellen fest: ein Bruttolohn von 13,10 € reicht gerade so aus damit man gerade so keine Grundsicherung erhält.
Das heißt. jeder der derzeit weniger als die 136€ verdient, wäre dumm so eine Riesterrente abzuschließen.

Nicht vergessen darf man das die 50% Rentenniveau noch weiter abgesenkt werden sollen, ziel sind 43%!

Damit ist in groben Zügen klar, wer derzeit in den beliebten Zeitarbeitsfirmen arbeitet, muss wirklich im Monat 300 stunden arbeiten um vielleicht! etwas von einer Riesterrente zu haben!

grob durchgerechnet von Jan Richter mit hilfe der informationen der Rentenversicherung und diverser Brutto-Netto-Brutto Rechner.
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