Fr, 13:09 Uhr
06.04.2001
Wacker 90 Nordhausen muß beim HFC ran
Nordhausen (nnz). Wacker 90 kann dagegen unbeschwert aufspielen, sie stehen als erster Absteiger fest. Für die Elf vom Trainergespann Görke/Jödicke geht es darum, den unverkennbaren Aufwärtstrend fortzusetzen. Allerdings verbindet Wacker mit dem HFC keine guten Erinnerungen. Im Oktober vergangenen Jahres gab es vor heimischen Publikum eine deklassierende 3:7-Niederlage. Nach dieser denkwürdigen Partie zerfiel die Mannschaft, zahlreiche Leistungsträger verließen den Verein und leiteten damit den sportlichen Niedergang von Wacker 90 ein. Seitdem wurde keine Begegnung mehr gewonnen. Nachdem das Trainerduo Görke/Jödicke die Leitung des Oberligateams übernommen hat, geht es mit der Truppe langsam wieder bergauf - auch wenn bisher noch kein voller Erfolg gelang. nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg sprach mit Ingo Görke über das Spiel gegen Magdeburg und die bevorstehende Begegnung mit dem HFC.Ingo, ein Wort zum Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen Magdeburg?
Gegen den Tabellenführer zu verlieren ist keine Schande. Wie unsere dezimierte Mannschaft gegen die haushoch überlegenen Magdeburger gekämpft hat, gebührt Respekt. Alle Spieler haben in dieser Partie über 100 Prozent Leistung gebracht. Besonders möchte ich die Abwehrleistungen hervorheben. Leider mußten Sven Pistorius und wieder einmal Frank Schneider wegen Gelb Roten Karten vorzeitig in die Kabine. Deshalb gab es nach vorn auch kaum Entlastung.
Waren Deiner Meinung die Ampelkarten berechtigt?
Ja, die Feldverweise waren durchaus berechtigt. Damit haben beide Spieler der Mannschaft keinen guten Dienst erwiesen. Dabei haben wir der Elf vor dem Spiel gesagt, daß sie keine Anlässe für Feldverweise geben soll. Die Vorgänge sind in der Mannschaftsbesprechung ausgewertet worden, beide mußten eine Geldstrafe in die Mannschaftskasse zahlen. Bei Frank Schneider könnte es durchaus passieren, daß er sogar noch länger gesperrt wird, da er die Entscheidung des Schiedsrichters nicht kommentarlos hingenommen hat.
Welche Alternativen habt ihr jetzt noch, zumal auch Otte verletzt ist?
Otte fällt wahrscheinlich für etwa drei Wochen aus. Alternativen gibt es noch mit Dorndorfer, Pohl, Ötztürk, Ebikurogha und Facius. Allerdings müssen sie sich im Training mit guten Leistungen noch empfehlen. Die Entscheidung, wer spielt, treffen wir nach dem Abschlußtraining.
Seit einem Monat bildest Du mit Jürgen Jödicke das neue Trainergespann der Oberliga-Elf. Was hat Dich motiviert, dieses Amt zu übernehmen?
Die Entscheidung fiel eigentlich ganz kurzfristig. Den Ausschlag haben zum einen Gespräche mit Wolfgang Lutze und Jörg Weißhaupt gegeben und zum anderen, daß ich mich noch immer dem Verein sehr verbunden fühle. Schließlich habe ich hier das Fußball-ABC gelernt und mit der Mannschaft viele schöne Erfolge errungen.
Seit ihr die Verantwortung übernommen habt, ist die Mannschaft stärker geworden. Worauf führst Du die Leistungssteigerung zurück?
Das ist schwer zu sagen. Wir haben darauf Wert gelegt, daß die Mannschaft aus einer sicheren Abwehr heraus spielt. Das hat die Elf gerade im Spiel gegen Magdeburg sehr diszipliniert umgesetzt. Und wenn es im Spiel einmal läuft, dann setzt das noch zusätzliche Energien frei.
Es ist sicher nicht leicht, eine Mannschaft zu übernehmen, die bereits als Absteiger feststeht. Wie lautet die Zielstellung für den Rest der Saison?
Wir wollen mit Anstand die Serie beenden. Wir müssen uns am Ende der Saison noch gegenseitig in die Augen sehen können. Das heißt im Klartext, ich erwarte von jedem 100 Prozent Leistung, wenn möglich noch ein paar Prozente mehr. Wir wollen nicht nur Punkte- und Torelieferant für andere Mannschaften sein, sondern auch gewinnen. Das sind wir den Zuschauern, die die Mannschaft trotz ständiger Mißerfolge großartig unterstützt haben, einfach schuldig.
Am Sonntag muß Wacker beim Halleschen FC antreten. Mit welchen Erwartungen fahrt ihr in die Saalestadt?
Wir wollen den Weg weitergehen, den wir begonnen haben. In den letzten Partien haben wir spielerisch immer gut mithalten können. Wenn es uns gelingt, die Fehlerquote bei Standards zu minimieren, können wir über eine stabile Abwehr unser Konterspiel aufziehen. Dann sind wir auch für eine Überraschung gut.
nnz bedankt sich für das Gespräch


