Sa, 15:03 Uhr
03.04.2004
Anleitung zum Selberlernen
Nordhausen (nnz). Kinder haben Lust zu lernen, aber nicht immer das passende Material. Das erkannte die italienische Pädagogin Maria Montessori schon um 1900. Auch in Nordhausen gibt es eine Kindereinrichtung nach ihren Anregungen, die nnz besucht hat.
Im Montesorri Kinderhaus in Nordhausen lernen Mädchen und Jungen von 2 bis 11 Jahren, denn Kindergarten und Grundschule gehören zusammen. Die Kinder haben die Möglichkeit Spiel- und Lernmaterial nach ihren eigenen Interessen auszusuchen und so lange damit zu arbeiten, bis sie alle Zusammenhänge verstanden haben. Viel Wert wird auf Wissensvermittlung und Schulvorbereitung gelegt. Auch einige Kindergartenkinder können schon lesen und rechnen, was sie sich mit speziellen, von Maria Montessori entwickelten Mitteln aneigneten. Die Aufgabe der Erzieherin ist es nicht, den Kleinen alles nach Art des Frontalunterrichtes einzuhämmern, sie soll eine lernfördernde Umgebung schaffen und im Bedarfsfall Hilfestellung geben.
Steven besucht die größte Kindergartengruppe. Er arbeitet gern mit Zahlen und kann mit Hilfe von Zahlentafeln sogar im Tausenderbereich addieren. Gelernt hat er das durch gezieltes Heranführen von leichten Aufgaben mit unterschiedlich langen Holzleisten zu den schweren mit den Tausenderwürfeln aus kleinen Kugeln. Er weiß genau, daß jede kleine Einheit in der größeren zehnmal enthalten ist und hat so einen Einblick in das Dezimalsystem bekommen. Wenn er mit den Zahlen spielen darf, kann sich der Sechsjährige lange konzentrieren.
Erzieherin Romy Schulze darf von den Kindern um Rat gefragt werden, aber Fehler korrigieren muß sie meist nicht. Das erledigen die Materialien selbst. Das Kind soll sich dann verbessern, damit es nicht die Lernmotivation verliert. In der Schule geht es dann mit schwierigerem Material weiter.
Die Schüler bekommen jedoch keine Noten, sondern nur Wortbeurteilungen, wie Schulleiterin Elke Reuter betont. Zur Zeit läuft die staatliche Anerkennung der Bildungseinrichtung. Dann darf auch die Montessori-Schule Empfehlungen für das Gymnasium schreiben. Bisher mußten die Kinder einen Eignungstest bestehen. In jeder Klasse sind nur 18 Schüler, was von Schulamt wegen der kleineren Räume so festgelegt wurde. Die meisten von ihnen haben vorher schon den Kindergarten besucht und sind deshalb gut auf den Unterricht vorbereitet. Für das nächste Jahr gibt es jedoch keine freien Plätze mehr, da die Vergabe schon im Februar erfolgt.
Gelernt wird das selbe wie in staatlichen Schulen, jedoch zum Teil in altersgemischten Gruppen. Gegen moderne Lernmittel wie Computer will sich hier niemand verschließen. Über das Projekt "Schulen ans Netz" steht jeder Klasse ein PC mit Internetzugang zur Verfügung.
Volker Längsfeld, Direktor der Grundschule in Bad Sachsa zeigte großes Interesse an den Lernmethoden, die auch nach rund 100 Jahren nicht verstaubt sind. Von Mirjam ließ er sich die Rechenbretter erklären. Das Mädchen besucht zur Zeit die vierte Klasse und wechselt dann auf das Gymnasium.
In der Schule lernen aber auch Kinder mit einer Behinderung, da Maria Montessori Wert auf integrativen Charakter der Einrichtungen legte. Ihre ersten Schritte auf dem Gebiet der Pädagogik machte sie um 1900 in einer Klinik für geistig Behinderte. Erstaunt war sie über die Möglichkeit diese mit Sinnesschulungen im Leben voranzubringen. Sie gab ihre Stelle als Ärztin auf und widmete sich ganz der Pädagogik. Davon profitieren heute besonders Kinder mit Entwicklungsstörungen wie Hyperaktivität. Da Montessoris Materialien Lust auf die Beschäftigung damit machen, findet jeder etwas nach den eigenen Interessen. Nur wer zu einseitig ist, wird von der Erzieherin dazu aufgefordert auch mal was anderes zu probieren.
Das Montessori Kinderhaus gehört mit zum Jugendsozialwerk. Bis 16.00 Uhr können interessierte Eltern heute in die Hardenbergstraße kommen, mehr erfahren und die Lernmaterialien auch selbst mal ausprobieren.
Autor: wf
Im Montesorri Kinderhaus in Nordhausen lernen Mädchen und Jungen von 2 bis 11 Jahren, denn Kindergarten und Grundschule gehören zusammen. Die Kinder haben die Möglichkeit Spiel- und Lernmaterial nach ihren eigenen Interessen auszusuchen und so lange damit zu arbeiten, bis sie alle Zusammenhänge verstanden haben. Viel Wert wird auf Wissensvermittlung und Schulvorbereitung gelegt. Auch einige Kindergartenkinder können schon lesen und rechnen, was sie sich mit speziellen, von Maria Montessori entwickelten Mitteln aneigneten. Die Aufgabe der Erzieherin ist es nicht, den Kleinen alles nach Art des Frontalunterrichtes einzuhämmern, sie soll eine lernfördernde Umgebung schaffen und im Bedarfsfall Hilfestellung geben.
Steven besucht die größte Kindergartengruppe. Er arbeitet gern mit Zahlen und kann mit Hilfe von Zahlentafeln sogar im Tausenderbereich addieren. Gelernt hat er das durch gezieltes Heranführen von leichten Aufgaben mit unterschiedlich langen Holzleisten zu den schweren mit den Tausenderwürfeln aus kleinen Kugeln. Er weiß genau, daß jede kleine Einheit in der größeren zehnmal enthalten ist und hat so einen Einblick in das Dezimalsystem bekommen. Wenn er mit den Zahlen spielen darf, kann sich der Sechsjährige lange konzentrieren.
Erzieherin Romy Schulze darf von den Kindern um Rat gefragt werden, aber Fehler korrigieren muß sie meist nicht. Das erledigen die Materialien selbst. Das Kind soll sich dann verbessern, damit es nicht die Lernmotivation verliert. In der Schule geht es dann mit schwierigerem Material weiter.
Die Schüler bekommen jedoch keine Noten, sondern nur Wortbeurteilungen, wie Schulleiterin Elke Reuter betont. Zur Zeit läuft die staatliche Anerkennung der Bildungseinrichtung. Dann darf auch die Montessori-Schule Empfehlungen für das Gymnasium schreiben. Bisher mußten die Kinder einen Eignungstest bestehen. In jeder Klasse sind nur 18 Schüler, was von Schulamt wegen der kleineren Räume so festgelegt wurde. Die meisten von ihnen haben vorher schon den Kindergarten besucht und sind deshalb gut auf den Unterricht vorbereitet. Für das nächste Jahr gibt es jedoch keine freien Plätze mehr, da die Vergabe schon im Februar erfolgt.
Gelernt wird das selbe wie in staatlichen Schulen, jedoch zum Teil in altersgemischten Gruppen. Gegen moderne Lernmittel wie Computer will sich hier niemand verschließen. Über das Projekt "Schulen ans Netz" steht jeder Klasse ein PC mit Internetzugang zur Verfügung. Volker Längsfeld, Direktor der Grundschule in Bad Sachsa zeigte großes Interesse an den Lernmethoden, die auch nach rund 100 Jahren nicht verstaubt sind. Von Mirjam ließ er sich die Rechenbretter erklären. Das Mädchen besucht zur Zeit die vierte Klasse und wechselt dann auf das Gymnasium.
In der Schule lernen aber auch Kinder mit einer Behinderung, da Maria Montessori Wert auf integrativen Charakter der Einrichtungen legte. Ihre ersten Schritte auf dem Gebiet der Pädagogik machte sie um 1900 in einer Klinik für geistig Behinderte. Erstaunt war sie über die Möglichkeit diese mit Sinnesschulungen im Leben voranzubringen. Sie gab ihre Stelle als Ärztin auf und widmete sich ganz der Pädagogik. Davon profitieren heute besonders Kinder mit Entwicklungsstörungen wie Hyperaktivität. Da Montessoris Materialien Lust auf die Beschäftigung damit machen, findet jeder etwas nach den eigenen Interessen. Nur wer zu einseitig ist, wird von der Erzieherin dazu aufgefordert auch mal was anderes zu probieren.
Das Montessori Kinderhaus gehört mit zum Jugendsozialwerk. Bis 16.00 Uhr können interessierte Eltern heute in die Hardenbergstraße kommen, mehr erfahren und die Lernmaterialien auch selbst mal ausprobieren.

