Do, 06:28 Uhr
27.06.2013
Vom Nachdenken über Jubiläen
Gold, Diamant und Eisen – wofür stehen sie, diese Rohstoffe? Mitte Juni in der Kirche in Mackenrode wurden die Deutungen eindeutig zugeordnet. Ein Beitrag von Pfarrer Peter Kube...
50, 60 oder 65 Jahre nach der Konfirmation kamen Menschen zusammen. Es sind die meisten derer, die heute das Leben in unterschiedlichsten Situationen erleben. Pflegebedürftig oder dynamisch jugendlich erscheinend, besorgt oder beruhigt ob der erreichten Umstände, allein lebend oder in familiärer Gemeinschaft, nah geblieben oder in Fernen neu verwurzelt.
Ein schönes Zusammentreffen und für manche nach langer Zeit wieder die Gelegenheit, gesegnet aus der Gemeinschaft beim Abendmahl in die Gemütlichkeit der Kaffeetafel zu gehen.
Dazwischen das Bild.
Mit Erinnerungen aus schweren Phasen und erbaulichen Zeiten war über das Ahnen, das Hoffen und das Vertrauen auf die versöhnende Kraft Gottes in Alltag und Feier das Besondere des Tages spürbar. Gedenktage sind immer wieder geeignet, eine vergangene Zeit für die Zukunft der nachkommenden Generationen zu erschließen. Da fühlen einige, dass es doch gut wäre, würden heutige Konfi's (Konfirmanden und Konfirmandinnen) wie damals ordentlich was zu lernen haben. Andere sind froh, dass es noch junge Menschen gibt, die aus familiärer Tradition oder persönlichem Interesse nach dem Glauben fragen.
Ich dachte daran, wie gut eine Ankerwirkung von Ereignissen ist, deren Inhalt wir nicht einfach machen können. Wie gut ist es, sich mit dem Vertrauen der Mütter und Väter des Glaubens verbunden zu wissen. Auch, wenn erst hinter deren nicht wenigen Irrtümern oder Erfahrungen der Enttäuschung das Beständige erscheinen möchte. Beständig als das, wofür Gold, Diamant und Eisen stehen sollen. Etwas, das einer schöpferischen Herkunft entspringt und nicht von uns Menschen zerstört werden soll - aber jederzeit zerstört werden kann. Das Eigentümliche ist, dass auch Menschen nach langer Fernbleiberfahrung einen empfangenen Segen wie ein Labsal aufnehmen. Nicht nur hinnehmen, sondern bewusst annehmen.
So ist ein solcher Jahrestag mehr als eine günstige Gelegenheit, sich eben mal zu sehen, eben mal paar Euro für die Aufgaben der Gemeinde zu spenden oder eben mal einen Blick in den Ort der Herkunft zu werfen.
Die erfahrene, heilende Freude und das wieder erkennende Zusammentreffen sind Bausteine, die wie die Osterbotschaft so im Leben zur Entdeckung von unvermuteten Quellen des Lebensmutes wider alle Resignation werden. Das kann alle Jahre passieren. Alle Jahre wieder und alle Jahre ein wenig anders.
Aber immer mit dem Blick auf Bauten wie die Kirchen im Dorf, deren Steine Geschichten erzählen, die von der nach- und immer wieder neu heranwachsenden Sehnsucht sprechen, dass Leben Erfüllung finden kann. Hier mit einem Zusatz: wir kommen befreit und entlastet von allem vor dem Altar zusammen, um neu in die kommenden Jahre zu gehen.
Wie in zwei Liedstrophen von Gerhard Schöne zur Melodie von Nun danket alle Gott gesungen wird:
Kann man das schöner sagen? Kaum. Die Teilnehmenden in Mackenrode freuten sich. Sie gingen und werden ab und an wieder kommen.
Peter Kubue
Autor: red50, 60 oder 65 Jahre nach der Konfirmation kamen Menschen zusammen. Es sind die meisten derer, die heute das Leben in unterschiedlichsten Situationen erleben. Pflegebedürftig oder dynamisch jugendlich erscheinend, besorgt oder beruhigt ob der erreichten Umstände, allein lebend oder in familiärer Gemeinschaft, nah geblieben oder in Fernen neu verwurzelt.
Ein schönes Zusammentreffen und für manche nach langer Zeit wieder die Gelegenheit, gesegnet aus der Gemeinschaft beim Abendmahl in die Gemütlichkeit der Kaffeetafel zu gehen.
Dazwischen das Bild.
Mit Erinnerungen aus schweren Phasen und erbaulichen Zeiten war über das Ahnen, das Hoffen und das Vertrauen auf die versöhnende Kraft Gottes in Alltag und Feier das Besondere des Tages spürbar. Gedenktage sind immer wieder geeignet, eine vergangene Zeit für die Zukunft der nachkommenden Generationen zu erschließen. Da fühlen einige, dass es doch gut wäre, würden heutige Konfi's (Konfirmanden und Konfirmandinnen) wie damals ordentlich was zu lernen haben. Andere sind froh, dass es noch junge Menschen gibt, die aus familiärer Tradition oder persönlichem Interesse nach dem Glauben fragen.
Ich dachte daran, wie gut eine Ankerwirkung von Ereignissen ist, deren Inhalt wir nicht einfach machen können. Wie gut ist es, sich mit dem Vertrauen der Mütter und Väter des Glaubens verbunden zu wissen. Auch, wenn erst hinter deren nicht wenigen Irrtümern oder Erfahrungen der Enttäuschung das Beständige erscheinen möchte. Beständig als das, wofür Gold, Diamant und Eisen stehen sollen. Etwas, das einer schöpferischen Herkunft entspringt und nicht von uns Menschen zerstört werden soll - aber jederzeit zerstört werden kann. Das Eigentümliche ist, dass auch Menschen nach langer Fernbleiberfahrung einen empfangenen Segen wie ein Labsal aufnehmen. Nicht nur hinnehmen, sondern bewusst annehmen.
So ist ein solcher Jahrestag mehr als eine günstige Gelegenheit, sich eben mal zu sehen, eben mal paar Euro für die Aufgaben der Gemeinde zu spenden oder eben mal einen Blick in den Ort der Herkunft zu werfen.
Die erfahrene, heilende Freude und das wieder erkennende Zusammentreffen sind Bausteine, die wie die Osterbotschaft so im Leben zur Entdeckung von unvermuteten Quellen des Lebensmutes wider alle Resignation werden. Das kann alle Jahre passieren. Alle Jahre wieder und alle Jahre ein wenig anders.
Aber immer mit dem Blick auf Bauten wie die Kirchen im Dorf, deren Steine Geschichten erzählen, die von der nach- und immer wieder neu heranwachsenden Sehnsucht sprechen, dass Leben Erfüllung finden kann. Hier mit einem Zusatz: wir kommen befreit und entlastet von allem vor dem Altar zusammen, um neu in die kommenden Jahre zu gehen.
Wie in zwei Liedstrophen von Gerhard Schöne zur Melodie von Nun danket alle Gott gesungen wird:
O Gott, mein großes Glück, dein Lieben hat kein Ende.
Du hältst mich nicht zurück, wenn ich mich von dir wende
Doch wenn ich ausgebrannt verzweifelt schrei nach dir,
kommst du mir nachgerannt und heilst die Wunden mir
Mein Gott, ich freu mich so, wenn ich dich bei mir spüre
und werde nicht mehr froh dann, wenn ich dich verliere.
Bleib in mir, wertes Licht, lass lachen meinen Mund,
erhelle mein Gesicht und küss mein Herz gesund.
Du hältst mich nicht zurück, wenn ich mich von dir wende
Doch wenn ich ausgebrannt verzweifelt schrei nach dir,
kommst du mir nachgerannt und heilst die Wunden mir
Mein Gott, ich freu mich so, wenn ich dich bei mir spüre
und werde nicht mehr froh dann, wenn ich dich verliere.
Bleib in mir, wertes Licht, lass lachen meinen Mund,
erhelle mein Gesicht und küss mein Herz gesund.
Kann man das schöner sagen? Kaum. Die Teilnehmenden in Mackenrode freuten sich. Sie gingen und werden ab und an wieder kommen.
Peter Kubue



