Di, 12:35 Uhr
03.04.2001
Blumen, Kränze, Gedanken und Erinnerungen
Nordhausen (nnz). "Der Krieg, der am 1. September 1939 von Deutschland in die Welt hinausgetragen wurde, kehrte für Nordhausen am 3. und 4. April auf furchtbare Weise zurück." Mit diesen Worten erinnerte Nordhausens Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) an das Inferno jener Apriltage, als Nordhausen seine einstige Schönheit verlor, die es bis heute nicht wieder in jenem Glanz zurückerhalten sollte. Mehr als die Zerstörung von Häusern und Straßen wiegen die menschlichen Opfer. 9.000 waren es in den Apriltagen des Jahres 1945. Nordhäuser, Soldaten, Zwangsarbeiter und Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora. Insgesamt 243 Bomber warfen in mehreren Wellen rund 2.380 Tonnen Bomben, Luftminen und Phosphorkanister ab. In mühevoller Arbeit - später unter sozialistischen Bedingungen - wurden in der Rolandstadt Wohnungen geschaffen, mehr nicht. Erst nach der Wende wurde in Nordhausen zaghaft versucht, die Wunden aus dem Jahr 1945 zu versorgen und zu heilen.Heute kamen viele Nordhäuser zur Stele vor dem Rathaus. In den Händen trugen sie Blumen, die älteren in ihren Gedanken die Erinnerung an jene Tage im April. "Nie mehr darf das geschehen", meinte eine ältere Frau fast gedankenversunken. Sie sprach es zu sich selbst wie ein Gebet. Neben den Vertretern aus Politik und Verbänden legten auch Nordhäuser Schüler Blumen nieder. Sie gehören der Generation an, die in Frieden aufwuchsen, diesem höchsten Gut der Menschen, nicht nur in Nordhausen.

