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Fr, 10:22 Uhr
29.09.2000

Logengebäude: Stadt legt Widerspruch gegen Rückübertragung ein

Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser Stadträte beschlossen gestern, Widerspruch gegen die Rückübertragung des Logengebäudes durch das Staatliche Amt zur Regelung offener Vermögensfragen (AROV) einzulegen. Die Mühlhäuser Außenstelle des AROV hatte im August einen Bescheid erlassen und das Logengebäude in der Domstraße an die Große Landesloge in Berlin rückübertragen.
Einzige Lücke aus städtischer Sicht könnte die Nutzung als Kindertagesstätte nach 1990 sein. Auch der Umstand, daß in das Gebäude nahezu 1,5 Millionen Mark geflossen sind, soll aus Nordhäuser Sicht in die Waagschale geworfen werden. In der Begründung des gestrigen Beschlusses wird befürchtet, "daß die Konzeption des Jugendsozialwerkes für die Kulturarbeit "Das Haus" mit der Rückübertragung gefährdet ist". Nun will die Stadt Nordhausen die Reaktion auf den erhobenen Widerspruch abwarten, um dann eventuell Regreßforderungen zu erheben. Hier müßte jedoch der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden.
Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland in Berlin als Eigentümerin steht schon seit längerer Zeit mit der Stadtverwaltung und dem Jugendsozialwerk in Verhandlungen. Hierzu soll seitens der Loge eine weitere Nutzung der Gebäude durch das Jugendsozialwerk angeboten worden sein. Die Rede ist nach nnz-Recherchen von einer Miete von 42.000 Mark pro Jahr. Eventuell, so war zu hören, könnten getätigte Investitionen in einem gewissen Teil gegengerechnet werden.
"Die Miete, die die Loge als jetzige Eigentümerin des Gebäudes einnehmen will, sollte einerseits verträglich, auf der anderen Seite aber auch kostendeckend sein", erläutert der Abgeordnete Logenmeister der Johannisloge "Zur gekrönten Unschuld", Volker Vogt. Die Loge hofft auf eine "gedeihliche" Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Vorstellbar sei sogar die Etablierung eines kulturellen Zentrums im hinteren Teil des Gebäudes, das derzeit von der Jugendeinrichtung "Das Haus" genutzt wird. "Ausstellungen, Galerien im Hof, ein Saal für Stadtratssitzungen - all das sei machbar", so Vogt im nnz-Gespräch. Die Loge hofft auf eine fruchtbare Symbiose und hat auch in der Zusammenarbeit mit dem Nordhäuser Theater erste Zeichen gesetzt. Der Nordhäuser Kulturtempel zahlt für die Nutzung der Logen-Räume lediglich eine "symbolische Miete". Das Verhältnis zwischen Loge und Theater war nicht immer so gedeihlich. Das lag nach Worten von Volker Vogt eher an den Personen, die im Theater das Sagen hatten. Nur ungern erinnert sich Vogt an die Ära Nix. Noch bevor Dr. Monika Pirkelbauer die Intendanz in Nordhausen offiziell übernahm signalisierte sie noch aus Österreich ihre Bereitschaft zu einer gegenseitig befruchtenden Zusammenarbeit.
Wer sich über die Arbeit und die Ziele der Johannisloge "Zur gekrönten Unschuld" in Nordhausen informieren will, der ist dazu am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr recht herzlich in die Domstraße 20a informieren. Eine Ausstellung über Geschichte und Bedeutung der Freimaurerei wird bereits heute in der Domstraße um 18 Uhr eröffnet.
Autor: psg

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