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Do, 15:17 Uhr
18.04.2013

Kein Urlaub unter Palmen – Marokko 2013

Jährlich begibt sich die Therapeutische Wohngruppe Osterode, eine Einrichtung des Jugendsozialwerk Nordhausen Fachbereich Hilfen zur Erziehung der Region Nordhausen, auf eine interkulturelle Begegnungsreise nach Marokko. Auch dieses Jahr stellen sich fünf Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren dieser großen Herausforderung...

Ab in die Urlaub? (Foto: JSW) Ab in die Urlaub? (Foto: JSW)

Sie werden in dem mehrwöchigen Aufenthalt, der am 22. April startet und bis zum 30. Mai dauert, besondere Erfahrungen sammeln und sich mit den Bedeutungen einer fremden Kultur, der Entwicklungshilfe und eines unbekannten Lebensraumes auseinandersetzen.

Marokko, dieses schon seit vielen Jahren stattfindende Auslandsprojekt, setzt sich zum Ziel, die Jugendlichen durch sozialpädagogische Handlungsweisen zu einer positiven Persönlichkeitsveränderung zu verhelfen. Um diesen Prozess voranzutreiben, sind entsprechend adäquate Mittel unabdingbar, damit die Stärken, das Selbstwertgefühl und die eigene Leistungsfähigkeit weiter entwickelt, gefestigt und vertieft werden können.

Gegenstand dieses „Abenteuers“, wie es ein Jugendlicher der Therapeutischen Wohngruppe bezeichnet, ist die Einordnung der Jugendlichen in eine ihnen unbekannte Umwelt mit fremden Gemeinschafts- und Gesellschaftstrukturen.

Das Miteinander, die Kommunikation mit Menschen aus einer anderen Kultur und das gemeinsame Arbeiten in einem interkulturellen Kontext fordern und fördert eine Vielzahl von Kompetenzen. Es können Fertigkeiten entwickelt werden, welche für die Gestaltung des alltäglichen wie des beruflichen Lebens von großer Bedeutung sein können. In diesem Zusammenhang bietet die Therapeutische Wohngruppe den Jugendlichen den Erwerb eines Nachweises zum interkulturellen Kompetenzzuwachs.

Jugendliche erleben sich selbst während ihrer Teilnahme an einem Auslandsprojekt neu. In intensiven Gruppenprozessen setzen sie ihre Kompetenzen ein, verändern ihr Verhalten und passen ihre Reaktionen an. Sie werden sich, womöglich erstmals in ihrem Leben, mit sich und ihrer eigenen kulturellen Identität und Prägung auseinandersetzen. Dabei können sie Perspektiven anderer wahr- und einnehmen.
Auf nach Marokko (Foto: JSW)
Auf nach Marokko (Foto: JSW)
Auf nach Marokko (Foto: JSW)
Das Format „Auslandsprojekt“ bietet Raum für die persönliche Entfaltung, den Kompetenzerwerb und das Entdecken neuer Facetten menschlichen Handelns. Jugendliche erfahren in gewissen Situationen ihre eigenen Stärken und sehen ihr Potenzial. Mittels intensiver pädagogischer Begleitung, arbeitstherapeutischer Entwicklungshilfe und erlebnispädagogischen Angeboten entfalten sie ein positives Selbstbild.

Schon lange vor der Abfahrt nach Marokko kam es zu unterschiedlichsten Planungsprozessen, in die die Jugendlichen einbezogen wurden und aktiv ihren Beitrag leisteten. Dabei ging es um Problematiken wie das Erstellen von Inventar- und Einkaufslisten, das Vervollständigen von Reisedokumenten und das Zusammentragen des notwendigen Equipments für dieses Projekt. Jede einzelne Aufgabe forderte das Engagement der Jugendlichen sowie des Teams. Es gab zudem einige Gruppenveranstaltungen, in denen über das Land gesprochen und sich über dessen Kultur, Bräuche und Traditionen ausgetauscht wurde.

Die Reise nach Marokko wird vier Tage dauern. Sie wird in einem Kleinbus zurückgelegt und es werden einige Länder und Landschaften durchquert. Durch das enge Zusammenleben in diesem Zeitraum werden Gedanken und Empathie eine wesentliche Rolle spielen.

Am 26. April wird die Gruppe mit der Fähre nach Marokko übersetzen und am Abend Marrakesch erreichen. Die Unterkunft wird in einem Jungenheim bezogen und schon am nächsten Tag beginnt das erste Arbeitsprojekt im Rahmen der Entwicklungshilfe. Der Aufenthalt im Marrakesch ist für zwei Wochen geplant.

Der erlebnispädagogische Höhepunkt des Aufenthaltes in Marokko wird der Besuch des Ortes Sidi Fares sein. Im Atlasgebirge gelegen werden einige Tagestouren in dieses Gebirge stattfinden. Hierbei kommt es auf Teambuilding an. Dieses Erlebnis in und mit der Gruppe kann diese stabilisieren und stärken. Dabei ist es wichtig, den Ehrgeiz zu wecken und die Selbstwahrnehmung zu aktivieren und zu fördern.

Den Abschluss dieses Projektes bildet die Ankunft in Osterode am 30. Mai. Dabei ist es wichtig, Situationen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede fremder Kulturen zu besprechen und zu reflektieren. Bei der Rückkehr wird die Gewissheit bestehen, solch ein Projekt bewältigt und den hohen Anforderungen standgehalten zu haben.

Dieses bevorstehende Auslandsprojekt fand eine hohe Aufmerksamkeit bei dem "Forscher-Praktiker-Dialog". Dieser Dialog organisiert und begleitet den interdisziplinären und trägerübergreifenden Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis im Feld der internationalen Begegnung mit dem Ziel Jugendbegegnungsprogramme zu qualifizieren und die darin tätigen Mitarbeiter zu beraten. Das Jugendsozialwerk stellte ihr Auslandskonzept für die Therapeuthische Wohngruppe Osterode dort vor.

In diesem Rahmen wurde die Thematik der Wirkungen von pädagogischen Mobilitätsprogrammen bei extrem schwierigen Zielgruppen vorangetrieben. Hierbei wurde die Wichtigkeit dieser Programme hervorgehoben und ausgiebig diskutiert. Durch die Impulse wurde über die Nachhaltigkeit solcher Programme nachgedacht und ein Ranking in Bezug auf alle vorgestellten Konzepte und Inhalte durchgeführt. Bei diesem Ranking erhielt das Marokko-Projekt den größten Zuspruch.
Autor: red

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