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Fr, 12:47 Uhr
05.04.2013

nnz-Forum: An die Wurzeln gehen

Zur "Gedenkveranstaltung" der NDP am Mittwochabend hat die Junge Union im Landkreis Nordhausen der nnz-Redaktion ein Statement geschickt...


Zuerst möchten wir uns den weise gewählten Worten unseres Oberbürgermeisters Dr. Klaus Zeh anschließen. Die Veranstaltung offenbarte wieder einmal, dass in Nordhausen trotz der verheerenden Geschichte dieser Stadt ein rechter Nährboden besteht.

Das teils erfolgreiche Bemühen Rechtsextremer ihre menschenverachtende Ideologie modern verpackt an Jugendliche heranzutragen und diese für ihre Ziele zu gewinnen macht deutlich, dass Rechtsextremismus ein ernstzunehmendes Problem unserer Gesellschaft, nicht nur der Politik, darstellt.

Insbesondere für junge Menschen scheint die NPD eine beliebte Anlaufstelle zu sein um sich „politisch“ zu engagieren. Ein Verbot dieser Partei mag ihr vielleicht den finanziellen Boden kurzzeitig rauben, allerdings löst ein mögliches Verbot nicht das Problem an sich.

Die Politik, sei es auf Bundes-, Länder- oder in letzter Instanz auch auf Kommunalebene, ist hier und heute gefordert das Problem offen anzugehen. Die Verantwortung unserer gemeinsamen Geschichte darf sich nicht länger auf Gedenkstunden beschränken, auch wenn diese als Ort der gemeinsamen Trauer und Erinnerung wichtig sind, sondern sie muss sich viel eher endlich einer erfolgsorientierten Prävention anschließen.

Der Schlüssel im Kampf gegen Extremismus, links wie rechts, ist eine gerechte Sozial-, Bildungs- und Familienpolitik. Soziale Ungleichheit, mangelnde Bildung und eine unzureichende Zukunft bieten dem extremen Spektrum mehr und mehr Nährboden. Diesem ist entgegen zu wirken!

Wichtig ist es das Problem schon im Kindes- und Jugendalter zu bekämpfen. Dies ist nur möglich durch einen verantwortungsvollen Umgang der Bildungsträger und im Elternhaus mit dieser komplexen Thematik – schließlich sind sie es und nicht die Politiker die Kindern Werte wie Respekt oder Toleranz vermitteln müssen.

Wir fordern daher als Stadtverband der Jungen Union, dass sich die Stadt Nordhausen und der Landkreis Nordhausen künftig nicht weiter in Zuständigkeitsstreitereien verlieren, sondern endlich an einem gemeinsamen Strang ziehen und die Jugendförderung an die erste Stelle Ihrer Agenda setzen und auch ihren Teil beitragen. Es muss eine kontinuierliche Arbeit mit Jugendlichen gesichert sein – parteipolitische Interessen sollten sich diesem Ziel unterordnen. Auch ist es wichtig seitens der Politik alternative Jugendkulturen zu fördern und bestehende Jugendeinrichtungen zu erhalten um sich vom rechtsextremen Spektrum abzugrenzen. Nur so kann man den Kampf gegen Extremismus auf Dauer gewinnen, denn die biologische Uhr Ewiggestriger läuft nun einmal irgendwann ab.

Weiterhin sollte Politik auch mehr für den „normalen“ Bürger zugänglich gemacht werden, damit die verbreitet herrschende Politikverdrossenheit und Entpolitisierung, vor allem zu sehen am Rückgang der Wahlbeteiligung, abgebaut und gegengesteuert wird. Schließlich sind Politiker durch ihre Mitmenschen legitimiert wurden und nennen sich umgangssprachlich auch „Volksvertreter“.

Wenn man allerdings die Politik als solche in die Pflicht nimmt, dann darf man selbstverständlich nicht die demokratischen Parteien als solche außen vor lassen. Auch hier besteht dringend Nachholbedarf im Umgang mit diesem Problem. Nur wenn man als politische Vereinigung jungen Menschen die Demokratie nachhaltig als die beste Form des Zusammenleben aufzeigt und sie in der aktuellen Entscheidungsfindung mit einbezieht, nur dann haben Parteien Abseits der demokratischen Mitte dieser Gesellschaft keine Chance fortwährend Nachwuchs zu fördern.

Gleichzeitig sollten sich aber auch die Bürgerinnen und Bürger selbst hinterfragen ob nicht jeder einzelne, beispielsweise durch das Abbauen von alltäglichen Vorurteilen gegenüber Ausländern, anders aussehenden und denkenden, seinen Beitrag zu einer offenen Gesellschaft leisten kann. Uns ist aufgefallen, dass es vor allem in Großstädten vermehrt Fälle von Alltagsrassismus gibt. Nur wenn jeder bereit ist auch im täglichen Leben für humanistisches und demokratisches Gedankengut einzutreten, kann man dem entgegenwirken. Die Politik alleine kann das Problem nicht lösen.

Zusammenfassend erwarten wir endlich greifbare Reaktion der Vertreter der politischen Mitte, aber auch ein Umdenken in der Gesellschaft. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie wir die heutige Jugend an politische Extreme dauerhaft verlieren und um es in den Worten des kürzlich verstorbenen Stephane Hessel auszudrücken: Empört euch und Engagiert euch!

Wir als Junge Union stehen für jeden engagierten jungen Menschen der die demokratischen Grundwerte dieses Landes akzeptiert stets offen und freuen uns über jeden, sei es mit „Parteibuch“ oder als politisch interessiertem, der mit anpacken will.
Stefen Hafermalz, Vorsitzender des Stadtverbandes und Johann Reinhardt, Stellvertretender Vorsitzender
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Quietschferkel
05.04.2013, 22:03 Uhr
Mal so zum nachdenken:
Ich bin definitiv nicht rechts, ich finde die Einstellungen oder Sprüche der rechten Szene auch nicht gut, teile sie oder dulde sie, aber ich hab mal was gefunden was sicherlich so manchen "Normalo" etwas irritieren könnte:


„Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir sind heilige Götter auf diesem Planeten. Wir sind so weit entfernt von den minderwertigen Rassen, wie sie von Insekten sind. (…) Andere Rassen werden als menschliche Exkremente betrachtet. Unser Schicksal ist es, die Herrschaft über die minderwertigen Rassen zu nehmen. Unser irdisches Reich wird von unseregn Führern mit einem Stab aus Eisen regiert werden. Die Massen werden unsere Füße lecken und uns als Sklaven dienen!”-

Wer hatts gesagt ??? Hitler ??? Göbbels ???


Israels Ministerpräsident Menachem Begin in einer Rede vor der Knesset. Gefunden bei: Amnon Kapeliouk, “Begin and the Beasts”, New Statesman, 25. Juni 1982.
Harzer_jung
05.04.2013, 23:15 Uhr
quelle bitte genauer angeben
Also dazu will ich eine richtig gute Quelle sehen, und zwar eine in der nicht nur ein Zitat vorkommt, sondern die ganze Rede,
Zitate ohne Zusammenhang sind immer sehr schwierig,
Oder wie erklären sie sich das am Mittwoch abend von Roy Elbert als NPD Funktionär sogar Brecht zitiert wurde? Und nicht als schlechtes Beispiel, sondern um seine menschenverachtende Ideologie zu verteidigen?
Frankledig
05.04.2013, 23:42 Uhr
@Quietschferkel
...Guter Kommentar! Einer der besten hier, denn sauber recherchiert und unterlegt! Und traurig das das so ist...Sorry
Alex Gösel
06.04.2013, 13:13 Uhr
@Harzer_jung
Einfach mal Google oder Co. benutzen, oder kann man das als Pirat etwa nicht mehr???

Außerdem mal richtig lesen, eine Quelle steht doch drunter...
Eckenblitz
06.04.2013, 13:50 Uhr
Übermenschen
Es schon sehr Schade, dass es nach dem grausamen zweiten Weltkrieg immer noch Menschen gibt, die sich gern als so-genannte Herrenrasse hinstellen.

Gerade von Menschen die sehr großes Leid unter Hitlers Tyrannen erfahren haben.

Dieses Zitat zeigt einmal mehr, wie so manche Politiker auch heute noch denken,oder?
stacho
06.04.2013, 18:47 Uhr
unbegreiflich
ist für mich, wie einige Menschen unserer Stadt immer wieder auf Artikel gegen "Rechts" reagieren und sich dabei anscheinend wissentlich falscher Darstellungen bedienen. Wie anders ist zu verstehen, wenn "Quietschferkel" hier eine angebliches Zitat von Herrn Begin anführt und dazu eine Quellenangabe nennt, unter der umfassend dargestellt ist, dass es eben nicht ein Zitat von Begin vor der Knesset ist.

Hier heißt es: " Herr Begin sagte nie diese Worte und es gibt keine sachliche Grundlage für dieses Zitat."

Die Recherchen haben ergeben, dass es sich hier um einen Text handelt, der so genannt, "durchgeschleift" wurde. Dabei hat die radikale, französich- israelische Jurnalistin," Amnon Kapeliouk", eine Rede Benins in Bezug auf "den Schutz isralischer Kinder vor Terroristen" so entfremdet, dass eine völlig andere Bedeutung herausgekommen ist ! Die wirklichen Worte von Herrn Begin sind unter der gleichen Quellenangebe (Übersetzung) wörtlich nachzulesen!

Man kann nur hoffen, dass die Menschen aus unserer israelichen Partnerstadt solche Haltungen einiger Nordhäuser nicht zu Gesicht bekommen !
einanon
07.04.2013, 00:33 Uhr
antisemitismus erkennen
im artikel gehts um ein statement der ju zur situation in dieser stadt. quietschferkel beteuert nicht rechts zu sein, hetzt aber erstmal mit angeblichen zitaten, welche die existenz israels in frage stellen. das ist antisemitismus.
Thomas Fichtner
07.04.2013, 00:41 Uhr
Schön das es wenigstens einer gemerkt hat!
Dass das angebliche Zitat erfunden ist, die Geschichte und das Wirken Begins so weit konterkariert, das es einfach nur absurd ist und letztlich nur übelste, auch noch schlecht getarnte, Hetze darstellt.

Schon kurzer Check der Seiten, die dieses angebliche Zitat gern mal verlinken oder wessen Intim-Freund Amnon Kapeliouk eigentlich war, hätte gereicht um zu wissen, dass diese dreiste Lüge zu bringen eigentlich Versuch der Volksverhetzung darstellt.

Und das wird hier eben mal so "gedruckt". Zum Kotzen!
Janko
07.04.2013, 09:57 Uhr
ein fantastisches beispiel,
wie propaganda und internet funktionieren bzw propaganda im internet funktioniert.

da schreibt jemand - natürlich ohne sich mit dem inhalt zu identifizieren! - als antwort auf einen artikel böseste propaganda, die andere sofort mit zustimmendem gejohle dankbar entgegennehmen. wenn dann nach quellen gefragt wird, wird dem fragenstellenden arrogant über den mund gefahren, die quelle stünde doch da, ohne sich selbst mit der quelle auseinanderzusetzen. am ende steht dann die völlige bedeutungslosigkeit des ursprünglichen artikels.
herzlichen glückwunsch.

übrigens, liebe nnz: was ist aus dem "die redaktion wird unpassende oder beleidigende kommentare entfernen" geworden? gilt das nicht für volksverhetzende und nachweislich falsche kommentare, oder wie?
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