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Mi, 06:30 Uhr
03.04.2013

Spazieren und erinnern

Heute jährt sich die Bombardierung Nordhausens zum 68. Mal. Wie auch in den vergangenen Jahren nutzt die rechtsextreme Szene dieses Datum bereits im Vorfeld, um ihre verfälschende Geschichtssicht zu verbreiten, Opfermythen zu konstruieren und die Verbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen. Das will das Bündnis gegen Rechts so nicht hinnehmen...


Am 27. März verabschiedeten deshalb die demokratischen Stadtratsfraktionen eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Vereinnahmung des Gedenkens durch rechtsextreme Gruppierungen und Parteien zurück wiesen. Die NPD veröffentlichte daraufhin eine eigene Erklärung. Darin sprach sie unter anderem denjenigen das Menschsein ab, die im Zuge des Gedenkens an die Bombardierung auch auf den Ausgangspunkt hinweisen, nämlich den von Deutschland entfesselten Krieg.

Die NPD stellt sich damit in eine geistige Linie mit ihren Mitläufern, den sogenannten „Freien Kräften“ und ihren Vorläufern, die ebenfalls Andersdenkende und Personen entmenschlichten, die nicht in ihr rassistisch-völkisches Weltbild passten.

Seit dem Ostersonntag rufen die NPD und andere rechtsextreme Gruppen gemeinsam im Internet zu einer eigenen Gedenkkundgebung auf. Wir, das Bündnis gegen Rechtsextremismus, wenden uns gegen eine Verfälschung der Geschichte und eine Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Das Aufrechnen von Schuld verhöhnt die Opfer und das ehrliche, individuelle Gedenken an sie.

Wir laden deshalb zu einem Erinnerungsspaziergang an Orte ein, an denen die Zerstörung Nordhausens besonders sichtbar ist. An diesen Orten werden wir ein ehrliches Gedenken ermöglichen, das den historischen Kontext nicht leugnet. Wir werden aber auch an die Ursache der Zerstörung erinnern: das Verbrechen des von Deutschland entfesselten Krieges, der Europa zerstörte und Millionen Menschen das Leben kostete.

Dieser Erinnerungsspaziergang soll ein deutliches Zeichen setzen, gegen die Bestrebungen rechtsextremes Gedankengut in Nordhausen gesellschaftsfähig zu machen. Aus diesem Grund laden wir alle Nordhäuserinnen und Nordhäuser ein, mit uns ein Zeichen für ein Erinnern zu setzen, das die Menschenwürde und geschichtliche Zusammenhänge
gleichermaßen respektiert.

Der Spaziergang beginnt heute um 18 Uhr auf dem Theaterplatz. Aktuelle Informationen finden Sie auf www.bgr-nordhausen.de.
Autor: red

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Kommentare
Retupmoc
03.04.2013, 09:33 Uhr
Demokratisch
Ich bin definitiv nicht rechtsextrem, ich habe viele Ausländer als Freunde und Bekannte. Aber diesen Unsinn kann man echt nicht mehr lesen. Ich hatte schon an anderer Stelle geschildert, wie meine Oma am 4.4.45 von englischen Tieffliegern auf der Flucht erschossen wurde. Es muß gesagt werden dürfen, das auch das Kriegsverbrecher waren. Denn man mußte nicht auf flüchtende Kinder und Frauen schießen.

Das die Nationalsozialisten Schuld am Beginn des Krieges und den Greueltaten, zum Beispiel in den KZ hatten, steht doch außer Frage. Trotzdem gibt es kein schwarz oder weiß. Sonst müsste man ja zum Beispiel den ehemaligen Kanzler Helmut Schmidt, der während des 2. Weltkrieges Oberleutnant war auch als Kriegsverbrecher bezeichnen. Tun wir das?

PS: Hier lese ich: " alle demokratischen Parteien..." - nur als Zwischenfrage... wieso wird die LINKE als demokratische Partei eigentlich vom Verfassungsschutz beobachtet? Ist diese Partei nicht demokratisch?
E20
03.04.2013, 11:21 Uhr
Zustimmung Retupmoc
Tatsache ist nunmal, daß der Krieg von Deutschland ausging, aber ebenso unstrittig ist auch, daß die von der RAF geflogenen Flächenbombardements lt. Haager Luftkriegsregeln völkerrechswidrig waren und keinerlei militärischen Nutzen mehr hatten.
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