So, 17:38 Uhr
24.03.2013
Forum: Zwei Handball-Größen
Große Stimmung war am Abend vor dem gewonnenen Handballpunktspiel gegen Hüttenberg in einem Eisenacher Sportgeschäft angesagt, denn zwei weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Handballexperten stellten sich den Fragen der Redakteure von Funk und Fernsehen, Presse und besonders der rund 200 begeisterten Zuschauern. Hans-Ullrich Klemm war dabei...
Heiner Brand und Rainer Osmann haben in der Vergangenheit als Akteure und Bundestrainer genügend Episoden sammeln können, von denen sie gern berichteten. Der beiderseitige Rückzug von den Auswahlfunktionen bedeutet für die Haudegen nicht altersgerechter Stillstand, sondern begleitende Unterstützung für den Nachwuchs in Behringen, Bad Langensalza oder für besondere junge Auswahltalente landesweit.
Das Besondere an dieser etwas anderen Gesprächsrunde vor den jungen und bereits etwas älteren Handballfreunden waren die bereitwilligen Antworten der beiden Experten, die zumindest für zwei Jahre gleichzeitig für die Auswahlteams der Frauen und Herren die Verantwortung trugen, wobei mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land, nur 50 km von seinem Zuhause entfernt, bei den Herren natürlich der sportliche Höhepunkt von Heiner Brand erreicht wurde.
Natürlich sind auch in Eisenach die Bilder der überschwänglichen Freudentänze nach Erreichen des Aufstieges in die 1. Bundesliga im Jahr 1997 unter Trainer Osmann nicht vergessen.
Natürlich spricht man zuerst sehr gerne von den schönen Siegen, wenn in die Vergangenheit zurückblickt. Als die Frage aus dem Zuschauerraum nach dem heutigen Befinden des bekannten Gummersbacher Auswahlspielers Joachim Deckarm gestellt wurde, wusste man sofort, dass zu solch einer erfolgreichen Laufbahn auch persönliche Niederlagen und wie in diesem Fall auch regelrechte menschliche Schicksale dazugehören können. Heiner Brand, der 14 Jahre lang die deutsche Auswahl durch alle Klippen führte, wurde da schnell nachdenklich, denn diese eine Szene, die ein bewegendes Leben plötzlich total veränderte, wird immer in seinem Gedächtnis bleiben.
Besonders die nicht mehr ganz so jungen Zuschauer werden sich auch an die schrecklichen und schockierenden Fernsehbilder er erinnern, als dieser Wirbelwind Jo mit der Nummer 11 auf seinen Rücken als Mannschaftskamerad von Heiner Brand fast auf den Tag genau vor 34 Jahren bei einem ganz schlimmen Zusammenprall mit einem gegnerischen Spieler bei einer Europapokal-Begegnung seines bekannten Gummersbacher Vereines im ungarischen Tatabanya fürchterlich mit dem Kopf auf dem harten Boden aufschlug, nachdem er ihm nur ein paar Sekunden vorher den Ball zuspielte! Die niederschmetternde Diagnose lautete damals: schweres Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnquetschungen und Schädelbasisbruch ! Über 130 Tage im Koma liegend bangte damals die Handballwelt um diesen sympathischen und überall beliebten Spieler.
In seinen klaren, ehrlichen und etwas nachdenklich wirkenden Ausführungen zu Deckarms heutigem Leben in einem Saarbrücker Heim für betreutes Wohnen bewies der Handballkaiser Heiner Brand mit seinem berühmten Schnauzbart, welch tolle und zurückhaltende Persönlichkeit er ist. Immer wird er für seinen behinderten Freund da sein und organisierte zusammen mit anderen Freunden und Helfern sowie der Deutschen Sporthilfe schon einige Benefizspiele für ihn, deren Erlöse auf das Konto der Stiftung des heutigen Rollstuhlfahrers gingen, das sein zweites Leben mitfinanziert. Deckarms größter Wunsch ist das Wiedererlangen des eigenständigen Gehens.
Seine Bescheidenheit zeigte sich auch darin, dass Heiner Brand, der als einziger Deutscher als Spieler und Trainer jeweils Weltmeister wurde, größere Geldprämien für seine hohen Auszeichnungen ebenfalls auf dieses Konto ohne mediales Aufsehen direkt weiterleitete!
Als einen seiner emotionalen Höhepunkte seiner langen Laufbahn nannte der Gummersbacher in diesem Zusammenhang den Erhalt des Joachim Deckarm-Preises anlässlich seines Abschiedes als Nationaltrainer in Halle/Westfalen Ende 2011 vor 5.000 Zuschauern, ausgerechnet aus den Händen des für ihn völlig überraschend dort aufgetauchten Namensgebers und Freundes!
Wenn in drei Jahren sein Vertrag beim DHB ausläuft, möchte sich die zurückhaltende und nie arrogant wirkende Lichtgestalt des Handballs aus Gummersbach endlich nur noch der Familie und der schönen Natur widmen. Man konnte regelrecht bei seinen Ausführungen spüren, dass sein Elternhaus ihm die wichtigen Werte des Lebens, wie z.B. Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit, Disziplin, Sauberkeit und vor allem Akribie auf den holprigen Weg des Lebens mitgaben.
Er war es auch, der vor Jahren seinem anderen Freund, Rainer Osmann, als einer der ersten Leute anrief und ihm Mut zusprach, als dieser sich von seinem geliebten Eisenacher Club nach über 40 (!) Jahren Mitgliedschaft trennen musste!
Zum Abschluss wurden Sorgen der Eisenacher Handballinteressierten laut, die von einer eventuellen Sperrung ihrer Halle hörten, falls der Aufstieg in das Oberhaus gelingt. Ein Umzug in die Hallen nach Nordhausen oder Erfurt wäre dann notwendig, während dagegen mit den beiden europäischen (Fast-) Geschenken durch die kürzlich erfolgten Bewilligungen der beiden Arenen für Erfurt und Jena, wo die dortigen Fußballvereine lediglich (noch) in der 3. bzw. 4. Liga vor relativ wenigen Zuschauern spielen, schon ein wenig Glück im Spiel war.….
Vielleicht hilft da ein kurzfristiger Eilantrag der Eisenacher Stadtoberen über die Landeshauptsstadt nach Brüssel, damit in die sich schon seit Jahren im Dornröschenschlaf befindlichen beiden Becker-Löcher in bester Lage am Bahnhofsvorplatz, statt ein bereits vor zwanzig Jahren (!) geplanter Fachmarkt, dafür ein Handball- und Konferenztempel für . Erstligabedingungen gebaut werden kann, wo
Es war übrigens die einzige Frage, die die beiden Prominenten nicht beantworten konnten. Ein richtig interessanter Abend ging leider viel zu schnell vorbei!
Hans-Ullrich Klemm
Autor: redHeiner Brand und Rainer Osmann haben in der Vergangenheit als Akteure und Bundestrainer genügend Episoden sammeln können, von denen sie gern berichteten. Der beiderseitige Rückzug von den Auswahlfunktionen bedeutet für die Haudegen nicht altersgerechter Stillstand, sondern begleitende Unterstützung für den Nachwuchs in Behringen, Bad Langensalza oder für besondere junge Auswahltalente landesweit.
Das Besondere an dieser etwas anderen Gesprächsrunde vor den jungen und bereits etwas älteren Handballfreunden waren die bereitwilligen Antworten der beiden Experten, die zumindest für zwei Jahre gleichzeitig für die Auswahlteams der Frauen und Herren die Verantwortung trugen, wobei mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land, nur 50 km von seinem Zuhause entfernt, bei den Herren natürlich der sportliche Höhepunkt von Heiner Brand erreicht wurde.
Natürlich sind auch in Eisenach die Bilder der überschwänglichen Freudentänze nach Erreichen des Aufstieges in die 1. Bundesliga im Jahr 1997 unter Trainer Osmann nicht vergessen.
Natürlich spricht man zuerst sehr gerne von den schönen Siegen, wenn in die Vergangenheit zurückblickt. Als die Frage aus dem Zuschauerraum nach dem heutigen Befinden des bekannten Gummersbacher Auswahlspielers Joachim Deckarm gestellt wurde, wusste man sofort, dass zu solch einer erfolgreichen Laufbahn auch persönliche Niederlagen und wie in diesem Fall auch regelrechte menschliche Schicksale dazugehören können. Heiner Brand, der 14 Jahre lang die deutsche Auswahl durch alle Klippen führte, wurde da schnell nachdenklich, denn diese eine Szene, die ein bewegendes Leben plötzlich total veränderte, wird immer in seinem Gedächtnis bleiben.
Besonders die nicht mehr ganz so jungen Zuschauer werden sich auch an die schrecklichen und schockierenden Fernsehbilder er erinnern, als dieser Wirbelwind Jo mit der Nummer 11 auf seinen Rücken als Mannschaftskamerad von Heiner Brand fast auf den Tag genau vor 34 Jahren bei einem ganz schlimmen Zusammenprall mit einem gegnerischen Spieler bei einer Europapokal-Begegnung seines bekannten Gummersbacher Vereines im ungarischen Tatabanya fürchterlich mit dem Kopf auf dem harten Boden aufschlug, nachdem er ihm nur ein paar Sekunden vorher den Ball zuspielte! Die niederschmetternde Diagnose lautete damals: schweres Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnquetschungen und Schädelbasisbruch ! Über 130 Tage im Koma liegend bangte damals die Handballwelt um diesen sympathischen und überall beliebten Spieler.
In seinen klaren, ehrlichen und etwas nachdenklich wirkenden Ausführungen zu Deckarms heutigem Leben in einem Saarbrücker Heim für betreutes Wohnen bewies der Handballkaiser Heiner Brand mit seinem berühmten Schnauzbart, welch tolle und zurückhaltende Persönlichkeit er ist. Immer wird er für seinen behinderten Freund da sein und organisierte zusammen mit anderen Freunden und Helfern sowie der Deutschen Sporthilfe schon einige Benefizspiele für ihn, deren Erlöse auf das Konto der Stiftung des heutigen Rollstuhlfahrers gingen, das sein zweites Leben mitfinanziert. Deckarms größter Wunsch ist das Wiedererlangen des eigenständigen Gehens.
Seine Bescheidenheit zeigte sich auch darin, dass Heiner Brand, der als einziger Deutscher als Spieler und Trainer jeweils Weltmeister wurde, größere Geldprämien für seine hohen Auszeichnungen ebenfalls auf dieses Konto ohne mediales Aufsehen direkt weiterleitete!
Als einen seiner emotionalen Höhepunkte seiner langen Laufbahn nannte der Gummersbacher in diesem Zusammenhang den Erhalt des Joachim Deckarm-Preises anlässlich seines Abschiedes als Nationaltrainer in Halle/Westfalen Ende 2011 vor 5.000 Zuschauern, ausgerechnet aus den Händen des für ihn völlig überraschend dort aufgetauchten Namensgebers und Freundes!
Wenn in drei Jahren sein Vertrag beim DHB ausläuft, möchte sich die zurückhaltende und nie arrogant wirkende Lichtgestalt des Handballs aus Gummersbach endlich nur noch der Familie und der schönen Natur widmen. Man konnte regelrecht bei seinen Ausführungen spüren, dass sein Elternhaus ihm die wichtigen Werte des Lebens, wie z.B. Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit, Disziplin, Sauberkeit und vor allem Akribie auf den holprigen Weg des Lebens mitgaben.
Er war es auch, der vor Jahren seinem anderen Freund, Rainer Osmann, als einer der ersten Leute anrief und ihm Mut zusprach, als dieser sich von seinem geliebten Eisenacher Club nach über 40 (!) Jahren Mitgliedschaft trennen musste!
Zum Abschluss wurden Sorgen der Eisenacher Handballinteressierten laut, die von einer eventuellen Sperrung ihrer Halle hörten, falls der Aufstieg in das Oberhaus gelingt. Ein Umzug in die Hallen nach Nordhausen oder Erfurt wäre dann notwendig, während dagegen mit den beiden europäischen (Fast-) Geschenken durch die kürzlich erfolgten Bewilligungen der beiden Arenen für Erfurt und Jena, wo die dortigen Fußballvereine lediglich (noch) in der 3. bzw. 4. Liga vor relativ wenigen Zuschauern spielen, schon ein wenig Glück im Spiel war.….
Vielleicht hilft da ein kurzfristiger Eilantrag der Eisenacher Stadtoberen über die Landeshauptsstadt nach Brüssel, damit in die sich schon seit Jahren im Dornröschenschlaf befindlichen beiden Becker-Löcher in bester Lage am Bahnhofsvorplatz, statt ein bereits vor zwanzig Jahren (!) geplanter Fachmarkt, dafür ein Handball- und Konferenztempel für . Erstligabedingungen gebaut werden kann, wo
Es war übrigens die einzige Frage, die die beiden Prominenten nicht beantworten konnten. Ein richtig interessanter Abend ging leider viel zu schnell vorbei!
Hans-Ullrich Klemm
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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