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Mi, 06:30 Uhr
20.03.2013

nnz-Doku: Normale Realität

In Nordhausen herrsche eine Kultur des Wegschauens. In Nordhausen werden Friedhöfe geschändet und werden Menschen angegriffen. So sieht der Verein Jugend für Dora die Stadt und will etwas dagegen tun. Was und wie - das haben die jungen Leute in einem offenen Brief notiert und laden ein...


Seit vielen Jahren müssen wir in Nordhausen das Entstehen und Wachsen einer militanten Neonaziszene beobachten. Dass 2009 auch noch mehrere Vertreter der NPD in Stadt- und Kreistag einzogen, erscheint dabei nur die absehbare Folge gewesen zu sein. Wirft man einen Blick zurück auf die letzten Jahre, zeigt sich ein Bild der Stadt, welches schon lange nicht mehr akzeptabel ist: Friedhöfe werden geschändet, Fackelmärsche für nationalsozialistische Kriegsverbrecher durchgeführt und immer wieder Menschen angegriffen.

In den letzten Jahren fanden zahlreiche Angriffe durch militante Neonazis statt. Angegriffen wurden dabei völlig verschiedene Menschen; vom Kneipenbesucher über Polizisten bis hin zur Oberbürgermeisterin der Stadt. Das Selbstbewusstsein der Szene in Nordhausen ist so stark, dass am helllichten Tag, auf einem Volksfest auf Bürgermeister Matthias Jendricke eingetreten werden kann und außer einem stillen Aufschrei nichts passiert. All dies ist Realität in unserer Stadt.

Eine Realität, die zur Normalität geworden ist. Wie weit dies auch in die Stadt hinreicht, zeigte sich im September 2012, als offengelegt wurde, dass ein junger Mann aus dem Umfeld der extrem rechten Szene sogar als Auszubildender in der Stadtverwaltung beschäftigt ist.

Die Empörung findet sich zumeist nur in der überregionalen Presse und scheint in der Stadt selbst keine Folgen zu haben. Die erschreckend naive Berichterstattung der Regionalpresse degradiert Menschen, die gegen Neonazis demonstrieren, gleich zu „Linksradikalen“ und schafft damit ein Klima, in dem jedes demokratische Engagement im Vorfeld diskreditiert wird.

Dabei geht es bei Protesten gegen Neonazis doch um nichts weiter als die Verteidigung demokratischer Werte. Wir fragen uns, ob die Menschen in Nordhausen vergessen haben, was hinter Begriffen wie „Neonazi“ steht und welche Ideologie geschmierte Hakenkreuze beinhalten.

Wir können all dies nicht mehr einfach so hinnehmen! Wir wollen nicht weiter zusehen, wie in unserer Stadt eine neonazistische Szene zur wichtigsten Jugendkultur wird und Menschen Angst haben, sich zu engagieren. Durch Gespräche wissen wir, dass es viele Menschen in Nordhausen gibt, die dies ähnlich sehen und an diese wenden wir uns heute.

Wir, Jugend für Dora, möchten alle, die sich gegen Neonazis in Nordhausen engagieren wollen, aufrufen, sich mit uns für eine demokratische, eine offene Stadtkultur ohne Angst einzusetzen. Wir laden euch alle zu einem Vernetzungs- und Kreativtreffen am kommenden Montag (25. März), um 18:30 Uhr in die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ein.

Dort wollen wir mit euch überlegen, was wir gemeinsam auf verschiedenen Wegen gegen die momentanen Zustände unternehmen können. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Autor: red

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Kommentare
Retupmoc
20.03.2013, 07:59 Uhr
Wichtig
Es wird Zeit, das man etwas gegen die "Braunen" unternimmt. Doch von Treffen und Netzwerken ändert sich das nicht. Erst vor ein paar Tagen ist eine der Regierungsparteien (FDP) auf die glorreiche Idee gekommen, keinen Verbotsantrag gegen die NPD zu wollen. Auch die CDU hält sich bedeckt. So wird es auch in Zukunft so sein, dass die Rechten in diesem Land und in dieser Stadt aufmarschieren dürfen. Wer unterstützt das? CDU und FDP. Euer Protest sollte in erster Linie in deren Parteibüros getragen werden.
Wolfi65
20.03.2013, 10:03 Uhr
Voller Rührung
Ich bin durch Ihre Äußerungen @Retupmoc völlig gerührt. Eine völlig legal gewählte Partei wird hier diskreditiert. Zudem wird hier von eigenen Unzulänglichkeiten abgelenkt. Die NPD ist nicht daran Schuld, dass es in diesem Lande von Jahr zu Jahr mehr den Bach herunter geht. PS:Die sogenannten Friedenseinsätze in aller Welt und der Eurowahnsinn inbegriffen.
Retupmoc
20.03.2013, 11:49 Uhr
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