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Fr, 15:20 Uhr
27.02.2004

Zwei Diskussionsrunden

Nordhausen (nnz). Die nnz berichtete gestern über zwei Veranstaltungen. Da ging es um eine Diskussionsrunde in BIC Nordthüringen und um eine eben solche zum Thema Windernergie. Dazu veröffentlicht die nnz zwei Statements von Bündnis90/ Die Grünen im Landkreis Nordhausen.


Kein Recht auf Alleinherrschaft
Es pfiff den Unentwegten, die zum Erhalt der Rüdigsdorfer Schweiz und der Arbeitsplätze im Tourismus vor dem BIC/ Bielen demonstrierend auf den Ministerpräsidenten Dieter Althaus warteten, ein eisiger Wind entgegen. Nicht nur die winterlichen Temperaturen waren daran schuld. Viele Teilnehmer der hochkarätigen Veranstaltung der Wirtschaft im BIC, darunter die Vertreter der Gipsindustrie, erlebten zum wiederholten Male das leidenschaftliche Engagement der Naturschützer und Bündnisgrünen.

Wir brauchen die langfristigen Arbeitsplätze im Tourismus! Wir fordern deshalb Ministerpräsident Althaus auf, endlich und endgültig die Nachmeldung der FFH-Gebiete, so wie von den Fachverbänden, Kommunen und Fachbehörden gefordert, kohärent die Rüdigsdorfer Schweiz nach Brüssel termingerecht nachzumelden. Wir werden nicht locker lassen, so Gisela Hartmann von den Bündnisgrünen. Die Landschaft und die Naturschönheiten erhalten ist das Eine, aber es geht auch um den Erhalt und den Ausbau von langfristigen Arbeitsplätzen im Tourismus in der Region. Dafür werden wir gemeinsam mit allen verantwortungsbewussten Menschen so lange unseren Widerstand mobilisieren, bis endlich die Vernunft gesiegt hat.

Die Rohstoffabbaufirmen haben ihren Platz in unserer Region, aber sie haben nicht das Recht der Alleinherrschaft in der Gipskarstlandschaft, so der Kreisverband Bündnis 90/ Die Grünen.


Kreistag mit Schnellschuß
Als „Schnellschuss“ in die falsche Richtung bezeichnete gestern in der Podiumsdiskussion der Fa. NOI Gisela Hartmann für den Landesverband der Bündnisgrünen in Thüringen den Beschluss des Nordhäuser Kreistages zur Windenergie. Er signalisiert Innovationsfeindlichkeit und Schwächung der Wirtschaftsentwicklung.

Der berechtigte Wunsch der Südharzer, einerseits die visuelle Emission durch technische Bauwerke nicht zuletzt im Interesse der Tourismusentwicklung so landschaftsverträglich wie möglich zu gestalten, und andererseits die gebotene Nutzung der natürlichen Ressource Wind und die zwingende Notwendigkeit, Arbeitsplätze zu schaffen, müssen dazu führen, dass die Politiker dem Instrument der qualifizierten Bürgerforen (Agenda 21) in Zukunft mehr Beachtung schenken.

Die Veranstaltung auf dem Gelände der NOI war ein gelungenes Beispiel eines solchen Bürgerforums. Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit führten eine qualifizierte Diskussion zum Thema Windenergie. Kontroverse Standpunkte wurden gegeneinandergesetzt. Bündnis 90/ Die Grünen fordert den Kreistag zur Rücknahme des Beschlusses auf und erwartet, dass nach der Wahl des neuen Kreistages der Beschluss zum Thema Windenergie von diesem in Zusammenarbeit mit Fachverbänden, Wirtschaft und Öffentlichkeit neu erarbeitet wird.
Gisela Hartmann, Kreisvorstand Bündnis90/ Die Grünen
Autor: nnz

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