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Di, 10:04 Uhr
26.02.2013

Apotheken machen den Tag zur Nacht

Die Thüringer Apotheken planen für Donnerstag, den 28. Februar einen landesweiten Aktionstag, um auf die Unterfinanzierung des Nacht- und Notdienstes aufmerksam zu machen. Wie das "abgehen" soll, das haben die Nordthüringer Onlinezeitungen erfahren...


Ab 12.00 Uhr wird der normale Apothekenbetrieb für eine Stunde auf die Notdienstversorgung umgestellt werden, um ein erstes Signal für den Erhalt der wohnortnahen 24-Stunden-Versorgung mit Arzneimitteln zu setzen.

Den Tag zur Nacht machen - unter diesem Motto zeigen die Apotheken, dass die Finanzierung des 24-Stunden-Notdienstes sichergestellt werden muss. Die Bundesregierung hat diese berechtigte Notwendigkeit bereits 2012 erkannt. Deshalb wurde vom Bundesministerium für Gesundheit eine finanzielle Anerkennung der Apotheken-Dienstbereitschaft bereits für den 1. Januar 2013 fest zugesagt. "Bis zum heutigen Tag folgten auf diese Worte keine zählbaren politischen Taten. Nun fordern die Apotheker durch ihre Protestaktion die Bundesregierung zur Einhaltung der Zusage auf", erklärt Apotheker Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes.

Bundesweit wird täglich in ca. 2000 Apotheken Nacht- und Notdienst geleistet und dadurch durchschnittlich 20.000 Menschen nach den Öffnungszeiten versorgt. In Thüringen stellen täglich bis zu 50 Apotheken die Arzneimittelversorgung im Nacht- bzw. Notdienst sicher.

"Die Apotheke ist berechtigt, einen Zuschlag von 2,50 Euro pro Kunde abzurechnen. Aber bei manchmal nur 10 Kunden oder weniger pro Nachtdienst ist es offensichtlich, dass diese Rechnung nicht aufgehen kann. Summiert sich doch durch Lohn- und Betriebskosten die finanzielle Belastung auf etwa 250 Euro pro Dienst. An Sonn- oder Feiertagen ist die Schräglage noch deutlicher", betont Fink weiter.

"Für mich als Apotheker bedeutet dies eine ganze Nacht in der Apotheke und dann alle 2 bis 3 Stunden ein Patient", berichtet Apothekerin Eleonore Liebetrau. "Aber wenn wir dann doch einmal gebraucht werden, z.B. weil sich die kindliche Schnupfennase als fiebriger Infekt erweist, können wir schnell und sicher helfen. Das gibt ein gutes Gefühl - ohne Frage, aber über betriebswirtschaftliche Aspekte darf ich da nicht nachdenken", so die Apothekerin weiter.

Bisher wird die Dienstbereitschaft gar nicht gesondert honoriert, sie ist als Teil der Arzneimittelpreise grundsätzlich im Sinne einer Mischkalkulation im Arzneimittel eingepreist. "Die indirekte Finanzierung des Apotheken-Notdienstes hat jedoch ein grundsätzliches Problem. Nicht die Apotheke mit den meisten Notdiensten erhält den höchsten Zuschlag, sondern diejenige, die die meisten Arzneimittel abgibt. Dies geht insbesondere zu Lasten der Landapotheken, die besonders viele Dienste machen", erklärt Apotheker Ronald Schreiber, Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen, die für die Organisation des Notdienstes verantwortlich ist.

"Der Notdienst ist eine unverzichtbare Aufgabe der Thüringer Apotheken - das kann auch kein Versandhandel leisten", weiß Liebetrau. "Notfälle sind nicht vorhersehbar, sie können jederzeit eintreten und jeden treffen. Deshalb ist es den Thüringer Apotheken wichtig, Sicherheit in Bezug auf Arzneimittel zu geben – jederzeit und überall. Und diesen Dienst an der Gemeinschaft lassen wir uns nicht kaputt sparen", so Liebetrau abschließend.
Autor: red

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