eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mi, 09:38 Uhr
06.02.2013

Neben(sächliche) Kosten

Die nnz und ihre Leser hatten sich in den vergangenen Wochen mitunter kritisch mit dem Neubau einer Kulturbibliothek auseinander gesetzt. Dabei ging es in erster Linie um die Kosten der Investition. Jetzt wollen wir die Kosten beleuchten, die nach der Fertigstellung auf uns alle zukommen...

Was kostet das alles? (Foto: nnz) Was kostet das alles? (Foto: nnz)
Na klar, es können erst einmal nur prognostische Angaben sein, die da aufgemacht werden. Und so erfuhr die nnz auf mehrfacher Nachfrage erst in dieser Woche, wie die Kosten für die Kulturelle Heimstadt in der Nähe des Rathauses anzusiedeln seien? Übrigens: Die nnz hatte bereits vor einem Jahr diesbezüglich nachgefragt und 52 Wochen lang keine Antwort erhalten.

Also zu den Kosten: Für das kommende Jahr werden seitens der Stadtverwaltung rund 100.000 Euro an Betriebskosten für den Monumentalbau eingeplant. Davon sind 60.000 Euro für Heizung und Elektroenergie vorgesehen, danach kommen Kosten für Wartungsverträge der technischen Anlagen, die mit rund 25.000 Euro veranschlagt sind.

Die Nordhäuser Stadtverwaltung weist darauf hin, dass der Betrieb je Quadratmeter Nutzfläche deutlich günstiger sei als die Hagelstange-Bibliothek, da das neue Gebäude den Niedrigenergiestandard erfülle. Nicht erwähnt in der Argumentation ist der Fakt, dass die bibliophile Nutzfläche in der neuen wesentlich größer als in der bisherigen Bibliothek sein wird.


Dr. Klaus Zeh im Interview mit nnz-tv


Gegen die 100.000 Euro an Betriebskosten rechnen die Verwalter die Nutzungsgebühren, die durch die Vermietung von Stellplätzen in der Tiefgarage sowie durch die Vermietung des Saals entstehen. Und außerdem gebe es keine Kosten in der Nebelungstraße mehr, vielmehr soll die Immobilie verkauft werden.

Weiter zur Flohburg: Hier werden für das kommende Jahr, also für 2014, Betriebskosten in Höhe von etwa 42.000 Euro erwartet, wobei auch hier der "dickste" Brocken für Energie und Heizung "draufgeht". Für die tatsächliche Abrechnung des zweiten Halbjahrs 2012 und die für dieses Jahr geplanten Kosten gibt es keine Aussagen aus dem Rathaus.

Nun lässt sich aber auch über Sinn oder Unsinn der "Aufpeppung" der Flohburg trefflich streiten. Wissen muss man aber eben, dass die Stadt Nordhausen mit dem Tabakspeicher über ein Museum verfügte und verfügt, dessen museale Fläche größer als die der Flohburg sein soll. Bei der Erweiterung der Ausstellung vor vielen Jahren soll die Stadt Nordhausen einmal 20.000 DM investiert haben. Die Vitrinen oder die Alarmanlage zum Beispiel seien von einer in Nordhausen bekannten Stiftung.

Der Mietvertrag im Tabakspeicher wurde per Stadtratsbeschluss um zehn Jahre verlängert. Man hört, dass pro Jahr 25.000 Euro gezahlt werden sollen. Das erscheint mit einer Viertel Million Euro für die gesamte Laufzeit auf den ersten Blick viel, ist aber nur ein Zwanzigstel der Investitionskosten für die neue Flohburg, die sich unsere Stadtväter und -mütter ebenfalls geleistet hatten.

Zum Schluss der Blick in Richtung Nordhausen-Ost: Hier wurde im vergangenen Jahr das neue Regenbogenhaus übergeben. Die Höhe der Investitionskosten ist im Archiv der nnz nachzulesen. Die Höhe der jährlichen Betriebskosten mit knapp 20.000 Euro ist neu. Vergessen wollen wir auch den "etwas" zu groß geratenen neuen Kindergarten in Bielen nicht. Nach diesen Betriebskosten wollen wir erst gar nicht nachfragen, die Explosion der damaligen Baukosten ist hinlänglich bekannt.

Alles zusammen - so raunen es viele Menschen, die es wissen - Prestige-Projekte der Stadtführung, die - auch das muss gesagt werden - bis auf wenige Ausnahmen kritiklos und ohne Nachfragen des Stadtrates durchgebracht wurden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
altmeister
06.02.2013, 12:31 Uhr
Hausfrauenrechnen
Auch wenn dies gern unter dem Aspekt "Hausfrauenrechnen" belächelt wird, so sollte der Aufwand für Pflege und Reinigung nicht vergessen werden. Ob es nun die Tiefgarage ist, welche durch die Nutzung verschmutzt wird, oder die um einen beträchtlichen Teil größeren Flächen, welche nicht mit Filzpantoffeln betreten werden oder gar die riesige, teils sogar nach vorn geneigte Glasfläche (die dadurch nicht gerade einfach zu reinigen ist), alles verursacht Unterhaltskosten.

Dass die Geschichte Niedrigenergiehaus nur funktioniert, wenn alle Fenster und Türen geschlossen bleiben, der Luftaustausch über Wärmetauscher erfolgen muss, das wird mit allen, auch nachfolgenden, Kosten gern vergessen. Im Verhältnis zur alten Bibliothek kommen dann noch die Kosten für die Klimatisierung dazu, einmal der Himmelgartenbibliothek und, bedingt durch die Glasflächen, des Gebäudes an sich.
Ob wir hier die tatsächlichen Zahlen zu lesen bekommen ist schon fraglich. Da wird immer gern "schön" gerechnet.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)