Fr, 16:37 Uhr
23.03.2001
Auch Nordhäuser Beamte bauten gemeinsam Wohnungen
Nordhausen (nnz). Mit der Gründung des "Nordhäuser Spar- und Bauvereins" 1901 war der Anfang des genossenschaftlichen Wohnens in Nordhausen gemacht. Mit dem genossenschaftlichen Wohnen sollte vor allem die soziale Lage der arbeitenden Bevölkerung verbessert werden.
Der Erfolg dieser neuen Form des Wohnungsbaus griff noch in der ersten Dekade des vergangenen Jahrhunderts auch auf anderen Berufsgruppen über. Eine von ihnen war die Gruppe der Beamten. Der "Beamten-Wohnungs-Verein zu Nordhausen eGmbH" wurde mit dem Zweck gegründet, Wohnungen für Beamte zu schaffen. Die Eintragung beim Amtsgericht Nordhausen erfolgte am 2. Februar 1909. Da die Beamten relativ sichere Einkünfte hatten und aufgrund ihrer Stellung Kleinwohnungen nicht standesgemäß waren, wurden diese Wohnungen schon relativ geräumig und modern gebaut. Zeugnis davon sind die fünf Häuser in der Förstemannstraße 10, 12, 14, 16 und die Jahnstraße 53. Diese fünf Häuser mit insgesamt 33 Wohnungen waren der zweiten Genossenschaft in Nordhausen nach dem Bombenangriff am 4. April 1945 von ehemals 27 Häusern und 132 Wohnungen geblieben und auch diese waren stark beschädigt. Unter diesen Verhältnissen konnte der Beamten-Wohnungs-Verein an eine Wiedereinrichtung der zerstörten Häuser nicht denken.
Zwölf Jahre nach der Gründung des Beamten-Wohnungs-Vereins wurde eine dritte Genossenschaft in der Rolandstadt ins Leben gerufen: Die "Siedlungs- und Baugenossenschaft für Nordhausen eGmbH" (Siebano). Die gerichtliche Eintragung erfolgte 1921. Die Gründung der Siebano war die unmittelbare Folge des Ersten Weltkrieges. Nach dem Weltkrieg machte sich wie in vielen anderen deutschen Städten auch in Nordhausen eine große Wohnungsnot bemerkbar. Zahlreiche Flüchtlinge aus Ost und West hatten sich in der Stadt am Harz niedergelassen und mußten mit Wohnungen versorgt werden. Da es in Nordhausen bereits zwei Genossenschaften gab, sollte mit der Siebano eine reine Eigenheimgenossenschaft etabliert werden. Der Geschäftsanteil und die Haftsumme beliefen sich deshalb auf stolze 1.000 Reichsmark. Zunächst wurde Bauland erworben, und zwar in der Unterstadt auf der Bleiche, einem ehemaligen Schuttabladeplatz und in der Oberstadt. Wohnungsbaustandort war der sogenannte "Heringsschwanz", zwischen der Karolingerstraße und dem Heinrichsweg. Hier entstand ein ausschließliches Eigenheimviertel, wo die Grundstücke im Erbbaurecht vergeben wurden.
In der Folgezeit wurden auf Wunsch der Stadt Nordhausen jedoch auch Mietwohnungen gebaut, die qualitativ hohen Ansprüchen genügten. So entstanden zum Beispiel die schönen Zweifamilienhäuser in der Bochumer Straße (ehem. Steinstraße). Die rege Bautätigkeit von 1926 bis 1928 und im einzelnen danach veränderte die "Bleiche" und manches schmucke Haus trägt den Gedenkstein der Jahrtausendfeier unserer Stadt - "1927".
Aus der Siebano, dem Nordhäuser Spar- und Bauverein und dem "Beamten-Wohnungs-Verein" ging die "Nordhäuser Baugenossenschaft eGmbH" hervor. Die Verschmelzung der Siebano mit der Nordhäuser Baugenossenschaft erfolgte am 1. Januar 1954.
Autor: nnzDer Erfolg dieser neuen Form des Wohnungsbaus griff noch in der ersten Dekade des vergangenen Jahrhunderts auch auf anderen Berufsgruppen über. Eine von ihnen war die Gruppe der Beamten. Der "Beamten-Wohnungs-Verein zu Nordhausen eGmbH" wurde mit dem Zweck gegründet, Wohnungen für Beamte zu schaffen. Die Eintragung beim Amtsgericht Nordhausen erfolgte am 2. Februar 1909. Da die Beamten relativ sichere Einkünfte hatten und aufgrund ihrer Stellung Kleinwohnungen nicht standesgemäß waren, wurden diese Wohnungen schon relativ geräumig und modern gebaut. Zeugnis davon sind die fünf Häuser in der Förstemannstraße 10, 12, 14, 16 und die Jahnstraße 53. Diese fünf Häuser mit insgesamt 33 Wohnungen waren der zweiten Genossenschaft in Nordhausen nach dem Bombenangriff am 4. April 1945 von ehemals 27 Häusern und 132 Wohnungen geblieben und auch diese waren stark beschädigt. Unter diesen Verhältnissen konnte der Beamten-Wohnungs-Verein an eine Wiedereinrichtung der zerstörten Häuser nicht denken.
Zwölf Jahre nach der Gründung des Beamten-Wohnungs-Vereins wurde eine dritte Genossenschaft in der Rolandstadt ins Leben gerufen: Die "Siedlungs- und Baugenossenschaft für Nordhausen eGmbH" (Siebano). Die gerichtliche Eintragung erfolgte 1921. Die Gründung der Siebano war die unmittelbare Folge des Ersten Weltkrieges. Nach dem Weltkrieg machte sich wie in vielen anderen deutschen Städten auch in Nordhausen eine große Wohnungsnot bemerkbar. Zahlreiche Flüchtlinge aus Ost und West hatten sich in der Stadt am Harz niedergelassen und mußten mit Wohnungen versorgt werden. Da es in Nordhausen bereits zwei Genossenschaften gab, sollte mit der Siebano eine reine Eigenheimgenossenschaft etabliert werden. Der Geschäftsanteil und die Haftsumme beliefen sich deshalb auf stolze 1.000 Reichsmark. Zunächst wurde Bauland erworben, und zwar in der Unterstadt auf der Bleiche, einem ehemaligen Schuttabladeplatz und in der Oberstadt. Wohnungsbaustandort war der sogenannte "Heringsschwanz", zwischen der Karolingerstraße und dem Heinrichsweg. Hier entstand ein ausschließliches Eigenheimviertel, wo die Grundstücke im Erbbaurecht vergeben wurden.
In der Folgezeit wurden auf Wunsch der Stadt Nordhausen jedoch auch Mietwohnungen gebaut, die qualitativ hohen Ansprüchen genügten. So entstanden zum Beispiel die schönen Zweifamilienhäuser in der Bochumer Straße (ehem. Steinstraße). Die rege Bautätigkeit von 1926 bis 1928 und im einzelnen danach veränderte die "Bleiche" und manches schmucke Haus trägt den Gedenkstein der Jahrtausendfeier unserer Stadt - "1927".
Aus der Siebano, dem Nordhäuser Spar- und Bauverein und dem "Beamten-Wohnungs-Verein" ging die "Nordhäuser Baugenossenschaft eGmbH" hervor. Die Verschmelzung der Siebano mit der Nordhäuser Baugenossenschaft erfolgte am 1. Januar 1954.

