eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Sa, 12:24 Uhr
22.12.2012

Jauchzet, frohlocket!

Gestern berichtete nnz über das Weihnachtsoratorium, das am Donnerstag in der St. Blasii-Kirche von der Nordhäuser Kantorei aufgeführt wurde. Der Autor jenes Beitrags räumte ein, für eine qualifizierte Rezension nicht ausreichend kompetent zu sein. Christel Laude besitzt diese Kompetenz und rezensiert die Aufführung nachfolgend aus ihrer Sicht...


Einer langen Tradition folgend, erklang auch in diesem Jahr am Donnerstag vor Heiligabend das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in der Blasii Kirche Nordhausen. Tradition bewahren und trotzdem etwas Neues wagen - diesem Gedanken folgend, hatte Kantor Michael Kremzow diesmal die Auswahl der Kantaten getroffen. Aus den sechs Teilen des Weihnachtsoratoriums, die das Geschehen vom ersten Weihnachtstag bis Epiphanias am 6. Januar zum Inhalt haben, erklangen der erste und der vierte.

Dazu war die Kantate BWV 63, die nicht Bestandteil des Weihnachtsoratoriums ist, aber ebenfalls dem ersten Weihnachtstag gewidmet ist, zu hören. So ergab sich von der freudigen Erzählung über die Geburt Jesus-Christus „Jauchzet, frohlocket! Auf preiset die Tage“ in der ersten Kantate über die Namensgebung am Neujahrstag „Fallt mit Loben, fallt mit Danken“ in der vierten bis hin zur Lobpreisung des einzigartigen Ereignisses der Geburt des Kindes, das für alle Ewigkeit in Metall und Marmorstein festgehalten, „geätzt“ werden soll, in der angefügten Kantate „Christen, ätzet diesen Tag in Metall und Marmorsteine!“ ein in sich stimmiges Ganzes. Die musikalische Umsetzung dieses Inhaltes überzeugte die Zuhörer.
Weihnachtsoratorium in St. Blasii (Foto: Kh. Theus)
Weihnachtsoratorium in St. Blasii (Foto: Kh. Theus)
Weihnachtsoratorium in St. Blasii (Foto: Kh. Theus)
Weihnachtsoratorium in St. Blasii (Foto: Kh. Theus)
Weihnachtsoratorium in St. Blasii (Foto: Kh. Theus)
Weihnachtsoratorium in St. Blasii (Foto: J. Seifert)
Bereits der Eingangschor mit der Nordhäuser Kantorei ließ aufhorchen. Im Tempo recht frisch zeugte er von Sangesfreude und strahlte festlichen Glanz aus. Tenor Sebastian Hübner führte als Evangelist sicher durch das Werk, Viola Kremzow glänzte mit der Alt-Arie „Bereite dich, Zion“. Würdevoll hoben sich die Choräle heraus, waren Ruhepunkte im musikalischen Geschehen. Ein besonderes Hörerlebnis boten in der vierten Kantate die so genannte Echo-Arie mit Eike K. Dyck (Sopran) und dem wunderbar klaren Echo-Sopran Ricarda Knab aus dem Kantoreichor sowie der Zwiegesang mit Florian F. Götz (Bass) und dem Kinderchor von St. Blasii, der hier sowohl akustisch und optisch als auch inhaltlich im Mittelpunkt stand. Wohltuend war der Gesang der Kinder zudem, zeugt er doch von einem behutsamen und sachgemäßen Umgang mit der kindlichen Stimme.

In der stimmungsvollen abschließenden Kantate, tiefgründig im Programmheft von Anne-Kristin Schmidt erläutert, was hier nicht wiederholt werden muss, kam den Solisten die Aufgabe der Textvermittlung zu, während der Chor die beiden Ecksätze gestaltete, die im Charakter dem Eingangschor ähnlich sind, und das Werk schließlich mit der Hoffnung endet, „das Ereignis der Weihnacht mit Dankbarkeit und Freude“ anzunehmen.
Für die Aufführung dieses musikalischen Monumentes standen dem Kantor neben seinem starken Kantoreichor, dem Kinderchor und den 4 genannten Solisten mit dem Mitteldeutschen Kammerorchester hervorragende Instrumentalisten zur Verfügung.

Virtuos, vor allem die Trompeten, aber auch Violinen, Oboe und Pauke, bestachen sie an Solostellen, vermochten aber ebenso stilvoll und einfühlsam die Gesänge zu begleiten.

Souverän führte Michael Kremzow Orchester, Chöre und Solisten und überreichte so dem begeisterten, lang applaudierendem Publikum ein musikalisches Präsent zur Weihnachtszeit.
Christel Laude
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)