Mo, 06:29 Uhr
17.12.2012
Blackout - was dann? (Teil 6)
Geht die Welt am 21. Dezember, also in wenigen Tagen unter? Für die Mayas ging ihr damaliger Zyklus zumindest danach nicht mehr weiter, ein neuer sollte beginnen. Was aber passiert, wenn in Nordhausen und in der gesamten Region flächendeckend für drei oder mehr Tage der Strom ausfällt? Diese Fragen wollen wir heute denen stellen, die den Strom "machen"...
Auch bei der Energieversorgung Nordhausen (EVN) sollten die Handlungsrichtlinien nach außen und nach innen unterschieden werden. Zuerst das Innenverhältnis. Kommt es zu einem großflächigen Stromausfall, sollten zum Beispiel die beiden 110-kV-Leitungen betroffen sein, die im Süden und im Norden von Nordhausen einspeisen, dann ist erst einmal ziemliches "Dunkel" angesagt. Im Betriebsgelände der Nordhäuser Energieversorgung springt das große Notstromaggregat an und versorgt das "Hirn" des Netzes, die zentrale Netzleitstelle, mit Strom. Die ist unter anderem dafür zuständig, dass die drei Blockheizkraftwerke (BHKW) in Nordhausen auch in solch einem Fall gesteuert werden können.
Allerdings ist nur das BHKW MItte für einen so genannten Inselbetrieb ausgelegt und: der wurde noch nie getestet. Die Leistung des BHKW von 6,5 Megawatt reicht jedoch bei weitem nicht aus, um die komplette Stadt Nordhausen zu versorgen, die aktuell mit rund 34 Megawatt "zieht".
"Dann beginnt für unsere Mitarbeiter das Szenario, was jeder eigentlich nicht in der Realität durchstehen will. Wir müssen in Abstimmung mit Verwaltungen, Behörden und anderen Institutionen optimale Versorgungsstrecken auswählen", berichtet der technische Geschäftsführer der EVN, Rolf Göppel, im Gespräch mit der nnz.
Denkbar wäre eine Versorgungsstrecke vom Schlachthofplatz aus in Richtung Süden. Dort befinden sich zum Beispiel ein Einkaufsmarkt mit Apotheke und eine Tankstelle, lebenswichtige Einrichtungen.
Neben der Aufrechterhaltung der Stromerzeugung ist seitens des Nordhäuser Energieversorgers besonderes Augenmerk auf die Produktion von Fernwärme zu legen - sprich: die Pumpen müssen laufen. Glück also für die Menschen mit Fernwärmeanschluss, Pech für die mit Gasheizung, deren Pumpen und Steuereinheiten bekannterweise Strom zum "Laufen" benötigen.
Was aber ist der Versorgung von Erdgas? Die ist Angaben der EVN zufolge gesichert. Schließlich kommt das Gas aus Norwegen oder Rußland an der deutschen Übergabestelle mit 84 bar an und wird dann "runtergeregelt". Nicht auszudenken ist die Katastrophe, wenn durch irgendwelche Einflüsse kein Gas mehr ansteht. Dann tritt ein Plan in Kraft, dessen Realisierung allein in Nordhausen mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Diese Zeit wird gerechnet von dem Moment an, da selbst nach einem Tag Totalausfall benötigt wird, um Nordhausen wieder zu versorgen.
Rolf Göppel erinnert sich an die Umstellung des EVN-Systems von Stadtgas auf Erdgas in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Damals benötigten die Fachleute rund 16 Wochen.
Damit ist diese kleine nnz-Serie beendet. Wir wollten damit keine Panik verbreiten, wollten einfach mal nur aufzeigen, wie kompliziert und sensibel ein System geworden ist, das sich in eine totale Abhängigkeit von Energie begibt. Wir wollten aber auch aufzeigen, dass alles Mögliche getan wird, um mit außergewöhnlichen Situationen zurecht zu kommen.
Autor: redAuch bei der Energieversorgung Nordhausen (EVN) sollten die Handlungsrichtlinien nach außen und nach innen unterschieden werden. Zuerst das Innenverhältnis. Kommt es zu einem großflächigen Stromausfall, sollten zum Beispiel die beiden 110-kV-Leitungen betroffen sein, die im Süden und im Norden von Nordhausen einspeisen, dann ist erst einmal ziemliches "Dunkel" angesagt. Im Betriebsgelände der Nordhäuser Energieversorgung springt das große Notstromaggregat an und versorgt das "Hirn" des Netzes, die zentrale Netzleitstelle, mit Strom. Die ist unter anderem dafür zuständig, dass die drei Blockheizkraftwerke (BHKW) in Nordhausen auch in solch einem Fall gesteuert werden können.
Allerdings ist nur das BHKW MItte für einen so genannten Inselbetrieb ausgelegt und: der wurde noch nie getestet. Die Leistung des BHKW von 6,5 Megawatt reicht jedoch bei weitem nicht aus, um die komplette Stadt Nordhausen zu versorgen, die aktuell mit rund 34 Megawatt "zieht".
"Dann beginnt für unsere Mitarbeiter das Szenario, was jeder eigentlich nicht in der Realität durchstehen will. Wir müssen in Abstimmung mit Verwaltungen, Behörden und anderen Institutionen optimale Versorgungsstrecken auswählen", berichtet der technische Geschäftsführer der EVN, Rolf Göppel, im Gespräch mit der nnz.
Denkbar wäre eine Versorgungsstrecke vom Schlachthofplatz aus in Richtung Süden. Dort befinden sich zum Beispiel ein Einkaufsmarkt mit Apotheke und eine Tankstelle, lebenswichtige Einrichtungen.
Neben der Aufrechterhaltung der Stromerzeugung ist seitens des Nordhäuser Energieversorgers besonderes Augenmerk auf die Produktion von Fernwärme zu legen - sprich: die Pumpen müssen laufen. Glück also für die Menschen mit Fernwärmeanschluss, Pech für die mit Gasheizung, deren Pumpen und Steuereinheiten bekannterweise Strom zum "Laufen" benötigen.
Was aber ist der Versorgung von Erdgas? Die ist Angaben der EVN zufolge gesichert. Schließlich kommt das Gas aus Norwegen oder Rußland an der deutschen Übergabestelle mit 84 bar an und wird dann "runtergeregelt". Nicht auszudenken ist die Katastrophe, wenn durch irgendwelche Einflüsse kein Gas mehr ansteht. Dann tritt ein Plan in Kraft, dessen Realisierung allein in Nordhausen mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Diese Zeit wird gerechnet von dem Moment an, da selbst nach einem Tag Totalausfall benötigt wird, um Nordhausen wieder zu versorgen.
Rolf Göppel erinnert sich an die Umstellung des EVN-Systems von Stadtgas auf Erdgas in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Damals benötigten die Fachleute rund 16 Wochen.
Damit ist diese kleine nnz-Serie beendet. Wir wollten damit keine Panik verbreiten, wollten einfach mal nur aufzeigen, wie kompliziert und sensibel ein System geworden ist, das sich in eine totale Abhängigkeit von Energie begibt. Wir wollten aber auch aufzeigen, dass alles Mögliche getan wird, um mit außergewöhnlichen Situationen zurecht zu kommen.


