Di, 10:17 Uhr
27.01.2004
Die Talfahrt ist gestoppt, aber...
Nordhausen/Erfurt (nnz). Bei den Thüringer Firmenchefs überwiegen wieder Optimismus und Zuversicht. Doch die Pflänzchen seien noch sehr anfällig, schlussfolgert die IHK und beruft sich auf eine Konjunkturumfrage, die nnz vorstellt.
Nach den ersten Reformschritten Ende 2003 rechnet die Wirtschaft mit einer Konsolidierung. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 1.012 Thüringer Unternehmen. Es geht aufwärts, so viel steht fest - aber viel langsamer als gewünscht und natürlich nicht ohne Risiken: Der hohe Euro macht den Exportfirmen zu schaffen, die Binnennachfrage liefert kaum Impulse und weitere Reformschritte der rot-grünen Bundesregierung sind wenig kalkulierbar. Eine leichte Erholung ist das wahrscheinlichste Szenario für das Jahr 2004. Triebfeder der Konjunktur bleibt die Industrie.
Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, erreicht 132 von 200 möglichen Prozentpunkten und steigt um 9 Punkte zur vorhergehenden Analyse. Für die befragten Manager ist das Glas wieder halb voll und nicht mehr halb leer - symptomatisch für den Stimmungsumschwung in der Wirtschaft, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser das immerhin beste Ergebnis seit drei Jahren. So würden 81 Prozent der Firmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut bzw. befriedigend beurteilen.
Damit der Optimismus nicht verpufft, sei nun die Politik gefordert. Die jüngsten Reformen dürften nur ein erster Anfang sein. Unter dem unberechenbaren Agieren der rot-grünen Bundesregierung leide vor allem die Investitionsneigung. Die Unternehmer wissen nicht, welche Belastungen auf sie zukommen, und haben daher keine Planungssicherheit, so Grusser. Der vom Vermittlungsausschuss ausgehandelte Kompromiss habe den Betrieben wenig gebracht.
Im Gegenteil: Für die einmalig kleine Entlastung aller Steuerzahler von 636 Mio. Euro in diesem Jahr büßten die Unternehmer mit dauerhaften neuen Steuerverschärfungen - bei der Erbschaftssteuer, bei Veräußerungsgewinnen, durch schlechtere Abschreibungsmöglichkeiten, Mindestbesteuerung und bei der sog. Gesellschafter-Fremdfinanzierung.
Die Jobmaschine springt nicht an. Lediglich 9 Prozent wollen neue Leute einstellen, jede dritte Firma dagegen Stellen streichen, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. Trübe Aussichten für den Arbeitsmarkt. Wenn der Reformzug nicht bald schneller rollt, werde der positive psychologische Impuls in Frustration umschlagen und die zaghafte Konjunkturbelebung ersticken.
Dennoch: In der Industrie sind die Weichen auf Wachstum gestellt. Das Branchenbarometer zeigt nach oben. 89 Prozent der Unternehmen arbeiten inzwischen mit Gewinn oder zumindest kostendeckend. Die Kapazitätsauslastung hat sich verbessert. Gestiegene Auftragseingänge stimmen für die nächsten Monate optimistisch, dass der positive Trend weiter anhält. Mit einem Plus von rund 15 Prozent verbuchten die Investitionsgüterproduzenten den größten Umsatzzuwachs. Die Auslandsumsätze stiegen um ca. 7 Prozent. Auch die Stimmung im Baugewerbe hellt sich endlich auf. Nur noch 17 Prozent der befragten Unternehmer geben für die nächsten Monate ein Negativurteil ab. Gewinnsituation und Auftragslage haben sich bereits verbessert.
Schwachstelle bleibt der verhaltene private Konsum. Mit ungebremstem Sparwillen trotzen die Verbraucher den vielfältigen Billigangeboten und Rabattschlachten der Einzelhändler. So laufen bei fast jedem zweiten Befragten die Geschäfte schlecht und die Gewinne sind weiter zurückgegangen. Die Konsumenten können ihre finanziellen Belastungen noch nicht überschauen und drehen jeden Euro zweimal um.
So herrscht auch im Thüringer Gastgewerbe weiterhin Katerstimmung. Im letzten Jahr musste die Branche rund 7 Prozent Umsatzverlust verkraften. In der Konsequenz verloren fast 6 Prozent der Beschäftigten ihren Job. Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher bleibt auch im Jahr 2004 die Achillesferse der wirtschaftlichen Entwicklung.
Autor: nnzNach den ersten Reformschritten Ende 2003 rechnet die Wirtschaft mit einer Konsolidierung. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 1.012 Thüringer Unternehmen. Es geht aufwärts, so viel steht fest - aber viel langsamer als gewünscht und natürlich nicht ohne Risiken: Der hohe Euro macht den Exportfirmen zu schaffen, die Binnennachfrage liefert kaum Impulse und weitere Reformschritte der rot-grünen Bundesregierung sind wenig kalkulierbar. Eine leichte Erholung ist das wahrscheinlichste Szenario für das Jahr 2004. Triebfeder der Konjunktur bleibt die Industrie.
Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, erreicht 132 von 200 möglichen Prozentpunkten und steigt um 9 Punkte zur vorhergehenden Analyse. Für die befragten Manager ist das Glas wieder halb voll und nicht mehr halb leer - symptomatisch für den Stimmungsumschwung in der Wirtschaft, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser das immerhin beste Ergebnis seit drei Jahren. So würden 81 Prozent der Firmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut bzw. befriedigend beurteilen.
Damit der Optimismus nicht verpufft, sei nun die Politik gefordert. Die jüngsten Reformen dürften nur ein erster Anfang sein. Unter dem unberechenbaren Agieren der rot-grünen Bundesregierung leide vor allem die Investitionsneigung. Die Unternehmer wissen nicht, welche Belastungen auf sie zukommen, und haben daher keine Planungssicherheit, so Grusser. Der vom Vermittlungsausschuss ausgehandelte Kompromiss habe den Betrieben wenig gebracht.
Im Gegenteil: Für die einmalig kleine Entlastung aller Steuerzahler von 636 Mio. Euro in diesem Jahr büßten die Unternehmer mit dauerhaften neuen Steuerverschärfungen - bei der Erbschaftssteuer, bei Veräußerungsgewinnen, durch schlechtere Abschreibungsmöglichkeiten, Mindestbesteuerung und bei der sog. Gesellschafter-Fremdfinanzierung.
Die Jobmaschine springt nicht an. Lediglich 9 Prozent wollen neue Leute einstellen, jede dritte Firma dagegen Stellen streichen, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. Trübe Aussichten für den Arbeitsmarkt. Wenn der Reformzug nicht bald schneller rollt, werde der positive psychologische Impuls in Frustration umschlagen und die zaghafte Konjunkturbelebung ersticken.
Dennoch: In der Industrie sind die Weichen auf Wachstum gestellt. Das Branchenbarometer zeigt nach oben. 89 Prozent der Unternehmen arbeiten inzwischen mit Gewinn oder zumindest kostendeckend. Die Kapazitätsauslastung hat sich verbessert. Gestiegene Auftragseingänge stimmen für die nächsten Monate optimistisch, dass der positive Trend weiter anhält. Mit einem Plus von rund 15 Prozent verbuchten die Investitionsgüterproduzenten den größten Umsatzzuwachs. Die Auslandsumsätze stiegen um ca. 7 Prozent. Auch die Stimmung im Baugewerbe hellt sich endlich auf. Nur noch 17 Prozent der befragten Unternehmer geben für die nächsten Monate ein Negativurteil ab. Gewinnsituation und Auftragslage haben sich bereits verbessert.
Schwachstelle bleibt der verhaltene private Konsum. Mit ungebremstem Sparwillen trotzen die Verbraucher den vielfältigen Billigangeboten und Rabattschlachten der Einzelhändler. So laufen bei fast jedem zweiten Befragten die Geschäfte schlecht und die Gewinne sind weiter zurückgegangen. Die Konsumenten können ihre finanziellen Belastungen noch nicht überschauen und drehen jeden Euro zweimal um.
So herrscht auch im Thüringer Gastgewerbe weiterhin Katerstimmung. Im letzten Jahr musste die Branche rund 7 Prozent Umsatzverlust verkraften. In der Konsequenz verloren fast 6 Prozent der Beschäftigten ihren Job. Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher bleibt auch im Jahr 2004 die Achillesferse der wirtschaftlichen Entwicklung.


