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Fr, 10:40 Uhr
23.11.2012

Thüringer Mediengespräch

Auf Einladung der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und der Landeszentrale für politische Bildung (LZT) versammelten sich gestern 60 Interessierte aller Generationen im Bürgersaal, um über Bürgermedien zu diskutieren.

Für den leider kurzfristig erkrankten Direktor der TLM hielt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Angelika Füting ein kurzes Impulsreferat, in dem sie auf die Verbreitung und Nutzung der neuen Medien einging und mit ihren Ausführungen die Grundlage für einen äußerst kommunikativen Abend schuf.

mediengespräch (Foto: okn) mediengespräch (Foto: okn)

Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh im Gespräch mit dem Moderator des Thüringer Mediengesprächs Mario Ruß

Im sehr gut gefüllten Bürgersaal des Nordhäuser Rathauses war es dem Hausherrn Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh vorbehalten, im Gespräch mit dem souveränen Moderator des Abends und langjährigen Radiomacher im OKN Mario Ruß der Frage nachzugehen, wie die Nutzung der neuen Medien sein eigenes Leben verändert hat. Dr. Zeh, der als einer der Gründerväter des Thüringer Bürgerfunks gelten kann, erzählte locker und sympathisch von seiner Annäherung an die sozialen Netzwerke und vom Nutzen bzw. den Gefahren, die er darin sieht.

Dann versammelte sich auf dem Podium ein ebenso illustre wie kompetente Runde von regionalen Mediensachverständigen. Die Germanistin und Medienwissenschaftlerin Sylvia Spehr, der Journalist und Herausgeber der nnz online Peter Stefan Greiner, der Inhaber einer Filmproduktionsfirma Harald Mohr und der Internetblogger und technikaffine OKN-Radiomacher Dirk Daniel tauschten sich über Wertigkeit und Wichtigkeit der Medien für unser Leben aus. Dabei ging es um die Art und Weise wie Informationen aufgearbeitet werden und wenn ja warum und für wen und wie wir persönlich damit umgehen.

mediengespräch (Foto: okn) mediengespräch (Foto: okn)

Interessierte Gäste lauschen den Ausführungen der Podiumsrunde

So erfuhren die aufmerksamen Nordhäuserinnen und Nordhäuser gestern auch aus erster Hand über das Scheitern des Nordthüringer Fernsehens NTF. Die Lizenz zum Senden in Nordthüringen wurde an die TLM zurückgegeben, weil sich keine potenten Geldgeber für den Betrieb eines Regionalfernsehens fanden.

Sind die klassischen Printmedien heute nicht mehr zeitgemäß oder müssen sie sich eher einem gründlichen Paradigmenwechsel unterziehen und ihre Aufgaben neu definieren? Diese Frage trieb die Runde ebenso um wie die notwendige Vermittlung von Medienkompetenz an die Kinder, aber auch an Eltern, die oftmals den neusten technischen Entwicklungen weit hinterherhinken und nicht mehr wissen, wie ihre Sprösslinge gerade kommunizieren.

mediengespräch (Foto: okn) mediengespräch (Foto: okn)

Experten für regionale Medien unter sich. Von links nach rechts: Sylvia Spehr, Peter Stefan Greiner, Dr. Klaus Zeh, Mario Ruß, Dirk Daniel und Harald Mohr

Viel Lob erfuhren in der Diskussion immer wieder die Angebote und die Mitarbeiter des Offenen Kanals in Nordhausen, der sich zu einem unverzichtbaren Zentrum sozialer Kontakte und einer wichtigen regionalen Informationsquelle entwickelt hat. Überhaupt war der Meinungsaustausch lebhaft, die Beiträge auch aus Reihen der Gäste zahlreich und am Ende konnte konstatiert werden, dass die Veranstaltung einen wichtigen Beitrag für das Selbstverständnis lokaler Macher und Nutzer der neuen Medien geleistet hat.

Bleibt zu hoffen, dass diese Art von Mediengesprächen weiter geführt wird und dass die Informationen über eine solche Veranstaltung nicht in der Flut täglich auf uns einprasselnder Nachrichten untergeht – wie das in einer Tageszeitung schon mal passieren kann.
Olaf Schulze
Autor: nnz

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Kommentare
Letzte Änderung:
23.11.2012, 12:08 Uhr
Das Ende von NTF
Leider ist das nicht das erste Ende. SRF, NDH TV, K28, das waren auch Sender in unserer Region, die es leider nicht geschafft haben. Wie es mit einem Bürgerradio weiter geht, ist abzuwarten. Die Nutzung des OKN möge zwar für jedermann kostenlos sein, jedoch ist das nicht die ganze Wahrheit.

Die Beschaffung von dem, was für die Produktion einer Sendung nötig ist, wird gerade in der heutigen Zeit der sozialen Situation in unserem Land zu einem Problem. Die Nutzung eines Bürgerradios ist zwar kostenlos, aber nicht die Produktion von Sendungen. Sowas ist zeitaufwendig und manchmal sehr kostenintensiv, da der Nutzer eines Bürgersenders kein Geld für seine Mühen erhalten kann. Das der OKN aber ein beständiges Medium ist, zeigte sich in den letzten 12 Jahren seines Bestehens.
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