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Do, 09:30 Uhr
08.11.2012

Konflikte vorprogrammiert

Die Politik im Nordhäuser Stadtrat kommt nicht zur Ruhe. Vor allem Martin Höfer, der FDP-Fraktionsvorsitzende sieht in der SPD und deren Bürgermeister Matthias Jendricke immer deutlicher ein "Feindbild"...


Die nnz berichtete erst vor einigen Wochen über einen Eklat in einer nichtöffentlichen Ausschusssitzung. Damals sollte eigentlich ein neuer Vorsitz gewählt werden, den die SPD für sich beanspruchte. Der Vorsitz wurde eine Sitzung später auch gewählt, nur gehört Sylvia Klingebiel nicht der SPD, sondern der FDP an.

Vor dem Hintergrund, das die SPD-Fraktion mit immerhin 13 Mitgliedern zwei Ausschussvorsitzende im Stadtrat stellt und somit jetzt mit der gerademal dreiköpfigen FDP-Fraktion gleichgesetzt wird, schaut die Fraktion mit Sorge auf die weitere Stadtpolitik.

„Die bestehende Stadtratskoalition aus CDU, Linke und FDP hat bisher nur unter Beweis gestellt, dass sie eher die Prioritäten bei der Schaffung von neuen Aufsichtsratsposten für sich setzt und zudem den üblichen demokratischen Verteilungsschlüssel und Konsens bei der Vergabe von Ausschussvorsitzen mit Füßen tritt“, sagt der Fraktionsvorsitzende, Andreas Wieninger der nnz.

Nach den Ankündigungen des neuen Oberbürgermeisters hätten sich die Sozialdemokraten einen fairen Umgang mit allen Stadtratsfraktion gewünscht. Dieses einseitige Agieren für seine "inhaltslose Koalition" sehr sehr enttäuschend, erklärte Andreas Wieninger. Die Sozialdemokraten erwarten jetzt von der CDU, Linken und FDP, dass man nun wenigstens die besetzten Posten auch mit politischen Zielen und Taten ausfüllt.

„Besonders der FDP-Fraktionsvorsitzende trumpft im Stadtrat gern mit großen Sprüchen auf, seine Arbeit im Ausschuss für Ortsteile und Stadtordnung lässt er aber gern schleifen“, so Wieninger.

Mit diesem Thema wird sich übrigens heute vor dem Stadtrat auch der Ältestenrat beschäftigen. Die Sozialdemokraten haben ein Ordnungsgeld von 500 Euro beantragt. So soll sich Martin Höfer zwar als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Ortsteile und Stadtordnung wählen lassen haben, aber von den rund 30 Sitzungen des Ausschusses war er wohl nur zweimal anwesend.

„Es kann sicher jeder mal fehlen, aber dann gibt es immer noch einen Stellvertreter aus der Fraktion, den man schicken kann oder man muss sich wenigstens entschuldigen. Wenn man allerdings meint, man kann alle an der Nase herum führen, dann muss dies halt Folgen haben“, erklärte Wieninger dazu.
Autor: nnz

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Kommentare
Harzer_Wolf
08.11.2012, 09:56 Uhr
Von Amerika lernen
Ich bin nicht unbedingt Fan der US - amerikanischen Außenpolitik. Das Wahlrecht dort ist allerdings vernünftiger als hierzulande. Das alle Wahlmännerstimmen im jeweiligen Bundesstaat dem Sieger zukommen, ist gerecht.

Dort würde eine Partei, die bei 3 - 5 % liegt nicht einen Deut zu bestimmen haben. Leider haben in Deutschland, ob im Bundestag, der landesregierung oder im Landkreis Leute das Sagen, die kaum einer gewählt hat. Vielleicht sollte man doch einmal etwas von Amerika lernen?
Flitzpiepe
08.11.2012, 10:21 Uhr
Das ist hoffentlich nicht ihr Ernst
dass das amerikanische Wahlrecht gerecht ist?
Sie finden es also vernünftig, dass es passieren kann, dass eine Person Präsident wird, obwohl sie numerisch nicht die meisten Wählerstimmen bekommen hat?
Harzer_Wolf
08.11.2012, 10:45 Uhr
Gerechtigkeit hat ihre Grenzen
Das ist jedenfalls gerechter, als das eine Partei, die in der Bevölkerung keinen Rückhalt hat - sagen wir mal mit 4 % Gesetze durchdrückt, nur weil man als Stimmvieh einer größeren Partei benötigt wird. So wird eine Wahl ad absurdum geführt. Stellen Sie sich mal z. B. eine Koalition aus SPD/FDP/Grün/Linke und Piraten vor. Sie hätte mehr als 50 %. Ob das so gewollt wäre?

Zusammengefasst : Im Stadtrat dürfte höchstens ein halber Mensch als FDP - Vertreter sitzen, wenn man die Wahlstimmen zugrunde nimmt. Dann wäre auch kein Streit mehr.
funny
08.11.2012, 11:09 Uhr
oh je..
Im Grundgesetzt (nennen wir es besser deutsche Verfassung) ist eindeutig geregelt, dass niemand benachteiligt werden darf und die Meinung jedes einzelnen zählt.

Stellen Sie sich einmal vor, es wären nur noch diejenigen in der Politik (an der "Macht"), die von der Mehrheit der Deutschen gewünscht/ gewählt wurden.
Alle, die nur von einer Minderheit gewollt sind haben keinerlei Mitbestimmungsrecht.

Was soll das nur für ein Deutschland werden??
Wir leben in einem Sozialstaat, einer Demokratie!


Jede Stimme zählt. Und nicht die der großen Mehrheit!
Stadtbürger
08.11.2012, 12:09 Uhr
arbeit geht vor, herr wieniger
werter herr wieninger,

auch wenn sie gern polemisieren und unsachlich kritisieren, so sollten sie dennoch bei der ganzen wahrheit bleiben. aber da sie diese vielleicht auch vergessen haben könnten, erlaube ich mir ihrem gedächtnis auf die sprünge zu helfen:

sie hätten den lesern ruhig mitteilen können, dass herr höfer im letzten hauptausschuss zu ihren anschuldigungen stellung genommen hat. er hat deutlich gemacht, dass es ihm schier unmöglich ist an einer ausschusssitzung teilzunehmen, welche in der regel bereits 15 uhr anfängt. da diese sitzungen meist auch in den ortsteilen statt finden, sollte man also auch entsprechende fahrtzeiten hinzu rechnen.

herr höfer hat nicht das glück der anderen ausschussmitglieder, welche sich bereits in rente befinden (daher wird der ausschuss intern ja auch schon als "rentnerausschuss" bezeichnet) oder wie sie, der sich auf dem pöstchen eines gewerkschaftskaders ausruhen kann, sondern er hat ein angestelltenverhältnis.

der arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, seinen arbeitnehmer für derartige sitzungen frei zu stellen. man müsste so ca. 14:30 uhr feierabend machen, um pünktlich bei der sitzung dabei zu sein.

herr höfer hat ihre oberbürgermeisterin rinke mehrfach darum gebeten, den beginn der sitzung auf 16 bzw. 17 uhr zu legen (wie bei allen anderen ausschüssen auch), damit er seiner pflicht als stadtrat hier auch nachkommen kann. dies wurde von ihrer frau rinke stets ignoriert.

außerdem schien es sie die ganzen jahre nicht zu stören, dass herr höfer nicht teilnehmen konnte. jetzt, wo sie nicht mehr an den hebeln der macht sitzen und vom tisch der regierenden nur noch die knochen zum abnagen vorgesetzt bekommen, fällt ihnen sowas auf?

mal im ernst herr wieninger: für wie blöd halten sie die wähler eigentlich? selbst in ihrer eigenen fraktion wird über ihr verhalten nur noch der kopf geschüttelt.

bitte verwinden sie endlich den verlust der macht - auch wenn es schwer fällt - und wenden sie sich den wirklichen problemen in der stadt zu. wie z. b. die ständig steigenden kosten für das rinke-denkmal der stadtbibliothek. da sollen gelder gestrichen werden in einigen bereichen, nur um die ausstattung zu finanzieren. das sind die probleme um die sie sich zu kümmern haben!
Hans Dittmar
08.11.2012, 12:41 Uhr
Steht SPD Nordhausen vor einer Orientierungslosigkeit?
Die muss man wohl vermuten, wenn man die hilflosen Reaktionen aus dem SPD-Lager beobachtet, wobei ich hier nicht von der geschlossene Fraktion sprechen will, denn wie die Vergangenheit zeigte, waren Äußerungen von Herrn Wieninger nie die geschlossene Meinung der SPD und vieles schadete der Zusammenarbeit, wie auch diese neue Attacke.

Die SPD hat doch nie den Vorsitz im Sozialausschuss gehabt. Das war ein Sitz der LINKEN. Oder hat da Herr Wieninger sich selbst falsch zugeordnet?
Diem LINKEN gaben ihren Vorsitz ab an die FDP. Natürlich hätte sich Herr Cour als Stellvertreter gerne in der Paraderolle gesehen. Er wurde aber nicht gewählt! Das alles kann man kleinlichst hier in der NNZ nachlesen.

Herr Höfer nimmt an allen Sitzungen teil, nur aus zeitlichen und beruflichen Gründen schafft er die 15.00 Uhr Veranstaltung des ASO-Ausschusses nicht. Er arbeitet nicht an Maschinen sondern mit Menschen. Wie es bei Lehrern und Ausbildern halt so ist. Da kann man keinen zurücklassen! Zudem, Herr Wieninger, reden wir hier von ehrenamtlichen Politikern, die hauptberuflich ihr Geld mit dem Beruf verdienen. Eine Verlegung des Ausschusses auf eine spätere Zeit wäre wohl angebrachter, als ein Mitglied mit 500 Euro Strafe zu belegen, weil dieser seinen Arbeitsplatz nicht verlassen kann. Es ist dahingehend schon interessant, dass man andererseits eine NPD-Politiker sogar in keinen Ausschuss sehen wollte, obwohl ihn ein Platz zustand. Vielleicht hätte man diesem 500 Euro für wegbleiben bieten sollen.

Komischer Weise haben Sie dies Abmahnung nicht in den vier Jahren unter Frau Rinke eingebracht, war es Ihnen da vielleicht Recht, das Herr Höfer bei Abstimmungen fehlte?!

Sie wünschen sich eine bessere Zusammenarbeit der Fraktionen mit der SPD. Haben Sie sich schon mal gefragt, an wem das liegt, dass sich in Nordhausen Feuer und Wasser verträgt und einer keine Freunde hat?! Vielleicht sollten Sie Ihre "Außenpolitik" ändern und mehr auf Ihre Fraktionsmitglieder hören und mit denen vorher solche Auswüchse und Pressemitteilungen besprechen. Das würde der gesamten Politik der Stadt Nordhausen sehr gut tun.

Hans D.
Retupmoc
08.11.2012, 12:53 Uhr
Funny Demokratie
Sehr geehrte Funny ... wo leben Sie denn?

Natürlich ist die Wahl eine Mehrheitsentscheidung. Und natürlich sollten die Vertreter der Parteien das Sagen haben, die von der Mehrheit gewählt werden. Nur - diese Demokratie bzw. das Grundgesetz wird dann auch schon mal mit Füßen getreten. Zwei Beispiele: Einmal wurden 30 % der Wähler der Linken bei der Zusammensetzung der Thüringer Landesregierung ausgetrickst. Und wenn Sie meinen, das auch Minderheiten ein Mitspracherecht haben ... wieso haben dann die gewählten Vertreter der NPD nichts zu sagen? Ich antworte Ihnen für Fall 2 - damit nicht eine Minderheit Politik machen kann, die dem Deutschen Volke schadet. Dumm nur , das Minderheiten anderer Parteien, wie eben der FDP das legal tun können. Nicht jede Stimme zählt also, sondern die der Mehrheit. Und das ist gut so. Und so sollte es auch im Stadtrat sein.
matze99734
08.11.2012, 13:21 Uhr
Die SPD in Nordhausen regiert nicht!
Ich muss den Kommentaren von Stadtbürger und Herrn Dittmar einfach nur zustimmen.

Was Herr Wieninger nicht kapiert ist die Tatsache, dass sie nicht mehr regieren. Es gibt eine Koalition im Stadtrat, die die Mehrheit hat und damit auch über die Geschicke im Stadtrat entscheidet. Herr Wieninger - das ist Demokratie. Auch wenn Sie noch so oft rumposaunen, dass Sie die größte Fraktion sind - Sie haben dennoch nicht die Mehrheit!

Und dabei spielt die Größe einer Fraktion keine Rolle. Die Nordhäuser haben 2009 über die Zusammensetzung unseres Stadtparlamentes entschieden und dürfen 2014 darüber neu entscheiden. Aber bis zur Neuwahl muss man mit den vom Wähler geschaffenen Fakten umgehen!

Eine Koalition aus CDU, Linke und FDP stellt meines Erachtens nach auch die große Mehrheit der Bevölkerung dar mit allen demokratischen Strömungen.

Was Herrn Höfers "Fehlschichten" im ASO angeht, so wurde dazu alles gesagt. Das die SPD jemandem damit indirekt zum Vorwurf macht, dass er einer Arbeit nachgeht, ist geschmacklos. Aber das ist man ja von Herrn Wieninger, Herrn Jendricke und ihren Genossen gewohnt. Das ist wie bei Kindern - die können nichts dafür :-)
H.Buntfuß
08.11.2012, 14:49 Uhr
Der Artikel......
und die Kommentare zeigen doch sehr deutlich, was aus der Politik, die eigentlich den Bürgern dienen soll, geworden ist.

Hier stehen alle Parteien am Pranger. Keine kann für sich in Anspruch nehmen, dass sie dem VOLK nutzen bringt. Jede Partei denkt nur daran ihre eigenen Soldaten in Stellung zu bringen.

Ich nenne so etwas einen "MORALISCHEN SUMPF".
Herr Taft
08.11.2012, 20:21 Uhr
ist doch prima !
So lange die Damen und Herren mit sich beschäftigt sind machen sie jedenfalls keinen Blödsinn *lach*.
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