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Mo, 21:23 Uhr
05.11.2012

Wer führt die CDU in die Wahljahre?

In regelmäßigen Abständen müssen Parteien ihre Chefs neu- oder wiederwählen. Da macht die CDU im Landkreis Nordhausen keine Ausnahme. Am Abend fand dazu der notwendige Kreisparteitag statt...

Beraten (Foto: nnz) Beraten (Foto: nnz)

Die Christdemokraten des Landkreises hatten sich die Schachbau-Kantine als Tagungsort ausgesucht und vor dem Kreisparteitag schon mal vorgeschlagen, dass Manfred Grund als Kandidat für die bevorstehende Bundestagswahl vorgeschlagen werden kann. Und da die Nominierung im kommenden Jahr in Niederorschel stattfinden soll, sind da Überraschungen personeller Natur nahezu ausgeschlossen.

Geehrt (Foto: nnz) Geehrt (Foto: nnz)

Einige der Teilnehmer des Parteitages wurden danach als Jubilare geehrt. Zum Beispiel für die 50 Jahre Mitgliedschaft, die Dr. Manfred Schröter mit seinem Parteibuch nachweisen kann. Weitere Jubilare wurden für 40 Jahre, für 30 und 25 Jahre der Mitgliedschaft in der CDU geehrt.

Dann endlich der Rechenschaftsbericht des Kreisvorsitzenden Dr. Klaus Zeh. In den vergangenen Jahren wurde jede Menge gewählt, vor allem in den Kommunen, was sehr viel Kraft gekostet habe. Aber: „Ich habe den Eindruck, dass uns diese Wahlen einfach enger zusammenrücken ließen und möchte mich bei all denen bedanken, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung unterstützt haben“, so Zeh. Und da haben man Wahlen gewinnen aber auch Wahlen verlieren dürfen.

Man müsse aus den zurückliegenden Jahren Erfahrungen mitnehmen in die nächsten zwei Jahre, wo wieder einige Wahlen anstehen. Bundestagswahl, Landtagswahl und die Kommunalwahlen. Und da müsse die CDU im Landkreis Nordhausen zeigen, dass man diese Herausforderungen geschlossen angehen könne.

Eine dieser Herausforderungen seien die kommunalen Finanzen in Gegenwart und Zukunft. Und da Mike Mohring, der Chef der Landtagsfraktion, im Präsidium saß, sendete Klaus Zeh einen Appell in dessen Richtung, dass die Lasten der künftigen Einsparungen richtig verteilt werden. Viele Kommunen kämen mit den weniger werdenden Geldern aus Erfurt nicht mehr zurecht. Und man solle die Steuerschätzungen für die Kommunen noch einmal auf den Prüfstand bringen. „Wir brauchen bis zum Jahr 2019 eine Planungssicherheit für die kommunale Basis, damit wir langfristig mit den zurückgehenden Zuweisungen umgehen müssen“, forderte Zeh in Richtung der Landesregierung.

Mohring (Foto: nnz) Mohring (Foto: nnz) Nach Klaus Zeh ging das Mike Mohring ans Mikro und erklärte den Mitgliedern der CDU die Landespolitik und auch die Notwendigkeit, endlich was für die B 4 zu tun. Aber eben auch die B 4 sei eine Folge dessen, dass die schlimmen Jahre vor der friedlichen Revolution immer noch nachwirken. Und: „Wir Christdemokraten müssen endlich aufhören Schulden zu machen, wir stehen für eine solide Finanzwirtschaft und das unterscheidet uns von unserem Koalitionspartner in Erfurt“. Und überhaupt sei an allem, was nicht so in Erfurt läuft, die SPD schuld.

Und was sagt der Landespolitiker zu den kommunalen Finanzen? Da sei noch nicht alles in trockenen Tüchern, da müsse noch einmal drüber geredet werden. Vielleicht auch beim Landesparteitag? Und dann noch einmal in Ruhe ansehen. Also wie immer. „Doch für 2014, für das Wahljahr, sei es nicht förderlich, wenn die Kommunen dann Pleite sind und niemand mehr für ein Mandat im Gemeinderat zu finden sei“. Und schließlich will die CDU auch nach 2014 weiterregieren, am besten allein.

Nach dem „Mike“ war dann der „Egon“ dran und der "Mike" sowie der „Klaus“ haben schon alle wichtigen Themen angesprochen. Also blickte Egon Primas zum Wahlkampf zurück, den er zwar verloren hatte, doch die Union in Nordhausen sei zusammengerückt. In Nordhausen wird man aufgebaut, „hier fühlt man sich wohl“. Und so will man im Kreistag keine Opposition betreiben, sondern konstruktiv Politik für den Landkreis Nordhausen betreiben. Die muss jedoch in den kommenden Jahren vor allem für junge Menschen attraktiv werden, denn von den 522 Mitgliedern im Landkreis Nordhausen sind 220 über 60 Jahre alt.

Und dann wurde endlich gewählt. Los ging es mit der Wahl des Kreisvorsitzenden. Vorgeschlagen wurde der „alte“ Vorsitzende Dr. Klaus Zeh. Und der erhielt 69 Stimmen bei drei Enthaltungen. Von den einst gezählten 91 Teilnehmern des Kreisparteitages waren nach der Erklärung der großen Politik durch Herrn Mohring nur noch 72 anwesend. Zu seinen Stellvertretern wurden Egon Primas und Frank Rostek gewählt. Also alles wie immer...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
06.11.2012, 00:00 Uhr
CDU bedient sich SED-Argumenten
Eigentlich war ich heute zu müde, um noch etwas zu kommentieren: Aber als ich Mike Morings Jammerei las, "eben auch die B 4 sei eine Folge dessen, dass die schlimmen Jahre vor der friedlichen Revolution immer noch nachwirken!, war die Müdigkeit verflogen: Wieder einmal wird hier deutlich, dass sich die herrschenden Parteien unabhängig von System mitunter nur marginal unterscheiden: Wenn in der DDR etwas nicht funktionierte, und das war bekanntermaßen sehr viel, wenn also den Genossen in einem solchen Fall mal wieder keine anderen Argumente einfielen, dann bemühten sie ganz selbstverständlich den Klassenfeind, oder die "Bonner Ultras" mit ihren dekadenten Überkommnissen als Ursache des Übels. Da ich mich schon zu DDR-Zeiten mit dem Thema Umwelt befasste, Wasserprobem zog und die Stasi u.a. deswegen auf mich, musste auch für überhöhte Nitritwerte in der Saale (die auf Sauerstofflnabheit hindeuten) der (übrigens tatsächlich böse) Kapitalismus herhalten. Man habe dessen zahllose Mängel im noch so jungen Arbeiter- und Bauernstaat so schnell nicht beseitigen können, schon gar nicht in der so gebeutelten Umwelt.

Und nun stellt sich dieser CDU-Mensch hin und reitet auf dem selben Esel herum, nur das der Esel diesmal DDR-Sozialismus heißt! Dieser sei schld daran, dass die B4 in Schlangenlinien in Richtung Sondershausem führe,sie und nicht etwa das Gelände oder die knappen öffentlichen Mittel, also auf gar keinen Fall das Unvermögen der gegenwärtig Verantwortlichen. Und das Schimme daran: Herr Moring kann so etwas fast ungestraft sagen: Der meist unpolitische oder abgestumpfte Bürger, auf dessen Rücken die CDU oder die von ihr kaum unterscheidbaren anderen Parteien fast machen können, was sie wollen, merkt die Parallelen zu SED-Äußerungen nicht. Aber Herr Moring, Sie lenken wie Ihre Vorgänger zu DDR-Zeiten von den wahren Ursachen der B4-Probleme ab: Die Ursache heißt nicht etwa "Unfähigkeit des Sozialismus", sondern ganz einfach Autoverkehr. Dieser ist nänlich seit der Wende stärker geworden. Schon gemerkt, Herr Moring? Und die von fast allen gewollte BAB 38 hat gewissermaßen noch eine Monsterwelle Blech obendraufgesetzt. Zu DDR-Zeiten reichte die B4 jetzigen Zustandes vollkommen aus. Wieso machen Sie also die DDR für die jetzige infrastrukturelle Infarktgefährdung verantwortlich? Gehen wir noch tiefer: Keine in Berlin oder Erfurt regierende Partei hat bisher Konzepte vorgelegt, die Unfähigkeit unseres Systems zu beseitigen, den immer weiter wachsenden Verkehr und die unsere Lebensgrundlagen weltweit zerstörende Wirtschaft durch eine intelligente, dezentrale und nachhaltige Entwicklung zu bremsen: Konkreter: Eisenbahnstrecken wurden wider aller Beteuerungen nach der Wende flächendeckend stillgelegt, Zentralisierung statt Dezentralisierung gefördert, die steuerliche Zweiklassengesellschaft mit der Narrenfreiheit der Konzerne auf diesem Gebiet vorangetrieben. Letztere machen daher was sie wollen, niemand hindert sie daran, in Europa noch einmal für 40% Steigerung im LKW-Verkehr zu sorgen - mit allen Konsequenzen für noch mehr Versiegelung und emissionen in Zeiten des Klimawandels, Herr Moring. Na klar können sie auf das RTL-erweichte Gehirn vieler Zeitgenossen setzen, wenn Sie die DDR für die heute zu schmale B4 verantwortlich machen. Wer aber ein wenig nachdenkt, erkennt erschreckende Parallen zu früher: Unfähigkeiten zum Lösen von Problemen wie früher, Aufschieberitis und Schuldzuweisungen, die man schon mit geschlossenen Augen als falsch entlarven kann.

CDU und SPD haben ihre Macht doch längst an die Konzerne abgegeben. Niemand traut sich, ein falsches Wort zu sagen, damit diese nicht abwandern. Der kleine Mann muss dafür die Zeche zahlen oder eben die arme DDR, die sich aus dem Gewschichtsbuch heraus nicht mehr wehren kann.

Und die Bürgerrechtler von 1989 sind halt auch schon in die Jahre gekommen oder halt gut versorgt.
frank der 1.
06.11.2012, 12:58 Uhr
Erinnerungen
Scheinbar hat die CDU Führungsriege ihre Rolle in der DDR vergessen und somit auch ihr Zutun für die Misswirtschaft. Muß man hier von gewollter Demenz reden?? Der Bau der A 38 war ein wichtiges Projekt. Es wurde aber wieder ohne Weitsicht geplant.

Kleine Orte und überlastete Straßen haben den Zubringerverkehr zu ertragen. Vielleicht sollte man doch mal was von der alten Misswirtschaft lernen: Verlegung des Gütertransports von der Strasse auf die Schiene, wäre ein Anfang und würde Mensch und Natur entlasten.

Produktion der Verbrauchsgüter vor Ort ohne lange und kostenintensive Transportwege. Dieses würde sich auch auf die Arbeitslosenzahlen und Steuereinnahmen auswirken. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, diese sind aber leider nicht sooo profitabel.

Hallo Bodo
ein klasse Beitrag!!!
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