Kommentare
Retupmoc
30.10.2012, 10:20 Uhr
Wunsch
Ich würde mir wünschen, das die ganzen Rehe, Hirsche , Waschbären, Füchse und Wildschweine NNZ lesen könnten und sich am Freitag aus der Gegend verziehen. Damit die Sportskameraden ohne ihre Trophäen heim zu Mutti kommen müssen. Ich wünsche allen Jägern deshalb am Freitag keinen einzigen Treffer und wenn der liebe Gott es will, lässt er es Freitag in Strömen regnen, damit sie alle nass bis auf die Haut werden.
Pe_rle
30.10.2012, 12:16 Uhr
Wildvernichtung
aja ,das erinnert doch sehr an vergangene Zeiten, als Herr Honecker alles absperren ließ, um sich den Hirsch für das Weihnachtsfest zu schießen.
Hubertusjagd oder das große Schlachten
Es ist doch schon erstaunlich was die Jäger so alles bewilligt bekommen...
Wie wir vor ein paar Monaten hier in der NNZ lesen konnten und uns Fr. Becker (Tochter und Frau von aktiven Jägern, selber jagdlich aktiv) erklärte, ist so eine Jagd eine lupenreine Sache. Dient nur dem Schutz der Natur vor den bösen und aggressiven Rehen, welche praktisch Nahrungskonkurrenten von uns Menschen darstellen und überhaupt das ganze Raubwild (Fuchs z.B.) wird auch immer gefährlicher - hat nichts gegen die aktuelle Mäuseplage unternommen - also nimmt man sie jetzt auf´s Korn. Sicherlich werden auch nur die kranken Tiere geschossen und als Trophäe an die Wand gehangen. Der Jäger - ein Freund der Tiere. Jeder Schuss ein Treffer.
Wenn sich Jahr für Jahr diverse Motorradfahrer auf den besagten Strecken B4 und B81 zu Tode fahren wird nur von Geschwindigkeitsbegrenzung gefaselt, gehen aber die Entscheidungsträger, Lobbyisten und sog. gehobene Gesellschaft auf Jagd geht schon einiges mehr. Muss man sich mal vorstellen, das sind keine Landstraßen oder Feldwege!!!
Vielleicht sollten Wanderer und Naturfreunde eben gerade an dem besagten Wochenende in den Wald gehen und sich an der Natur erfreuen - auch wenn die Jagdgesellschaft das einfache Volk lieber aus Wald ausschließen möchte. Da sollten die Bewohner der betroffenen Gebiete aber auch ihre Gartenzäune erhöhen, kann nämlich vorkommen das ein angeschossenes Reh von einer Hundemeute gehetzt in ihren Garten springt und dort von den Hunden zerlegt wird - schon vorgekommen in Ilfeld.
Ich empfehle hier mal den Film "Schuss ins Brötchen" für Interessierte
Bodo Schwarzberg
30.10.2012, 19:55 Uhr
Jagd ist notwendig undJammerei ein schlechter Berater
Ich halte nichts von dieser emotionalen Diskussion meiner Vorredner. Die Jagd ist eine Notwendigkeit, weil der Mensch seit Jahrtausenden in die Ökosysteme eingegriffen und diese dabei einseitig verändert hat. Wälder sind auf ein Minimum ihrer Ausdehnung noch zur Zeit des Römischen Reiches geschrumpft, natürliche Beutegreifer wie Wolf und Bär flächig ausgerottet.
Hinzu kommt nun noch der menschgemachte Klimawandel. Er bewirkt eine immer höhere und immer schwerer zu händelnde Schwarwildpopulation, weil immer mehr Würfe über das Jahr möglich sind und immer weniger Frischlinge den Winter überleben. In Berlin wurden jüngst Passanten von einer Sau angegriffen, weil sie im Stadtgebiet nicht geschossen werden dürfen und daher zur Plage werden. Auch das eine Folge des Menschen.
Diese ganze Diskussion ist Ausdruck eines verbreiteten ökologischen Unverständnisses und einer Vermenschlichung der Natur: Dieselben Leute, die hier Tränen vergießen, sind bestimmt nicht alle Veganer, sondern gehen Fleisch und Wurst kaufen. Viele von ihnen werden auch Mord und Totschlag im Fernsehen nicht ausschlagen. Dieses Verhalten nennt man Inkonsequenz und Opportunismus, ja Heuchelei. Der Schuss eines Jägers tötet das Wild in den meisten Fällen augenblicklich. Das Grauen, das tägliche millionenfache Realität auf den Schlachthöfen ist, wird kaum je thematisiert.
Nicht zuletzt wird gern vergessen, dass es in der Natur kein Gut und Böse gibt. "Gewalt", leiden und sterben ist dort an der Tagesordnung, stillschweigend akzeptiert von den Bürgern, die nun aufstehen und Füchse und Waschbären zu Streicheltieren erklären wollen. Noch vor Jahrzehnten sind Tausende Tiere qualvoll an der NATÜRLICHEN Tollwut verreckt. Hat das jemanden außer den Jägern ernsthaft interessiert? Dass es die Tollwut nicht mehr gibt und damit ein verbreiteter, qualvoller Tod, ist dem Einsatz der Jäger mit zu verdanken, liebe Vorredner!
Es ist sehr viel Unverständnis und Unwillen in der Bevölkerung, sich mit Zusammenhängen zu beschäftigen, bevor sie zur Tastatur greifen. Allerdings kann ich auch die Jäger nicht ungeschoren davon kommen lassen: Immer wieder hört man vom Jagen als Statussymbol der so genannten besseren Gesellschaft bzw. jender, die sich dazu rechnen. Der altüberlieferte Ethos der Jagd soll bei so manchem dieser Vertreter auf der Strecke bleiben.
Vergessen wird von meinen Vorrednern übrigens auch, dass Jäger in Wald unf Feld auch eine Menge Naturschutzaufgaben übernehmen, angefangen bei der Winterfütterung bis hin zum Schutz von Kitzen vor der Getreideernte. Hinzu kommt noch, dass Jäger oft die enzigen Kenner der Bestandsgrößen bedrohter Arten sind.
Ich wünsche mir einfach eine differenziertere Sichtweise auf das Thema.
@bodo.schwarzberg
Jetzt werde ich aber stutzig: lese ich im oberen Textfeld vom menschengemachten Klimawechsel(also der Erderwärmung, milden Wintern) der immer höhere und immer schwerer zu händelnde Schwarwildpopulation zur Folge hat. So schreiben sie etwa 20cm weiter unten im Text:"... dass Jäger in Wald, Feld auch eine Menge Naturschutzaufgaben übernehmen, angefangen bei der Winterfütterung bis hin zum Schutz von Kitzen vor der Getreideernte.
Was nun Fütterung neben dem Ansitz im milden Winter oder ist es doch eher um die so konditionierten Wildtiere Monate später an gleicher Stelle abzuschießen? Warum füttert der Jäger in den jetzt so milden Wintern zu, um den menschengemachten Klimawandel zu verschleiern oder um den Bestand künstlich hochzuhalten um etwas zum jagen zu haben?
Ich esse auch Fleisch, habe beim schlachten mitgemacht und ich war auch schon bei Jagden und beim ausnehmen dabei.
So wie jeder weiss das die Wurst- und Fleischindustrie ein Geschäft ist, genau so ist die Wildtierjagd ein Geschäft geworden und wir müssen vom Bild des guten Jägers abrücken.
Hubertusjagd Nachtrag
... ich nochmal schnell...
Jetzt sind wir ganz zur Jagd abgeschweift.
Eigentlich hat mich zum kommentieren der Info über die Jagd am Freitag, die Tatsache getrieben: das man für einen reibungslosen Jagdablauf den Verkehr auf 2 Bundesstraßen an einem Freitag (Feierabendverkehr, Pendler, Ferienende) reguliert - für das Vergnügen weniger (die Jagdteilnehmer). Während es nicht möglich ist, in den Sommermonaten, hunderte von Bikern sowie andere Verkehrsteilnehmer durch Geschwindigkeitslimits vor dem selbstverschuldeten oder fremdverschuldeten Unfalltod zu bewahren.
Darüber bitte mal nachdenken...
Cinderella
30.10.2012, 21:06 Uhr
Jagd als Aufreger
Warum wusste ich bereits als ich diesen Informationsartikel las, dass es wieder negative Kommentare zum Thema Jagd dazu regnen würde?! Tja und irgendwann landen wir wieder bei den Honeckers vor 25 Jahren. Wenn nix mehr zieht, dann das!
Es muss doch beileibe nicht jeder ein Jagdfreund sein oder werden, das verlangt niemand. Jedoch könnte so mancher Kommentator sich ein wenig in Toleranz üben!
Wir stammen schließlich alle von den Jägern und Sammlern ab.
Es ist aber wesentlich einfacher, "einfach gleich verbal drauflos zu ballern"! als sich für ein paar sachliche Argumente (z.B. des Herrn Schwarzberg) zu interessieren.
In diesem Sinne wünsche ich allen WEIDMANNSHEIL!
Peppone
30.10.2012, 21:50 Uhr
Zuviel Bambi Filme geschaut?
Man oh man @egw, was Sie hier so alles zum Besten geben zeugt von unheimlicher Kenntnis der Materie. Vor allem, dass uns die Rehlein unsere Nahrung wegfressen, war vollkommen neuer Tobak für mich.
Bisher dachte ich immer, dass Rehe sogenannte "Konzentratselektierer" sind. Also Rohfaserarme leicht verdauliche Pflanzen, junge Bäumchen zum Beispiel, zu sich nehmen und damit die natürliche Verjüngung von Wald verhindern. Wie viel Bäumchen isst @egw denn so am Tag um in Nahrungskonkurrenz zum Rehwild zu treten?
Bevor Sie was Falsches zum Thema Wildfütterung von sich geben, sollten Sie vielleicht mal das Thüringer Jagdgesetz lesen und verstehen. Da steht nämlich drin, dass nur ab vielen, vielen Höhenmetern über Meeresspiegel und nur auf Anordnung der Behörden gefüttert werden darf!
Hoffe, Sie geholfen zu haben @egw? Wobei fachliche Argumente bei emotionalem Populismus auf Mission sicher eh wirkungslos sind!;)
adele
30.10.2012, 23:22 Uhr
Töten aus spaß und Profitgier
Das Jagen ist für mich legales Töten und es trifft auch mal , natürlich aus Versehen, Menschen. Das sind dann Collateralschäden und die sind auch selber Schuld (vor einigen Monaten einem 27 jährigen im Maisfeld passiert, natürlich tot) aber ich habe schon Mord an Tieren am hellichten Tag gesehen , von dem Jauchzen der Mörder begleitet, also dieses Gelaber von wegen , Wildbestand wegen Bedrohung der Ernte etc. zu dezimieren, ist für mich nur eine Ausrede um Kohle zu machen...Bekanntlich brauchen die Wildgaststätten, gerade in der kälteren Jahreszeit viel frisches Wild... lukratives Geschäft mit Spaß gepaart, pfui !!!!
@hubertus
Mich stört, verblüfft, überrascht bzw. erstaunt es eigentlich dann doch gar nicht, das es möglich ist auf 2 Bundesstraßen die Geschwindigkeit einzuschränken wegen einer Jagd, obwohl es zum Schutz von Menschenleben nicht so einfach möglich ist (Motorradfahrer) Geschwindigkeitsbegrenzungen aufzustellen.
Für mich ist das Reh kein Konkurrent, das niedliche, großäugige Reh verbindet einfach niemand - außer dem Jäger - mit einem jungtriebfressenden Untier. Sicherlich kann sich die Mehrheit der Leser mehr unter einem Reh vorstellen als unter einem Konzentratselektierer.
Durch solche Begriffe kann man natürlich leichter auf ein Tier anlegen (Raubwild, Schadwild).
Wenn hier irgendwer regulierend in den Wildbestand eingreift, dann doch wohl der Straßenverkehr, wenn man mal zusammenzählt, was umgefahren wird.
"... waren alle mal Jäger und Sammler" - ist schon lange her. Da fuhr niemand mit dem Suzuki-Jeep in den Wald bis zum Ansitz, hatte keine Präzisionswaffe. Der Wald stand auch allen offen und niemand berief sich auf ein Jagdgesetz aus
Kaiser´s Zeiten.
Peppone
31.10.2012, 12:38 Uhr
Die Begrenzung ist doch nur temporär
und auch gängige Praxis @egw. Wenn auf landwirtschaftlichen Kulturen Ernte stattfindet (Hopfen, Zuckerrüben,...), wenn irgendwo gebaut wird, bei anderen Events, sind solche Begrenzungen mehr die Regel als Ausnahme. Das Forstamt hätte überhaupt nicht darauf aufmerksam machen müssen, dass dort eine Bewegungsjagd mit vermutlich stärkerem Wildwechsel stattfindet.
Auch wenn es nicht meine Baustelle ist, finde ich es ok, dass dort Verkehrsteilnehmer auf eventuelle Gefahren aufmerksam gemacht werden. Ihr Thema mit den Motorradfahrern ist doch eine ganz andere Geschichte und nicht mit Geschwindigkeitsbeschränkungen an einen Tag lösbar!
Ich verstehe auch nicht, was pauschale Behauptungen über Jäger, Wildfütterung, einzelne Wildarten, der Film "Schuß ins Brötchen (übrigens einer meiner Lieblingsfilme!) und die Diskussion zum "allseits beliebten Reh" mit dem Thema zu tun haben.
Sie geben sich auch auf alle ihre Fragen selbst die Antwort @egw. Sie stellen richtigerweise fest, dass bestimmte Wildbestände heute Größtenteils über die Straße reguliert werden. Das sagt doch klipp und klar aus, dass die Wildbestände dort viel zu hoch sind!
Sie ziehen allerdings die falschen Schlüsse aus ihrer vorherigen richtigen Erkenntnis. Der Suzuki Jeep und die Präzisionswaffe sind nur Teil und Stand der menschlichen Entwicklung. Sie haben aber ganz offensichtlich keinen Einfluss auf die nachweislich seit vielen Jahren steigenden Wildbestände! Und unser Jagdgesetz und unser Waldgesetz stammt auch nicht aus Kaisers Zeiten..., aber das sprengt jetzt wirklich den hiesigen Rahmen. Darüber gehört gesondert diskutiert. Schönen Feiertag.
NAKS
31.10.2012, 18:32 Uhr
Nur gut? Nur schlecht?
Viel Wahres und viel Müll wird zu diesem Thema hier geschrieben! Wichtig und gut ist, dass die Jagd auch kritisch betrachtet wird. Sicher sind nicht alle Jäger die feinen "Naturschützer" und Heger. Aber fahren denn alle Verkehrsteilnehmer zu schnell, sind alle Beamten faul, alle Lehrer dumm, alle Männer Schweine?
Ohne den Vorgenannten etwas unterstellen zu wollen, meine ich damit: Niemals alle unter einen Hut stecken. Jagd ist absolut notwendig und wichtig! Alle Versuche in Deutschland ohne die Jagd auszukommen sind schändlich gescheitert! Leidtragende sind dabei immer die (uns anvertrauten)Kreaturen!
Die gegenseitigen Anschuldigungen bringen uns aber alle nicht weiter, daher mache ich folgenden Vorschlag:
Alle Jagdgegner vereinigen sich und übernehmen die jährlich entstehenden Wildschäden in Wald und Feld, weiterhin kommen sie für alle Kosten der Seuchenbekämpfung und Tierkörperbeseitigung auf. Die Kosten für Lebensraumgestalltung (Pflanzungen, Flächenbereitstellung, Gewässerpflege)übernehmen sie gleich mit. Und die behördlich angeordnete Winterfütterung sollte natürlich auch selbstverständlich sein! Nicht zu vergessen die vielen Millionen € für die Pacht der Flächen/Lebensräume (könnte eng werden)! Im Gegenzug verzichten die Jäger auf die Jagd und können dann mit den vielen gesparten Millionen gesundes, stressfreies und unbelastetes Fleisch produzieren. Das ist dann zwar in keiner Weise nachhaltig und natürlich, aber würde sicher besser in das emotionale Bild mancher Kommentatoren passen!
Abschließend zum Thema Jagd
Na, es war aber eine schöne und anregende Diskussionrunde ...
Fragen bleiben zwar noch offen: mehrfach war zu lesen, geschrieben von wahrscheinlich jagderfahrenen Personen (schließe ich aus den Fachbegriffen), das die Wildbestände steigen - im gleichen Absatz aber vom Zufüttern berichtet wird, das bleibt mir ein Rätsel!
Warum temporär oder an den Wochenenden die unfallträchtigen Straßen für Biker nicht gesperrt oder geschwindigkeitsreguliert werden, bleibt mir auch ein Rätsel!
Warum vom urgeschichtlichen "Jäger und Sammler" nur der Jäger ubrig gebleiben ist hat sich mir aber erklärt ... er wurde wohl von Jäger zur Strecke gebracht :-)
Gute Nacht
Harzer_Wolf
01.11.2012, 08:04 Uhr
Meldung
Da möchte ich mich doch als Wolf auch noch melden, bevor wir zum Abschluß kommen.
Ich finde, das es richtig ist, wenn Jäger sich um den Wildbestand kümmern, z. B. krankes Wild schießen, Kadaver beseitigen usw.
Nicht richtig sind jedoch solche Treibjagden, bei denen wie zu Honeckers Zeiten auf alles geschossen wird, was sich bewegt. Das kann dann, wie erst wieder kürzlich passiert auch mal ein Mensch sein. Für die Jagdgesellschaft war es ein Kollateralschaden, für mich ist es zumindest fahrlässige Tötung. Dem Jäger, der den Menschen geschossen hat ist so gut wie nichts passiert. Und hier liegt der Knackpunkt.
Es kann nicht sein, das man wie morgen unkontrollierte Jagden veranstaltet. " Wanderer sollten das Gebiet meiden" steht in NNZ. Wie viele Menschen lesen Zeitungen nicht? Wie viele Menschen sind also morgen gefährdet, weil diese wandern gehen wollen? Von den Autofahrern, denen man anscheinend das Wild auf die ( über die ) Straße treibt müssen wir auch reden. Und wenn man auf 50 km/h begrenzt, wenn eine aufgescheuchte Horde Wildschweine oder ein Rudel Rehe in Panik über die Straße rennt, sind auch die zuviel. Dann kracht es.
Deshalb frage ich mich, wieso haben diese Hobbyjäger noch eine solche Lobby, das man durch diese Treibjagden das Leben von Menschen gefährden darf, ohne das es Konsequenzen hat?
Kontrollierter, sinnvoller Abschuß ja - Treibjagd nein ! Und wer sich nicht dran hält, den wird der Wolf reißen!
Retupmoc
01.11.2012, 09:59 Uhr
Ansichten Herr Schwarzberg
Vorausschickend: Ich habe noch nie Hirsch, Reh, Wildschwein, Hase o.ä. auf dem Teller gehabt. Nicht weil ich mir das nicht leisten könnte, sondern weil ich dazu eine Meinung habe. Sie sind Naturliebhaber Herr Schwarzberg das ist unbestritten. Sie haben völlig Recht, das die Jäger einen großen Beitrag dazu leisten, wenn es darum geht, kranke oder tollwütige Tiere aus dem Wald zu entfernen. Auch die Wildfütterung ist wichtig.
Das begrüße ich auch. Aber wie schon einige Vorredner sagten, das ist nicht Sinn einer Treibjagd. Bei einer Treibjagd wird das Wild gehetzt, zu Tode erschreckt, Tierfamilien voneinander getrennt und es ist völlig egal, ob das kleine Rehkitz anschließend noch Eltern hat, die es versorgen und beschützen. Das Kitz stirbt dann ein wenig später. Eine Treibjagd ist nichts anderes als eine sinnlose Ballerei zum Vergnügen der jeweiligen Jagdgesellschaft.
Und ja , Herr Schwarzberg - Jagd ist ein Statussymbol. Ein Hartz4-Empänger oder eine Friseuse können sich nicht mal das Gewehr leisten. Ich kenne einige Leute die auf Jagd gehen und glauben Sie mir, die nagen alle nicht am Hungertuch. So ein Hirschgeweih macht sich auch in einer 1 1/2 Zimmer-Plattenbauwohnung schlecht.
Und jetzt der wichtigste Aspekt. Wie lehrt uns die Bibel? Alle Lebewesen sind Gottes Geschöpfe? Wer gibt uns denn dann das Recht, diese Tiere wahllos abzumetzeln? Passt das zum christlichen Glauben? Im Buddhismus geht das nicht.
Zu guter letzt... stellen Sie sich einmal vor, das in ein paar Jahren Lebewesen aus einem anderen Sonnensystem die Erde besuchen. Die essen gern Menschenfleisch und veranstalten dann Treibjagden auf Menschen. Dann passen Sie aber auf, das Sie das Jagdgebiet weiträumig verlassen.
Jörch
01.11.2012, 11:10 Uhr
oder aber verniedlichung und vermenschlichung
@retupmoc... sind ja verständliche ansichten, die sie da teilen, zumindest im gesamtgesellschaftlichen kontext. wie soll denn nach ihrer meinung eine tiergerechte regulierung der wildbestände aussehen. etwa auf dem ansitz sitzen und warten bis mal ein wildschwein daherkommt und sich dann abschießen lässt und den rest der rotte für dann 3-4 wochen von der stelle vertreibt?
nein, denn so werden sie keine regulierung des wildbestandes hinbekommen. wenn ich schon diese vermenschlichung in ihren einlassungen in richtung tierfamilien etc. höre. ja sinn und zweck der treibjagt ist es doch, so viel wie möglich wild zu erlegen.
besonders amüsant finde ich dabei die anmerkung zu christlicher nächstenliebe und den verweis auf den buddismus. schon mal in den letzten jahren in buddistisch geprägten ländern wie kambodscha oder thailand gewesen und real gelebten buddismus erlebt? dem buddisten ist es ansich egal was er isst, egal ob fleisch oder vegetarisch, satt werden will er. und ob es dem tier dabei nach menschlichen maßstäben gut geht oder nicht ist dabei vollkommen zweitrangig.
Retupmoc
01.11.2012, 11:26 Uhr
Buddhisten usw,
Sie haben ja Recht. Nur es gibt Treibjagden und andere Möglichkeiten Wild zu erlegen. Und Sie haben dabei auch übersehen, das es - wenn ich schon vermenschliche - für den Menschen selbst gefährlich ist. Fragen Sie mal die Angehörigen des 26jährigen der in Franken im September von einem Jäger für ein Wildschwein gehalten wurde und erschossen wurde? Mal abgesehen davon das ein Wildschein vierbeinig ist und keine Klamotten trägt - hier ist so ein Fall von " ich schieße auf alles was sich bewegt "! Und im vergangenen Winter bei Leipzig erinnere ich mich hat ein Jäger einen Kollegen erschossen, den er auch für ein Tier gehalten hatte. Also soll mir keiner sagen, das nicht sinnlos geballert wird.
Was die Buddhisten betrifft , so haben die Menschen dort natürlich Hunger in den Gegenden die sie aufzählen.Dort gibt es keinen Supermarkt, wo man die Wurst aus der Kühltheke holt. Ja die Menschen töten, um Essen zu haben. Das sehe ich bei einer Treibjagd nicht.
Jörch
01.11.2012, 12:58 Uhr
ja denn die
treibjagd hat ja auch nicht das primäre ziel, den menschen zu ernähren, sondern überbestände an wildtieren mangels natürlicher feinde so effektiv und nachhaltig wie möglich zu regulieren. und das es da nach gutmenschlichen maßstäben nicht immer politisch korrekt zugeht ist wohl auch mehr als verständlich.
aber zukünftig kann der jäger dann ja noch einen anruf des wildes und einen warnschuss abgeben, bevor er scharf schiesst und dem tier dann auch ja noch die möglichkeit gibt zu fliehen, damit dem eigenen schlechten gewissen genüge getan ist und man sich im kreise seiner freude und verwanden einer politisch korrekten meinung gegenüber den tierischen mitbürgerinnen rühmen kann.
ist wie beim strom, der kommt aus der steckdose, genauso wie das fleisch aus dem supermarkt kommt.
Heinrich Hinhelfer
01.11.2012, 14:25 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Thema des Beitrags
Retupmoc
01.11.2012, 15:32 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Thema des Beitrags
Retupmoc
05.11.2012, 08:21 Uhr
Ende der Teibjagd
Nun ist die Wildhatz zu Ende. Ich hätte mich gefreut, wenn auch das Ergebnis in der NNZ gestanden hätte. Hier dann das Endergebnis für die interessierte Leserin bzw. den interessierten Leser:
45! Jäger (vorrangig aus Baden-Würtenberg, Niedersachsen und Hessen - einheimische Nummernschilder waren in klarer Unterzahl) haben zusammen 21 Tiere erlegt. Außer dem etwas trägen Rotwild war nur jeweils ein Fuchs und ein Reh so dumm den Jägern auf den Leim zu gehen.
Fassen wir zusammen... 45 Jäger erlegen 21 Tiere in einer großangelegten Treibjagd. Dafür wurden Straßen gesperrt, Geschwindigkeitsbegrenzungen errichtet und Menschen gefährdet. Unzählige Liter Benzin wurden von den Jägern verfahren, können die Baden - Würtemberger nicht zu Hause ballern? Da kommt man nun 500 km in den Osten und trifft nicht mal was.
Mein gefühlter Endstand ist deshalb ein klares 2:0 für die Tiere. Und dem Forstamt empfehle ich, die nächste Treibjagd abzublasen, damit sich die Jäger nicht wieder so blamieren.
Glaskugel
08.11.2012, 15:21 Uhr
Lieber Retupmoc
wie ich sehen kann haben Sie sich hier auch schon für die Rechte unserer Mitgeschöpfe eingesetzt und eine Aktion organisiert. Ich bewundere Ihren Einsatz für die Tiere. Bitte vergessen Sie mich nicht und teilen mir wann und wo mit, ich würde euch morgen sehr gerne unterstützen. Vielleicht können wir diesmal ja mehr Tiere retten.
LG Lisa
andreas66
08.11.2012, 17:50 Uhr
Gibts...
denn nicht Wichtigeres. Da schwillt einem hier der Kamm oder der Hals, wie auch immer. Es gibt Menschen die den immer teuer werdenden Strom nicht bezahlen können und nicht wissen was morgen aufs Brot kommt. Aber uns gehts ja allen gut. Warum bricht NNZ hier nicht die Diskussion ab. Hoffentlich nach der Meinigen.
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