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Mo, 12:23 Uhr
29.10.2012

Angemerkt: Alibi

Nun ist es endlich wieder soweit: Die CDU-Fraktion des Thüringer Landtages will das Ehrenamt würdigen. Drei Nordhäuser werden in diesem Jahr im Kaisersaal dabei sein...

Die Würdigungsveranstaltung der christdemokratischen Fraktion ist sicher für die Frauen und Männer eine aufregende Sache. Der Ministerpräsidentin mal die Hand schütteln dürfen, einfach klasse. Doch eine solche Veranstaltung ist wie viele andere, die sich dem Ehrenamt für den einen Augenblick zuwenden, ein politisches Alibi.

Der Staat, respektive die agierenden und regierenden Parteien, sind natürlich sehr angetan vom Engagement ihrer Untertanen. Je mehr Ehrenamt, desto weniger Staat. Je weniger Staat, desto weniger Geld muss dafür bereitgestellt werden. In der Kommune wie im Bund oder in einem Freistaat.

Statt des Dankeschöns und des warmen Händedrucks von Oberbürgermeister, Landrätin oder Ministerpräsidentin vielleicht mal ein hauptamtlicher Übungsleiter für die Sportvereine? Da muss der Kreissportbund in Nordhausen laufend bei Sponsoren betteln, um seine Aufgaben im Breiten- und Jugendsport auch nur annähernd erfüllen zu können. Das muss gebettelt werden, um die Aufwandsentschädigungen für die Übungsleiter bezahlen zu können.

Die immer spärlicher werdende Finanzausstattung der Städte und Gemeinde lässt auch die kommunale Unterstützung von Vereinen aller Art immer weniger werden. Und nun raten sie mal, wer im konkreten Fall dafür verantwortlich ist: An erster Stelle das Land Thüringen, insbesondere die CDU, die seit 1990 regiert oder mitregiert. Und so wird diese Alibi-Veranstaltung am 7. November im Erfurter Kaisersaal ad absurdum geführt, wenn sich die CDU-Fraktionäre im Blitzlichtgewitter mit den Frauen und Männern des Ehrenamtes ablichten lassen.

Natürlich soll das Ehrenamt gewürdigt werden. Natürlich auch mit einem Händedruck im Kaisersaal in Erfurt. Doch wenn im gleichen Atemzug vielen Vereinen die "Luft zum Atmen" genommen wird, dann bleibt das Spektakel nur ein Alibi für das Versagen an anderer Stelle.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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