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Mi, 10:19 Uhr
14.01.2004

Ein Drittel einfach weg

Nordhausen (nnz). Die ersten Nominierungsrunden für das Superwahljahr haben die Parteien im Landkreis Nordhausen fast hinter sich. Alles klar für den Landtag ist bei SPD und CDU. Doch bei der Suche nach Kandidaten für den Kreistag könnte die SPD ein echtes Problem bekommen.


Die PDS wird am übernächsten Wochenende ihre beiden Landtagskandidaten nominieren. Während für den Landkreis Birgit Keller schon lange als Favorit feststeht, begaben sich die Sozialisten nach dem Rückzug von Matthias Mitteldorf auf Suche und wurde fündig. Rainer Bachmann soll antreten.

Doch wenden wir uns lieber mal dem Geschehen im Vorfeld der Kreistagswahlen zu. Da wird vermutlich die SPD in diesem Jahr vor einem echten Problem stehen. Personifiziert heißt das Barbara Rinke. Von Beruf Oberbürgermeisterin der Stadt Nordhausen. Das ist für die Frau ein Job, der mehr als ausfüllt. Wie viele ihrer Bürgermeister-Kollegen (Höche, Hohberg oder Kochbeck) wollte Barbara Rinke aber auch im Kreistag ein Wörtchen mitreden. Zum Wohle des Landkreises und zum Wohle der größten Stadt darin. Doch die Oberbürgermeister der großen kreisangehörigen Stadt musste des öfteren miterleben, wie sich eine Front aufmachte. Eine Front gegen die große Stadt und – was für sie das Schlimmste war – die Front kam mitunter auch aus ihrer eigenen Fraktion. Jüngstes Beispiel war die letzte Kreistagssitzung des vergangenen Jahres. Da stimmten die SPD-Fraktionäre einen Rinke-Antrag nieder. Die CDU-Fraktionäre wunderten sich dermaßen, dass sie das Lachen vergaßen.

Jetzt überlegt Barbara Rinke ernsthaft, nicht wieder für den Kreistag zu kandidieren. Das müsse sie sich nicht mehr antun, berichten Vertraute. Doch für die Kreis-SPD könnte dieses Nicht-Antreten nicht nur zum Problem, sondern zum Desaster mutieren. Zur Erläuterung genügt eigentlich ein Blick auf die Stimmen bei der zurückliegenden Kreistagswahl. Die Oberbürgermeisterin der großen kreisangehörigen Stadt erhielt mit Abstand die meisten Stimmen der 42 SPD-Kandidaten. Es waren akkurat 14.783, die „Zweitplatzierte“ war Dagmar Becker mit 7.630 Stimmen. Sollte Rinke nun nicht mehr antreten, dann würde den Sozialdemokraten mehr als ein Drittel der Stimmen verlustig gehen. Kreisvorsitzende Dagmar Becker zur nnz: „Offiziell habe ich mit Barbara Rinke darüber noch nicht gesprochen, aber gehört habe ich das schon mal“, so Becker.

Daß die beiden Politikerinnen sich nicht sonderlich mögen, das wissen nicht nur Kenner der Szene. Es mögen sich auch die Kreis- und die Stadt-SPD nicht sonderlich. Übrigens kein ausgemachtes Phänomen der Sozialdemokratie. Auch bei PDS und CDU gibt es diese lokalen Grabenkämpfe, doch momentan reibt man sich nicht nur in der CDU-Geschäftstelle die Hände. Ohne Rinke-Stimmen würde die SPD im Kreistag nicht annähernd auf ihr Ergebnis von 1999 kommen. Und das wäre fatal – für die Sozialdemokratie in Kreistag und im Landratsamt. Dort haben sich bei der Christdemokratie in den zurückliegenden zwei Jahren einige offene Rechnungen angehäuft.
Autor: nnz

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