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Di, 18:55 Uhr
16.10.2012

Keine Entscheidung gefallen

Auf ihrer heutigen 2. Sitzung haben die Mitglieder der Projektgruppe „Biomethananlage Nordhausen“ fünf Standortvarianten für die Errichtung einer Biomethananlage diskutiert. Ein Votum zu einem konkreten Standort konnte noch nicht abgegeben werden...


Die Energieversorgung Nordhausen (EVN) – mehrheitlich ein Unternehmen der Stadt Nordhausen - beabsichtig die Errichtung einer solchen Anlage in Nordhausen. Der Stadtrat hatte entschieden, dass eine Projektgruppe aus Investorenvertretern, Stadträten, Vertreter der Geschäftsführung der Stadtwerke-Holding und der Stadtverwaltung den Entscheidungsprozess vorbereiten soll.

Die EVN hatte die fünf Standorte nach den Kriterien „Technische Möglichkeiten“, „Wirtschaftlichkeit“, sowie „logistische- sowie baurechtliche Möglichkeiten“ bewertet. In die Betrachtung einbezogen wurde auch das Akzeptanzpotenzial durch unmittelbar betroffene Anwohner.

Neben der Standortfrage stand die Anhörung des Wissenschaftlers Professor Joachim Fischer von der Nordhäuser Fachhochschule auf der Tagesordnung zu den Themen Co2-Bilanz und ethische Grundsatzfragen. Fischer verwies u.a. darauf, dass die Erzeugung von Biomethan die derzeit höchsteffizienteste Form der Bioenergienutzung sei. Als weiteres Plus der Nordhäuser Anlage komme hinzu, dass in dieser Abfallprodukte aus der Spirituosenproduktion in Energie umgewandelt würden.

Prof. Fischer stellte klar, dass kleine Anlagen wie Nordhausen und die Landwirtschaftsflächen, die zur Erzeugung der dafür nötigen Rohstoffe nötig seien, das Welternährungsproblem nicht beeinflussten bzw. lösen könnten. „Problematisch sind ohne Zweifel zum Beispiel die riesigen Palmölanlagen, die zehntausende von Hektar Boden verschlingen. Die geplante Anlage hier hingegen ist dezentral, nutzt bzw. schafft lokale Kreisläufe, ist modern und damit konkreter Ausdruck dafür, dass man es in Nordhausen ernst meint mit der Nutzung erneuerbarer Energien, dass man hier bereit ist, seinen Beitrag zur Energiewende zu leisten.“
Autor: nnz

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Kommentare
Alex Gösel
16.10.2012, 20:45 Uhr
Globales Denken
In meinem Augen hat der Professor Fischer ein Gefälligkeitsgutachten abgegeben. Auf der einen Seite hört man von solchen Personen immer den Spruch: "Man muss Global denken!" auf der anderen Seite stellte Prof. Fischer klar, "dass kleine Anlagen wie Nordhausen und die Landwirtschaftsflächen, die zur Erzeugung der dafür nötigen Rohstoffe nötig seien, das Welternährungsproblem nicht beeinflussten bzw. lösen könnten."

Herr Professor, jetzt stellen Sie sich einmal vor, jede Stadt baut sich eine solche Anlage mit der Begründung: "Unsere Anlage beeinflusst das Welternährungsproblem nicht!" Oder hat Nordhausen besondere Rechte? - Ich denke nicht!

Was hier fehlt ist das "globale Denken" mancher Professoren und Politiker.
Bodo Schwarzberg
16.10.2012, 20:58 Uhr
Denken die Professoren wirklich global??
In dem Moment, wo eine solche Anlage Mais nutzt, und das ist hier im großen Stil vorgesehen, und in dem Moment, wo es hunderte oder tausende dieser Anlagen gibt, hat auch die einzelne Nordhäuser Anlage globale Auswirkungen. Und zwar genauso, wie jeder fossil betriebene Fernseher letztlich globale Auswirkungen hat und jedes Stück Schokolade mit "Pflanzenfett", hinter dem sich Palmöl aus Regenwaldabholzung verbirgt.

Zudem hat auch dieser Professor weitere Auswirkungen vollkommen außer acht gelassen: Die tausenden zusätzlichen LKW, die zu den jeweiligen Standorten rollen (Stichwort CO2, Lärm), die weitere Flächenversiegelung und Zersiedelung. Da er ja globale Auswirkungen bei einer "so kleinen, dezentralen Anlage" komplett vom Tisch gewischt hat, brauchte sich der Professor ja auch um die Ökobilanz unter Einbezug der internationalen Auswirkungen solcher Anlagen insgesamt keine Gedanken zu machen. So einfach ist das!

Allein die Tatsache, dass sich die FH Nordhausen zu diesem Thema äußert, finde ich hinterfragenswert. Seriöser wäre es, Institutionen zu befragen, die nicht am Tropf und am Wohlwollen der Thüringer Politik hängen, auf ja Herr Dr. Zeh gewiss noch großen Einfluss hat.

Ich wünsche mir von der BI, dass sie schnell einen externen Fachmann nach Nordhausen holt, der sich mit der Anlage beschäftigt. Aber wie man das Blatt auch dreht und wendet: Die Anlage ist unökologisch. Nach dem IG schon wieder eine Versiegelung an der Perioherie, wenn sie denn wirklich nicht verhindert werden kann. Und wer weiß schon, was sich in ihrem Umfeld noch für neue Industriegebiete und vermeintliche Öko-Silos ansiedeln. Wir werden noch immer von Leuten regiert, die auf den kurzfristigen Effekt aus sind, aber wissenschaftliche, globale Fakten in ihrem lokalen Handeln außer Acht lassen. Ich weiß, das fällt dem Mensch auf Grund seiner Anlagen schwer. Aber es würde ihm helfen, seine Daseinszeit auf der Erde ein wenig zu verlängern.

Es gibt andere, gute Möglichkeiten, Co2-Emissionen zu senken. Warum die Regierenden fast immer den falschen Weg zu gehen bereit sind, ist mir schleierhaft. Aber wahrscheinlich scheinen hier Interessen eine Rolle zu spielen, die mit Ökologie nun wirklich nichts zu tun haben, sondern eher mit Kurzsichtigkeit und guten Kontakten. Vorletzteres geht z.B. auch aus dem Ergebnis der grünen Anfrage zum IG an die Landesregierung hervor (siehe nnz), wo sie unverblümt zugibt, das IG vor allem zum Abschöpfen von Fördermitteln zu nutzen. An sich ein schöner Zweck, finde ich: Nur die Sackgasse, in die sich die Menschheit ökobonisch und ökologisch manöveriert hat, werden wir so nicht verlassen. Unsere Nachfahren werden unsere Dickköpfigkeit noch verfluchen, aber auch die Blindheit Derjenigen, die diese Leute gewählt haben.
RWE
17.10.2012, 06:46 Uhr
Nur mal eine Frage-welches sind die anderen möglichen Standorte?
Im Artikel ist zu lesen daß 5 Standorte beurteilt werden sollen. Himmelgarten und BIC sind wohl klar. Wo befinden sich die anderen Standorte?
Flitzpiepe
17.10.2012, 10:05 Uhr
Warum
haben Sie, Bodo Schwarzberg, diese Fragen und Thesen nicht auf dem Energieforum gestellt und angesprochen? Dort wäre die entsprechende Plattform gewesen.

Zeit hatten Sie jedenfalls, um zur selben Zeit hier Kommentare zu schreiben.
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