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Mo, 15:07 Uhr
05.01.2004

Dr. Zeh bekommt einen Brief

Nordhausen (nnz). Seit dem Fahrplanwechsel herrschen skandlöse Zustände auf der Südharzstrecke. Die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ will jetzt mobil machen.


Sie wendet sich an die Öffentlichkeit, die Besteller der Züge - das sind die Nahverkehrsgesellschaften in Hannover und Erfurt - sowie die verantwortlichen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker. "Dr. Gorka von der LNVG Niedersachsen sah bis vor kurzem noch keinen Handlungsbedarf im Südharz. Wenn er jetzt nicht gegeben ist, wann dann", fragt Michael Reinboth, einer der Sprecher der seit vielen Jahren für den Erhalt und den Ausbau der Strecke kämpfenden Südharzer. "Uns wird aus Hannover immer wieder die nicht allzu gute Nutzung der Züge vorgehalten, obgleich es ja unter anderem Aufgabe der LNVG ist, für mehr Fahrgäste zu sorgen. Wie, so fragen wir, sollen denn mehr Kunden gewonnen werden, wenn die Züge langsamer und unpünktlicher werden?"

Die LNVG habe, so Reinboth weiter, in vielen eher ländlichen Regionen durchaus für neue Impulse gesorgt. Dann seien auch die Kunden gekommen. Nur im Südosten von Niedersachsen sei bislang nichts passiert. "Wir erwarten von der LNVG endlich Aktionen und Programme zugunsten unserer Region, die Ihre Bahnstrecken genau so braucht wie Südoldenburg, Ostfriesland oder der Landstrich um Rinteln" fordert Reinboth die LNVG zum Handeln auf. "Kurzfristig müssen zunächst einmal die bahnseitig zugesagten, nun aber offenbar auf die lange Bank geschobenen Investitionen um Walkenried und Scharzfeld durchgesetzt werden" meint Reinboth und spielt dabei auf die im Netz - offenbar vollkommen unabgestimmt mit den Fahrplanern - ausgelösten neuen 30 km/h-Abschnitte an.

"Wenn das Aufstellen neuer Geschwindigkeitstafeln die einzige Aktivität der DB Netz im Jahr 2004 bleibt, dann können wir uns langfristig von der Südharzstrecke wohl verabschieden - und damit von einer Bahnlinie, die werktäglich von mehr als 2.500 Kunden genutzt wird und die auch für den Tourismus im Südharz bedeutsam ist. Anderswo wurden inzwischen Strecken mit lediglich einigen hundert Kunden auf Vordermann gebracht - aber mit uns Südharzern kann man es ja offenbar machen" so der sichtlich erboste Reinboth weiter.

Von "skandalösen Zuständen" im Schienenverkehr in Nordthüringen spricht inzwischen offiziell die Nahverkehrsgesellschaft Thüringen (NVS) in Erfurt. In einem Schreiben an die Initiative listet sie die rund um Nordhausen vorhandenen Schwachstellen auf. Besonders die Strecke nach Kassel - einst ein Vorzeigeprojekt der deutschen Einheit - ist hiervon betroffen. "Gut klappt es vor allem auf der Strecke nach Ilfeld - und die gehört der Harzer Schmalspurbahn…." kommentiert Reinboth bitter. Mit vorläufigen Maßnahmen versucht die DB immerhin inzwischen, die Anschlüsse für die Kunden in Northeim sicherzustellen. Dies geht aber zu Lasten der Fahrzeit nach Nordhausen.

Aktionen erwartet "Höchste Eisenbahn" auch von den für den Südharz zuständigen Abgeordneten des Bundestages und der Landtage. Die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region sowie der aus Nordhausen kommende Landesminister Dr. Zeh erhalten in diesen Tagen Post von der Initiative. "Einige müssten sich aber selbst von der Bahn auf den Arm genommen fühlen, denn zum Beispiel wurden auf der Fahrt mit MdB Fischer und MdL Seeringer Pläne vorgelegt, die nunmehr offenbar in den Schubladen verschwunden sind."

Schließlich müssen nach Auffassung von "Höchste Eisenbahn" auch die Kommunalpolitiker und hier vor allem die Landräte und Bürgermeister wieder ran. "Hier hat man sich in den letzten Jahren ja wirklich vielfach bemüht. Aber man muss erkennen, dass nur der die Nase vorn hat, der den Mittel verwaltenden Stellen ständig auf die Bude rückt. Das gilt auch für uns selbst, denn wir haben nach den letzten Zusagen ebenfalls geglaubt, einmal durchatmen zu können. Aber genau hierauf scheint man bei der Bahn nur gewartet zu haben." Die Durchsetzung der vollständigen Sanierung der Südharzstrecke muss, so Michael Reinboth abschließend, ein ebensolcher Dauerbrenner werden wie die Entlastung von Barbis. Denn der Südharz brauche auch eine leistungsfähige Schienenanbindung.

Am 21. Februar 2004 will "Höchste Eisenbahn" in Scharzfeld ab 13.30 Uhr im Hotel Thiele (gegenüber dem Bahnhof) weitere Aktionen beraten und auf den Weg bringen.
Autor: nnz

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