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Mi, 18:59 Uhr
27.09.2000

Leserbrief: Ein gelungenes Fest trotz "schwarzer Wolken"

Die nnz hatte heute über die geplante Versteigerung der Sanmeda-Klinik in Sülzhayn berichtet. Nun erhielt nnz einen Leserbrief von Uta Seifert aus dem Kurort im Südharz. Er berichtet von Erfolgen, aber auch von den Sorgen der Menschen:

Mit einem Chorkonzert der Kantorei Nordhausen in der Sülzhayner St. Katharinenkirche begannen am Freitagabend die Feierlichkeiten zur 1050- Jahrfeier des Kurortes.
Ein Jahr dauerte die Vorbereitung im Festkomitee. In zahlreichen Sitzungen wurde über Programme und deren Gestaltung diskutiert. Es sollte ein schönes Fest für die Bürger und Besucher des verträumten Kurortes Sülzhayn werden. Aber Veranstalter sind immer geplagte Menschen. Für sie bleibt bis zum letzten Programmpunkt die Frage offen, kommen genügend Besucher, decken sich die Kosten, spielt das Wetter mit, kommen alle Veranstalter, kurzum, wird Alles gut laufen?
Das Festprogramm am Samstagabend im Kulturzentrum war von besonderer Art. Mit einem Streifzug durch die 1050- jährige Geschichte des immer wieder geplagten Ortes Sülzhayn führten der Ortsbürgermeister Horst Lange und Herr Rudi Fritz. Unterstrichen wurden diese durch Darbietungen der Laienspielgruppe des Karnevalvereins Sülzhayn und dem Programm des Männergesangvereins mit seinem Vokalquintett.
Mit einer gelungenen kulinarischen Wanderung durch Sülzhayn präsentierten sich die Mitarbeiter des erst in diesem Jahr eröffneten Parkhotels den Gästen.
Für die ausgefallenen "Harzbuben" sprang kurzerhand die "Nordhäuser Touringband" ein, so war der Jubiläumsball gerettet.
Das bunte Markttreiben wurde am Sonntagmorgen durch die Muskönigin aus Gudersleben eröffnet, am Nachmittag präsentierte sich Sülzhayns erste Rhododendronkönigin. Bei Kaffee und Kuchen lauschten viele hundert Besucher den Darbietungen der Folkloregruppe Sülzhayn und den Brauchtums- und Folkloregruppen der umliegenden Harzorte im Kurpark.
Wer kann am besten mit Feuer umgehen? Die Feuerwehr! Emsig wie die Bienen zündeten sie ein Meer von Lichtern an, die den Kurpark erleuchteten. Einen krönenden Abschluß fand das Fest mit einem Höhenfeuerwerk, welches in seiner Schönheit sich über die Zuschauer ergoß, die es mit Begeisterung sahen und mit viel Applaus dankten.
Das Fest war vorbei und alle Höhen und Tiefen vergessen. Dank des Wettergottes der die schönsten Herbsttage zauberte, der Gastronomie im Ort, deren Belastbarkeit durch die unzähligen Besucher bis auf daß äußerste getestet wurden und all denen, die unsichtbar die Fäden für ein gutes Gelingen in der Hand hatten.
Keiner der Gäste und Besucher merkte etwas von dem schweren Gewitter das seit einigen Wochen über dem Ortsbürgermeister und dem Ortschaftsrat liegt. Jahrelange Bemühungen, unseren schönen Kurort Sülzhayn wieder auf die Beine zu stellen werden massiv untergraben. Erst waren es vierzig Jahre Sperrgebiet, dann die Angst vor dem Steinbruch und eine geplante Schweinezucht, die uns das Leben erschwerten. Dann wieder das ewige Ringen um die Straßenanbindung zum Oberharz und zuletzt die Schließung der Fachklinik am Haidberg.
Jetzt soll uns etwas ganz außergewöhnliches treffen. Im Gespräch sind einige hundert jugendliche Mehrfachstraftäter mit erheblicher Gewaltbereitschaft, die nach der im Oktober geplanten Versteigerung der Klinik dort resozialisiert werden sollen. Es klingt wie ein schlechter Scherz! Fördermittel die unter anderem in den Dr. Kremser Park, dem Haus des Gastes, den örtlichen Straßenbau und weitere Investitionen geflossen sind wären dann ein Flop. Die Existenz aller Investoren steht auf dem Spiel. Davon betroffen sind natürlich alle, denen man in Sülzhayn schöne Bauplätze verkauft hat. Auch die über zehn Jahre erkämpften und erhaltenen Arbeitsplätze in der KMG- Rehabilitationsklinik sind dann erledigt. Wer dabei nur an Sülzhayn denkt, der irrt, denn die Auswirkungen werden weit über die Ortsgrenzen hinaus zu spüren sein.
Uta Seifert, 99755 Sülzhayn
Autor: psg

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