Fr, 10:45 Uhr
28.09.2012
Antworten vom "Steppenwolf"
nnz-Autorin Heidelore Kneffel bemüht sich seit Jahren, den Nachlass des Nordhäuser Schriftstellers Adolf Scheer aufzuarbeiten. Jetzt wurden Briefe von Herrmann Hesse gefunden...
Dass ich im Jahr 2012, in dem sich Hermann Hesses Tod zum 50. Mal jährt, auf einen großen Karton aufmerksam gemacht wurde, in dem die Antwortbriefe bzw. Antwortkarten des Schriftstellers, Dichters und Aquarellmalers Hesse an den Nordhäuser Schriftsteller Adolf Scheer (1897-1984) neben denjenigen an andere Persönlickkeiten des Geistesleben des 20. Jahrhunderts aufbewahrt sind, ist eine glückliche Fügung.
Briefe entdeckt (Foto: H. Kneffel)
Obwohl ich seit Jahren bemüht bin, den umfänglichen Nachlass Scheers, den er seiner Heimatstadt 1983/84 in mehreren großen Kartons vermachte und der damaligen Leiterin des Meyenburgmuseums, Frau Lappin, übergab, aufzuarbeiten, sind also immer noch Überraschungen möglich.
Der Briefwechsel dauerte von 1947 bis zu Hesses Ableben 1962 und Ninon Hesse sandte die Todesanzeige auch nach Nordhausen. Im Nachlass Scheers sind eigene schriftstellerische Werke enthalten, seine Tagebücher und sein umfänglicher Briefwechsel mit Schriftstellern, Künstlern, Musikern, Komponisten, Verlegern. Am bekanntesten ist sein Briefwechsel mit dem Künstler und Dramatiker Ernst Barlach. Dessen Antwortbriefe an den Nordhäuser sind in den Briefbänden Barlachs veröffentlicht.
Ausführliches über diese Briefbekanntschaft wurde im 6. Jahrbuch des Landkreises Nordhausen 1998 unter dem Titel Aber der Denunziant pfeift seine Signale aus dem Loch unreinlicher Verborgenheit ... veröffentlicht. Im 10. Jahrbuch 2002 heißt ein Beitrag Doch es gibt noch einen anderen Hunger, nämlich den nach dem gesprochenen und geschriebenen Wort ..., der Briefwechsel Adolf Scheers mit Hermann Hesse. Die Fortsetzung war ein Jahr später im 11. Jahrbuch unter demselben Titel zu lesen.
Damals entdeckte ich leider in dem Nachlass, der in der Zwischenzeit ins Stadtarchiv gebracht worden war und ins Kunstdepot in den Walkenrieder Hof, keine Antworten des Dichters und Schriftstellers Hermann Hesse an Scheer. Mir standen nur Scheers Abschriften seiner Briefe an Hesse zur Verfügung. Auch die in Scheers Briefen erwähnten kleinen bibliophilen Hesse- Drucke, die Zeitungsbeilagen, die Zeitungsausschnitte, die Hesse-Bücher, die der Schriftsteller ihm zukommen ließ, waren nicht greifbar. Bis auf die Bücher hat sich diese Situation jetzt geändert.
So kann während der Veranstaltung am morgigen Samstag ab 17.00 Uhr im Kunsthaus Meyenburg in drei Vitrinen ein Teil des neu Gefundenen ausgestellt werden. Wie gemeldet, wird der ehemalige Suhrkamp-Lektor und Herausgeber der Hermann-Hesse-Gesamtausgabe, Volker Michels, zur Aktualität Hermann Hesses am Samstagnachmittag im Kunsthaus einen Vortrag halten. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Buchhaus Rose und dem Kulturamt der Stadt Nordhausen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzDass ich im Jahr 2012, in dem sich Hermann Hesses Tod zum 50. Mal jährt, auf einen großen Karton aufmerksam gemacht wurde, in dem die Antwortbriefe bzw. Antwortkarten des Schriftstellers, Dichters und Aquarellmalers Hesse an den Nordhäuser Schriftsteller Adolf Scheer (1897-1984) neben denjenigen an andere Persönlickkeiten des Geistesleben des 20. Jahrhunderts aufbewahrt sind, ist eine glückliche Fügung.
Briefe entdeckt (Foto: H. Kneffel)
Obwohl ich seit Jahren bemüht bin, den umfänglichen Nachlass Scheers, den er seiner Heimatstadt 1983/84 in mehreren großen Kartons vermachte und der damaligen Leiterin des Meyenburgmuseums, Frau Lappin, übergab, aufzuarbeiten, sind also immer noch Überraschungen möglich. Der Briefwechsel dauerte von 1947 bis zu Hesses Ableben 1962 und Ninon Hesse sandte die Todesanzeige auch nach Nordhausen. Im Nachlass Scheers sind eigene schriftstellerische Werke enthalten, seine Tagebücher und sein umfänglicher Briefwechsel mit Schriftstellern, Künstlern, Musikern, Komponisten, Verlegern. Am bekanntesten ist sein Briefwechsel mit dem Künstler und Dramatiker Ernst Barlach. Dessen Antwortbriefe an den Nordhäuser sind in den Briefbänden Barlachs veröffentlicht.
Ausführliches über diese Briefbekanntschaft wurde im 6. Jahrbuch des Landkreises Nordhausen 1998 unter dem Titel Aber der Denunziant pfeift seine Signale aus dem Loch unreinlicher Verborgenheit ... veröffentlicht. Im 10. Jahrbuch 2002 heißt ein Beitrag Doch es gibt noch einen anderen Hunger, nämlich den nach dem gesprochenen und geschriebenen Wort ..., der Briefwechsel Adolf Scheers mit Hermann Hesse. Die Fortsetzung war ein Jahr später im 11. Jahrbuch unter demselben Titel zu lesen.
Damals entdeckte ich leider in dem Nachlass, der in der Zwischenzeit ins Stadtarchiv gebracht worden war und ins Kunstdepot in den Walkenrieder Hof, keine Antworten des Dichters und Schriftstellers Hermann Hesse an Scheer. Mir standen nur Scheers Abschriften seiner Briefe an Hesse zur Verfügung. Auch die in Scheers Briefen erwähnten kleinen bibliophilen Hesse- Drucke, die Zeitungsbeilagen, die Zeitungsausschnitte, die Hesse-Bücher, die der Schriftsteller ihm zukommen ließ, waren nicht greifbar. Bis auf die Bücher hat sich diese Situation jetzt geändert.
So kann während der Veranstaltung am morgigen Samstag ab 17.00 Uhr im Kunsthaus Meyenburg in drei Vitrinen ein Teil des neu Gefundenen ausgestellt werden. Wie gemeldet, wird der ehemalige Suhrkamp-Lektor und Herausgeber der Hermann-Hesse-Gesamtausgabe, Volker Michels, zur Aktualität Hermann Hesses am Samstagnachmittag im Kunsthaus einen Vortrag halten. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Buchhaus Rose und dem Kulturamt der Stadt Nordhausen.
Heidelore Kneffel



