Di, 06:45 Uhr
25.09.2012
Praxen sind geschlossen
Wer am Freitag im Landkreis Nordhausen die Praxis eines niedergelassenen Arztes aufsucht, der wird vor verschlossenen Türen stehen. Aber es gibt Alternativen...
Mit geschlossenen Praxen wollen die Mediziner den Druck auf die Krankenkassen erhöhen, denn die hatten in den Verhandlungen zu Honoraren die aus Sicht der Ärzte lächerliche Erhöhung von 0.9 Prozent angeboten. Was die Kassenärztliche Vereinigung in Thüringen auf diversen Flugblättern verschweigt: Die Ärzteseite wollte eine Erhöhung jenseits der 10 Prozent.
Nun haben die Praxen geschlossen. Wohl bedacht am letzten Freitag dieses Quartals. Insider wissen, dass an solch einem Abrechnungstag nicht allzuviel in den Praxen läuft. Die meisten von ihnen haben nur bis Mittag geöffnet. "Mit dem thüringenweiten Tag der Kassenbürokratie wollen wir aber auch darauf aufmerksam machen, dass wir in Thüringen die geringste Vergütung pro Patient pro Quartal aufweisen. Über alle Ärzte sind dies lediglich 51 Euro. Für uns ist es daher nicht hinnehmbar, dass der Preis für die ärztliche Leistung lediglich um 0,9 Prozent angehoben werden soll, obwohl seit 2008 keine Anpassung erfolgte. Wir brauchen dringend eine höhere Vergütung der ärztlichen Leistungen, um in Geräte investieren zu können, die lhnen den höchsten medizinischen Standard bieten, und um unser Praxispersonal ihrer hervorragenden Arbeit entsprechend zu vergüten", wird auf Handzetteln für diese Aktion geworben.
Im Landkreis Nordhausen ist der Arzt Herbert Spiller derjenige, der die Kreissstelle der Kassenärztlichen Vereinigung seit Jahren leitet. Er verweist im Gespräch mit der nnz darauf, dass die Dienstvertretung abgesichert sei. "Die Kollegen im MVZ des Südharz-Klinikums übernehmen während ihrer Sprechzeiten die Notdienste. Den Fahrdienst übernehmen zwei niedergelassene Kollegen. Sie sind unter der Rufnummer 116 117 zu erreichen."
Laut Herbert Spiller geht es neben den höheren Honoraren auch um andere Aspekte der Protestaktion: "Auch brauchen wir in Thüringen einen finanziellen Anreiz, damit der Ärztemangel nicht weiter um sich greift und unsere Bürger auch in Zukunft umfassend und wohnortnah ärztlich versorgt werden können." Da mag der Mann durchaus richtig liegen, denn in der ländlichen Gegend wird es immer schwieriger einen jungen Arzt zu Niederlassung zu bewegen.
Doch allein das Honorar in Thüringen ist es nicht, was das Land so unattraktiv macht. Wer will schon gern Mackenrode oder Görsbach gegen München oder Düsseldorf tauschen.
Autor: nnzMit geschlossenen Praxen wollen die Mediziner den Druck auf die Krankenkassen erhöhen, denn die hatten in den Verhandlungen zu Honoraren die aus Sicht der Ärzte lächerliche Erhöhung von 0.9 Prozent angeboten. Was die Kassenärztliche Vereinigung in Thüringen auf diversen Flugblättern verschweigt: Die Ärzteseite wollte eine Erhöhung jenseits der 10 Prozent.
Nun haben die Praxen geschlossen. Wohl bedacht am letzten Freitag dieses Quartals. Insider wissen, dass an solch einem Abrechnungstag nicht allzuviel in den Praxen läuft. Die meisten von ihnen haben nur bis Mittag geöffnet. "Mit dem thüringenweiten Tag der Kassenbürokratie wollen wir aber auch darauf aufmerksam machen, dass wir in Thüringen die geringste Vergütung pro Patient pro Quartal aufweisen. Über alle Ärzte sind dies lediglich 51 Euro. Für uns ist es daher nicht hinnehmbar, dass der Preis für die ärztliche Leistung lediglich um 0,9 Prozent angehoben werden soll, obwohl seit 2008 keine Anpassung erfolgte. Wir brauchen dringend eine höhere Vergütung der ärztlichen Leistungen, um in Geräte investieren zu können, die lhnen den höchsten medizinischen Standard bieten, und um unser Praxispersonal ihrer hervorragenden Arbeit entsprechend zu vergüten", wird auf Handzetteln für diese Aktion geworben.
Im Landkreis Nordhausen ist der Arzt Herbert Spiller derjenige, der die Kreissstelle der Kassenärztlichen Vereinigung seit Jahren leitet. Er verweist im Gespräch mit der nnz darauf, dass die Dienstvertretung abgesichert sei. "Die Kollegen im MVZ des Südharz-Klinikums übernehmen während ihrer Sprechzeiten die Notdienste. Den Fahrdienst übernehmen zwei niedergelassene Kollegen. Sie sind unter der Rufnummer 116 117 zu erreichen."
Laut Herbert Spiller geht es neben den höheren Honoraren auch um andere Aspekte der Protestaktion: "Auch brauchen wir in Thüringen einen finanziellen Anreiz, damit der Ärztemangel nicht weiter um sich greift und unsere Bürger auch in Zukunft umfassend und wohnortnah ärztlich versorgt werden können." Da mag der Mann durchaus richtig liegen, denn in der ländlichen Gegend wird es immer schwieriger einen jungen Arzt zu Niederlassung zu bewegen.
Doch allein das Honorar in Thüringen ist es nicht, was das Land so unattraktiv macht. Wer will schon gern Mackenrode oder Görsbach gegen München oder Düsseldorf tauschen.


