eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 11:17 Uhr
17.09.2012

2000 mal Mut schöpfen

Der Nordhäuser Rathausplatz wird am Mittwoch von 2000 Schüsseln bedeckt sein. Der Grund ist die Aktion „Mut schöpfen“, mit der die Nordthüringer Caritas-Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt in Kooperation mit der Stadtverwaltung Nordhausen auf das Problem der häuslichen Gewalt aufmerksam machen möchten...

Unterstützt die Aktion: Dr. Klaus Zeh (Foto: P. Grabe) Unterstützt die Aktion: Dr. Klaus Zeh (Foto: P. Grabe)
Mut schöpfen: Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh unterstützt als Schirmherr die Aktion „Mut schöpfen“. Sie wird von Kathrin Meinert (links) und ihrer Kollegin Steffi Mayer in Kooperation mit der Stadtverwaltung vorbereitet.

Jede Schüssel steht dabei für ein Opfer häuslicher Gewalt in Nordthüringen. Schirmherr der Veranstaltung ist Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (CDU). „Das Thema häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Es ist ein trauriges und für die Betroffenen leider oft auch tragisches Phänomen aller gesellschaftlichen Milieus. Mit der Förderung einer Kultur des Hinschauens und ganz konkret mit der Unterstützung dieser Aktion `Mut schöpfen´ machen wir deutlich, dass es sich um ein Problem handelt, das uns alle angeht, und das leider, wenn auch im Verborgenen, allgegenwärtig ist. Ich unterstütze die Aktion gerne, zumal ich aus früheren persönlichen Begegnungen weiß, dass die beiden Mitarbeiterinnen in Kooperation mit den Netzwerken eine sehr qualifizierte und einfühlsame Beratungsarbeit leisten“, sagte der Oberbürgermeister.

„'Mut schöpfen' soll eine bewusst ruhige Veranstaltung sein. Wir Mitarbeiterinnen der Interventionsstelle werden gemeinsam mit unseren Partnern vom Arbeitskreis gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen und dem Frauennetzwerk ab 9.30 Uhr die Schüsseln auf dem Platz aufstellen. Anschließend werden wir Wasser aus dem Rathausbrunnen schöpfen und damit die Schüsseln füllen. Die Schüsseln sind sehr verschieden und stehen für die unterschiedlichen Schicksale von Frauen und Männern und den dahinter verborgenen betroffenen Kindern“, sagte Steffi Mayer, Leiterin der Nordthüringer Caritas-Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt.

Das Aufstellen und Befüllen wird ungefähr anderthalb Stunden in Anspruch nehmen. „Anschließend werden die Schüsseln bedächtig entleert. „Die Bedächtigkeit der Aktion ist bewusst gewählt: Das Thema ist zu ernst und wichtig, um es mit Provokationen oder hektischem Aktionismus zu illustrieren. Es geht um Sensibilisierung. Die Passanten sollen kurz innehalten, darüber nachdenken – und sich auch informieren.

So stehen an allen Ecken des Rathausplatzes Informationsstände zum Thema mit Statistiken zum Problem und mit Hinweisen zum Verhalten in Gewaltsituationen. Vor Ort stehen natürlich auch Ansprechpartner bereit. Eine Beratung vor Ort ist selbstverständlich nicht möglich. Allerdings gibt es Informationen, wo Beratungsgespräche stattfinden“, so Kathrin Meinert von der Interventionsstelle.. Die Veranstaltung endet gegen 15 Uhr.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
ellen64
17.09.2012, 13:02 Uhr
2000 mal Mut schöpfen
Hallo ,
ich finde die Aktion super und kann es nur begrüßen. Leider gibt es viel zuwenig Frauen und Männer, die über häusliche Gewalt reden und die betroffen Kinder reden erst nach sehr langer Zeit oder garnicht. Das sollte uns allen zu denken geben.

Die 2000 Schüsseln auf dem Rathausplatz sind nur ein Teil der Opfer gegen häusliche Gewalt, den die Dunkelziffer der betroffen Menschen die Angst hat liegt weit höher .

Ich kann leider aus Erfahrung sprechen ,
da ich selbst OPFER mit meinem SOHN geworden bin und nach wie vor diese Wunden ständig schmerzen !!!!!!!!!

Keiner sollte wegschauen, ob Familie, Bekannte oder Freunde, jeder sollte wenn er betroffene Menschen kennt, dem jenigen helfen und nicht wenn es zu späth ist.

Bitte macht alle mit, mit Stille und innehalten auf dem Rathausplatz am Mittwoch aufmerksam;

Denn häusliche Gewalt und Stalking sind keine Kavaliersdelikte !!!
Retupmoc
17.09.2012, 14:23 Uhr
Glaube
Tolle Aktion. Ich bezweifle nur, das deswegen jetzt Gewalttäter von ihren Opfern ablassen. Es hilft nur ein konsequentes Vorgehen gegen die Täter mit Gefängnisstrafen. 2000 Schüsseln sind Kindergartenpädagogik.
ellen64
17.09.2012, 15:52 Uhr
Hallo
Hallo,
die Meinung ist zwar nicht ganz falsch ,
habe ich doch geschrieben das es ein guter Anfang ist auf diese Problematik aufmerksam zu machen .
Was das Thema Strafe der Täter angeht , wollen wir darüber reden , es ist doch so das der Täter kaum oder gar keine Strafe erhält .
TeeEff
17.09.2012, 21:58 Uhr
Gefährliche einseitige Darstellung
Man spricht hier nur von Tätern, wieso nicht von Täter_Innen? Es gibt nämlich zahlreiche männliche Opfer häuslicher Gewalt - jedoch ist sich als Mann zu dem Problem bekennen noch schlimmer gesellschaftlich geächtet als Homosexualität eines Bundesliga-Fußballers!

"Der Soziologe und Kriminologe Michael Bock sieht häusliche Gewalt nicht als geschlechtsspezifisches Phänomen. Von Dunkelfeldschätzungen und sekundäranalytischen Arbeiten schlussfolgert er, dass Frauen und Männer nahezu gleich häufig ein aggressives Verhalten an den Tag legten. Wahrnehmbare Verletzungen seien jedoch bei weiblichen Opfern um 62 Prozent häufiger als bei männlichen."

und:

"Peter Döge stellt in seiner 2010 veröffentlichten Studie im Auftrag der EKD-Männerarbeit zusammenfassend fest: "Männer und Frauen sind zu etwa gleichen Teilen „Täter“: etwa 30 % der Frauen und der Männer sind gewaltaktiv - jedoch in jeweils unterschiedlichen Formen: Männer tendieren stärker zu (sichtbarer) physischer Gewalt, Frauen stärker zu (unsichtbarer) Kontrollgewalt und verbaler Gewalt."

Ja, Quelle ist nur aus Wikipedia, aber dortige weiterführende Links und eigenes googlen ist interessant und wirft viele ungestellte Fragen auf.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)