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Do, 11:27 Uhr
06.09.2012

Blowing in the Wind

Der Nordhäuser Unternehmerverband (NUV) hatte am Mittwochnachmittag zu einem Klubabend in ein Unternehmen eingeladen, das unmittelbar mit der Nutzung erneuerbarer Energien verbunden ist: der Rotorblattbauer Sinoi GmbH in Nordhausen. Und da kennt man die Antwort auf den Wind...


Auch die musikalische Begrüßung der Gäste war dem Themenabend angemessen. Zu Gehör gebracht wurde der Bob-Dylan-Klassiker “Blowing in the Wind”. Begrüßt wurden die Unternehmer vom kaufmännischen Direktor der Sinoi GmbH, Carsten Zaremba, der sowohl die Historie des Standortes als auch das Produktionsportfolio vorstellte. Danach führte NUV-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Junker in das Thema ein und begrüßte besonders die Landtagsabgeordnete Evelin Groß (CDU), die für den Nordhäuser Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh in den Landtag nachgerückt ist. Wenig später nahm auch Landrätin Birgit Keller an der Veranstaltung teil. Junker nannte die begonnene Energiewende einen Balanceakt zwischen einer Jahrhundertaufgabe zur “Rettung der Erde” oder einem Jahrhundertflop in Bezug auf Preisentwicklung, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Prof. Dr. Joachim Fischer von der Nordhäuser Fachhochschule ging dabei sowohl auf den energiepolitischen Hintergrund und die Historie der Energiewende ein, schilderte aber auch den Status Quo der erneuerbaren Energien in Thüringen. Im Freistaat gibt es keine großen thermischen Kraftwerke, dafür habe sich der Anteil der regenerativen Energien erfreulich entwickelt, vor allem die Nutzung der Bioenergie. Ziel für Thüringen sei der Ausbau der regenerativen Energien auf 45 Prozent des Gesamtbedarfs bis zum Jahr 2020. Technische Potentiale wären in Thüringen durchaus vorhaben, so Prof. Fischer. Schwerpunkt werde die konsequente Nutzung der Windenergie sein. Dann könnte Thüringen, so sein Blick in die Zukunft, sogar ein Exporteur von Energie werden.

Danach berichtete Hans-Peter Dörflinger, der Geschäftsführer der Energieversorgung Nordhausen, über die Sichtweise eines Energieversorgers vor Ort. In dieser Position müssen man dem Kunden erklären, dass die Energiewende nicht nur notwendig sei, sondern dass diese Politik ihren Preis habe. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, schließlich müssten die Verbraucher diesen Preis aufbringen. Dörflinger schilderte auch Probleme.

Er sagte, das 97 Prozent aller Photovoltaik-Anlagen zum Beispiel nicht an die überregionalen Netze angeschlossen sind, sondern sie belasten die regionalen Netze wie die der EVN, die für diese Struktur nicht geplant und realisiert wurden. Seit vielen Jahren engagiert sich der regionale Versorger in der Photovoltaik-Technik. Beispiele sind die EVN-Gebäude selbst oder die beiden Schulen auf dem Petersberg in Nordhausen.

Nach den Ausführungen des technischen Leiters der Sinoi GmbH, Niels Ludwig, wurden die Mitglieder des Unternehmerverbandes durch die Produktionsräume geführt und wurde der gesamte Prozess erläutert. Fazit aus der Sicht des Produzenten von Rotorblättern mit einer Länge von 25 und 50 Metern: Absatzprobleme wird man in den kommenden Jahrzehnten nicht bekommen.
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
50 Meter lang sind die Rotorblätter (Foto: NUV)
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
06.09.2012, 23:25 Uhr
NUV -Sinoi als Exkursionsziel - eine gute Entscheidung
Dass sich der Nordhäuser Unternehmerverband NUV den Windpark-Produzenten Sinoi als Exkursionsziel ausgewählt hat, finde ich ebenso zukunftsweisend, wie Äußerungen der Anwesenden. Die Wirtschaft will Umsätze generieren, Wohlstand sichern und Arbeitsplätze erhalten. Dass all dies nur mit einem rechtzeitigen Umsteuern zumindest z.T. möglich sein wird, wird unter Ökonomen immer mehr zum Allgemeingut. Denn auch wenn es die Unternehmen gern verdrängen: Sie hängen mehr von einer intakten Biosphäre ab, als sie oftmals glauben: Die Kosten des Klimawandels steigen stetig und ungebremst, und die Kosten, die wir heute haben, sind erst ein ganz kleiner und zaghafter Anfang. Wenn der Kapital der Firmen indirekt künftig immer mehr in steigende Versicherungspolicen und allgemeine staatliche Katastrophenschutzmaßnahmen fließt, so senkt dies ebenso deren Gewinne, wie die Folgen steigender Preise für immer knapper werdende Ressourcen. Und auch Hitzetote, 2003 waren es in Europa Zehntausende,könnten unverzichtbare Mitarbeiter der Unternehmen sein.
Den Wind bekommen wir umsonst, sauber, unendlich und sicher. Eine Windenergieanlage benötigt wenig Platz, es muss kaum versiegelt werden.
Windenergie aber greift vor allem nicht in die ethisch und ökologisch bedenklichen Strukturen des internationalen Nahrungsmittelsektors ein, wie die wie Pilzee aus dem Boden schießenden Biogasanlagen.
Mit jeder Kilowattstunde Windstrom sparen wir beim Verfeuern fossiler Brennstoffe ein.
Dennoch verbrauchen auch Windenergieanlagen Ressourcen: Mit ihnen so sparsam wie möglich umzugehen, ist immer ein Gebot der Stunde.
Von der Einhaltung des UN-2-Grad.Zieles - als oberste Grenze der Temperaturerhöhung auf der Erde hängt eine Menge ab. Abermillionen Menschenleben, die Zukunft ganzer Staaten und deren Ökonomien. Möglicherweise aber haben wir bereits Hebel umgelegt, die zu unbeherrschbaren Folgen führen: Das grönländische Eisschild taute 2012 so sehr wie nie zuvor und das Arktiseis schmolz aiuf einen kläglichen Rest zusammen. Sollte Grönland nicht zu retten sein, bedeutet dies eine Apokalypse für Abermillionen Menschen in aller Welt. Sie zahken dann die Zeche für eine verfehlte und kurzsichtige Wirtschafts- und Wohlstandspolitik der reichen Länder - mit undbsehbaren Folgen auch für uns: Wohin z.B. sollen denn 10 Millionen Menschen aus Bangadesh, wenn sie vom Untergang bedroht sind? Was ist, wenn Hamburg und ganz Holland für immer unter Wasser stehen?
Der Mensch neigt nicht zum Denken über die Ansprüche seines eigenen Lebens hinaus. Ihm nicht genehme Vorstellungen verdrängt er gern - auf Kosten der Nachgeborenen.
Hoffen wir dennoch, dass Sinoi und andere schnell genug sind -mit der Produktion und mit ihren Zukunftsvisionen.
Dass der NUV-Chef Junker das Wort von der "Rettung der Erde" gebrauchte, finde ich aus dem Mund eines Unternehmers bahnbrechend. Denn damit gibt er ja zu, dass uns der Wohlstand und Diejeenigen, die ihn produzieren und konsumieren, erst in die Lage gebracht haben, die Erde retten zu müssen. Eine leider realistische und absolut traurige Einschätzung.
Ich glaube, bei den Unternehmern ein Umdenken zu beobachten. Sie wissen doch ganz genau, dass es so, wie bisher nicht weitergehen darf. Die weltweiten Fakten sind erdrückend. Hoffentlich interntionalisiert sich dieses Denken und mündet vor allem in unter dem Strich wirklich wirksames Handeln lokal und global.
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