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Do, 11:30 Uhr
06.09.2012

Noch eine einzige Chance

Jedes Jahr wieder gibt es die Meldungen aus dem Nordhäuser Rathaus, dass junge Menschen einen Ausbildung begonnen haben. Mit einem dieser Azubis hatte das Rathaus jetzt so seine Probleme...


Wir nennen den jungen Mann Ottokar M. (Name wurde von der Redaktion geändert). Er begann im September vergangenen Jahres seine Ausbildung in einem Bereich der Stadtverwaltung, die nicht unbedingt dem Kernbereich zuzuordnen ist. Der junge Mann war größtenteils unauffällig, was Mitarbeiter der Verwaltung bestätigen.

Auffällig wurde Ottokar M. im Vorfeld der Kranzniederlegung am 1. September diesen Jahres. Hier recherchierte das Rathaus im Internet nach bevorstehenden Aktivitäten der rechten Szene. Und man stieß in Facebook auf Ottokar, der neben dubiosen Kontakten und "Freunden" sich auch verherrlichend über einstige Nazigrößen ausgelassen hatte und darüber hinaus mehrfach im sozialen Netzwerk betonte, dass er ja bei der Stadtverwaltung eine Ausbildung genieße.

Daraufhin hatte das Nordhäuser Rathaus Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Parallel dazu wurden Gespräche geführt. Am Montag mit dem jungen Mann, in dessen Konsequenz eine Beendigung des Ausbildungsverhältnisses beschlossen wurde. Einen Tag später waren die Eltern und ihr Sohn zu einem zweiten Gespräch geladen. Hier kamen beiden Seiten zu dem Ergebnis, dass von einer fristlosen Kündigung abgesehen, die Strafanzeige jedoch aufrecht erhalten werde. Und es wurde ein Maßnahmeplan vereinbart, wie sich Ottokar M. künftig von der rechtsextremen Szene distanzieren solle. Mit anderen Worten: ihm wurde eine rote Linie aufgezeigt, die er nicht überschreiten solle.

"Wir hatten nach dem zweiten Gespräch den Eindruck, dass sich der Azubi an die Vereinbarungen halten wird und wollten ihm eine letzte Chance geben", sagt Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) im Gespräch mit der nnz. Jendricke weiß aber auch, dass dem jungen Mann arbeitsrechtlich nichts nachgesagt werden kann und eine fristlose Kündigung eines Ausbildungsverhältnisses aus diesen oben erwähnten Gründen kaum eine Chance in einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht haben wird.

Das jedoch darf für den jungen Ottokar M. kein Freibrief sein, sich weiter in der rechten Szene zu tummeln. Und darauf werden nicht nur seine Eltern und das Nordhäuser Rathaus mehr als einen Blick werfen.
Peter-Stefan Greiner

Update

„Wir fordern daher Nordhausens Oberbürgermeister Zeh auf, umgehend Sorge dafür zu tragen, dass der betreffende Auszubildende keinerlei Zugang zu personenbezogenen Daten erhält“, kommentiert Alexander Scharff, der Kreisvorsitzende der Linken, die Meldung.

Die Gefahr, dass auf diesem Wege Daten politisch aktiver Menschen in die falschen Hände geraten, sei zu groß. Zudem fordert der Kommunalpolitiker, dass jeglicher Publikumskontakt des Auszubildenden zu unterbinden sei. „Es ist zum Beispiel Bürgern mit Migrationshintergrund nicht zuzumuten, ihre Anliegen vor einem bekennenden Neonazi darzulegen.“, so Scharff abschließend.
Autor: nnz

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Kommentare
Retupmoc
06.09.2012, 12:50 Uhr
Lächerlichkeit
Zu dem Artikel an sich, gibt es eigentlich nichts zu sagen. Außer das sich die Frage stellt, ob "Ottokar" Straftaten begangen hat oder nur Sympathiesant ist?

Zu dem Statemant Linke Scharff möchte ich dann schon etwas dazugeben:

Nach der Wende (bis heute) begegne ich Menschen, die mich vor 1989 drangsaliert haben. Menschen, die mich zwingen wollten in die Partei einzutreten, Menschen die mit Schulnoten versuchten, meine Meinung zu beugen. Menschen die mich beim Arbeitgeber anschwärzten, wenn ich Westradio gehört habe.

Diese Menschen hatten (haben) zum Teil nach 1989 einen feinen Posten (teilweise bis heute) gehabt und hatten auch mit Daten der Bürger zu tun. Was sagen Sie zu diesen Mitmenschen? Wer hat diese Leute in den Staatsdienst der BRD gebracht? Für mich waren und sind das Verbrecher.

Deshalb: Was Sie machen Herr Scharff, ist eine Hexenjagd. Kehren Sie doch erstmal vor der eigenen linken Türe!
Eckenblitz
06.09.2012, 13:51 Uhr
Herr Scharff
Das Herr Scharff zu jung ist, um überhaupt zu wissen, wie der Alltag in „DDR“ ablief, ist jedem klar. Aber seine Gönner von der LINKEN PARTEI sollten das schon noch wissen.

Daher empfehle Herrn Scharff, sich einmal mit seinen eigenen Mitgliedern Auseinander zu setzen und sich genau erzählen zu lassen wie das so war in der „DDR“

Natürlich hat Herr Scharff recht, wenn er ein Verbot der BRAUNEN PARTEI verlangt.
Auf der anderen Seite hat man als Bürger immer wieder das Gefühl, dass man die Partei überhaupt nicht verbieten möchte.

Sie wird benötigt, um von der eigenen Unfähigkeit, korrekt zu regieren, abzulenken. Warum sonst benötigt man so viele V-Leute? Wie man hört beschaffen die V-Männer Waffen ,Sprengstoff usw. Ja sie sollen ja sogar Vorschläge machen, wie und wo man Anschläge machen könnte.

Ein anderes Problem ist die enorme Arbeitslosigkeit, die von der Regierung immer wieder verniedlicht wird, da man keine Konzepte dagegen hat. Genauso verhält sich das mit den Sinnvollen Angebote an Jugendliche.

Die Regierung denkt nur an sich und ihre Handlanger, der Bürger ist das letzte Glied in der Kette, oder?
Bommel39
06.09.2012, 14:12 Uhr
Hexenjagd
Genau dieses Wort fiel mir als erstes ein beim Lesen des "Statements" der Linken.
Ra.Fr.
06.09.2012, 15:15 Uhr
Billige Polemik
Herr Scharff scheint mit seinem Update nicht ganz auf dem laufenden zu sein. Alle Daten wie Anschrift und dergleichen der kommunalen Mandatsträger sind auf den Internetseiten der Stadt Nordhausen und des Landkreises für jedermann zugänglich. Soviel wie man bisher hören konnte möchte Ottokar M. auch nicht unbedingt die Vorzimmerdame des 1. Beigeordneten Herrn Jendricke werden, so dass sich die Sache mit der eventuellen Einsicht in vertrauliche oder geheime Daten wohl erübrigt.

Bei der Gelegenheit sollte man aber Herrn Scharff schon mal auf die nächste Kreistagssitzung hinweisen. Dort möchte sich seine ehemalige Fraktionsvorsitzende und jetzige Landrätin zu ihrem schon recht üppigen Bezügen von rund 7600 Euro im Monat auch noch den höchstmöglichen Satz, 370 Euro monatlich, an Aufwandsentschädigung sichern. Mal sehen ob er das dann auch eventuell moralisch und politisch sehr bedenklich findet?!
Wolfi65
06.09.2012, 16:34 Uhr
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