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Do, 20:08 Uhr
23.08.2012

Forum: Gegen Bestattungswälder?

Die Bestattung am Fuße eines Baumes inmitten der Natur ist eine Möglichkeit als letzte Ruhestätte. Auch für uns Thüringer Bürger sollte diese Bestattungsform endlich möglich sein! So die obige Frage und der Inhalt eines Leserbriefs, mit der Bitte, sich der Bürgerinitiative für Bestattungswälder anzuschließen...


Thüringen zeigt sich hierbei rückschrittlich. Bereits in 14 der 16 Bundesländer existieren zurzeit schon über 100 Bestattungswälder (u.a. Friedwälder und Ruheforste).

Das Thüringer Landesverwaltungsamt verweigert die Genehmigung eines Friedwaldes in Bad Berka. Hierbei macht sich die Verwaltung die Argumentation der Steinmetze-Innung zu Eigen und legt das Bestattungsgesetz nach Gutdünken aus. Das gleiche Bestattungsgesetz z.B. in Brandenburg erlaubt Bestattungswälder.

Als Hauptablehnungsgrund nennt das Landesverwaltungsamt das angeblich fehlende öffentliche Bedürfnis. Es trifft eben nicht zu, dass die Errichtung eines Friedwaldes dem § 25 Abs. 1 des Bestattungsgesetzes widersprechen würde. Denn hiernach müssen Friedhöfe bei Vorliegen eines öffentlichen Bedürfnisses errichtet werden.

Es ist darin nicht normiert, dass im Fall eines evtl. nur geringen öffentlichen Bedürfnisses kein neuer Friedhof eingerichtet werden darf. Soweit in den gesetzlichen Bestimmungen nicht ausdrücklich etwas anderes geregelt ist, bleibt es den Gemeinden überlassen nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit über die Art und den Umfang dieser Pflichtaufgabe selbst zu entscheiden (Kommentar zum Bestattungsgesetz Peter/Tilch).

Dass das öffentliche Bedürfnis auch in Thüringen vorhanden ist zeigen über 400 Anmeldungen von Thüringer Bürgern für eine solche Bestattung bei der Friedwald GmbH. Die am 12.05.2012 in Bad Berka gegründete Thüringenweit tätige Bürgerinitiative "Bestattungswälder in Thüringen" hat in nur drei Monaten bereits über 170 Mitglieder in ganz Thüringen. Die Bürgerinitiative ist nicht gegen bestehende Bestattungsformen sondern wir sind ausdrücklich für etwas, nämlich die Möglichkeit, dass Thüringer Bürger die das wünschen auch in Thüringen die letzte Ruhe unter einem Baum wählen können.

Viele Politiker stehen dieser Sache sehr aufgeschlossen gegenüber, so z.B. die SPD Landtagsabgeordneten Frau Mühlbauer und Herr Baumann. Sie unterstützen unsere Bürgerinitiative tatkräftig. Alle Oppositionsparteien im Thüringer Landtag können sich auch in Thüringen Bestattungswälder vorstellen. Nur eine kleine Anzahl von Politikern verhindert dies bisher. Das muss sich ändern !
Auch diese Politiker müssen endlich erkennen, dass die Welt nicht stehen bleibt und sich eben auch in der Bestattungskultur Zeiten ändern.

Wenn Kinder in der ganzen Welt arbeiten oder wegen der Arbeit in anderen Bundesländern wohnen fragen sich immer mehr Menschen, wer die Grabpflege übernehmen soll. Im Bestattungswald macht dies die Natur, denn der Wald bleibt für 99 Jahre in seiner natürlichen Form so wie er ist. Im Frühjahr blühen so es die Natur will Blümchen an der Grabstelle, im Herbst liegt buntes Laub darauf und im Winter wird die Grabstelle schön weiß mit Schnee bedeckt. Das ist würdevoll.

Albert Schweitzer sagte mal: "Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Menschen " … und nicht auf dem Friedhof sagen wir !

An alle Leser dieses Leserbriefes:

Unterstützen Sie unser Herzensanliegen. Werden Sie stilles oder aktives Mitglied in unserer Bürgerinitiative.
Gemeinsam können wir mehr erreichen. Haben Sie Fragen? Weitere Informationen erhalten Sie bei
Frieder Witte
Rosenweg 8
98617 Obermaßfeld-Grimmenthal
Tel.: 036949 20817
oder senden uns eine E-Mail an : bestattungswald-thueringen@t-online.de
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Basskultur
23.08.2012, 21:14 Uhr
schöne Sache
Ich wusste gar nicht das es in Thüringen nicht möglich ist sich auf diese Art bestatten zu lassen. Ich preferiere eben diese Form der Bestattung da sie in meinen Augen am ursprünglichsten ist... Von der Natur zur Natur , dieses jemandem abzusprechen finde ich nicht gerechtfertigt.

Danke für die Information
Retupmoc
24.08.2012, 07:58 Uhr
Glocken klingen anders
In Thüringen sind wir oft wirklich Hinterwäldler. Es spricht absolut nichts gegen eine solche Ruhestätte. Aber unsere Kirchenfürsten wollen das nicht.
wissender
24.08.2012, 08:59 Uhr
Wichtige zukunftsweisende Entscheidung
Ja dass im Forum angesprochene Thema der Bestattungswälder bewegt uns bei unserer täglichen Arbeit ständig. Unser Unternehemn ist Parter der Friedwald GmbH und mehrmals in der Woche haben wir Anfragen zu dieser Beisetzungsart. Leider müssen wir in Vorsorgegesprächen oder auch Angehörigen Verstorbener mitteilen, dass eine Friedwaldbestattung in Thüringen nicht möglich ist und auf den nächsten Wald in Bad Sachsa verweisen.

Der Thüriger allerdings als sehr heimatverbunden möchte gern in eigener Erde bestattet werden. Allerdings wenn sich jemand für das Nachbarbundesland entscheidet fließen auch Geldmittel dort hin, welche wir hier sicher auch gut brauchen könnten.

Die Friedhofsverwaltung hier in Nordhausen verspricht uns schon sei geraumer Zeit adäquate Flächen zur Verfügung zu stellen aber leider bis heute vergeblich. Wer allerdings in einem Wald bestattet werden möchte, möchte halt nicht auf einen Friedhof oder eine dort vorhandene Fläche.
Gut vorstellen könnte ich mir für Nordhausen den alten Friedhof oder den Förstemannpark als eine Alternative zum Wald.

Ich freue mich, dass die Initiative in Thüringen endlich etwas lauter zu hören ist und werde diese unterstützen. Den Politikern geht es leider so wie vielen unseren Mitmenschen, dass Thema Tod und alles was damit zusammenhängt ist ungeliebt und wird verdrängt.

Die Bestattungskultur in unserem Land ist aber schon seit Jahreen im Umbruch begriffen und hat sich sehr gewandelt. Leider nicht immer zum Besseren aber die Vielfältigkeit in der Angehörige ihre Trauer bewältigen und mittlerweile Gedenkplätze aussuchen können ist da sehr wohltuend.

Es bleibt zu Abschluss zu hoffen das Thüringen als eines der letzten Bundesländer aus aus seinem dieses Thema betreffenden Dornrößchenschlaf erwacht.

Frank Meier
Bestattermeister
Leiter Bestattungshaus in Nordhausen
Beiratsmitglied im VDB
Wolfi65
24.08.2012, 12:25 Uhr
Wieso wir?
Wieso sind "WIR" Hinterwäldler?@Retupmoc
Wenn Sie sich dazu zählen, ist das Ihre persönliche Entscheidung. Ich nicht!
Wenn es nach mir ginge, könnten Angehörige von Verstorbenen "ihre" Urnen mit nach Hause nehmen und dort z.B. auf den Kamin stellen. Oder die Urnen auch in einen Bestattungswald begraben.

Auch Grundbesitzer könnten Ihre Lieben auf ihren Land begraben. Ich habe damit kein Problem. Aber ich bin nicht das Volk, welches so etwas entscheiden sollte und nicht ein paar Staatsdiener.
Bürgerinitiative
24.08.2012, 14:48 Uhr
Rückschrittliches Thüringen
Wenn wir sagen Thüringen ist rückschrittlich, dann meinen wir nicht die Thüringer Bürger, sondern eine handvoll von Politiker. Die Thüringer Bürger haben längst gemerkt, dass die Welt sich weiter gedreht hat. Bestattungswälder sind nach dem Gesetz möglich. Aber das Landesverwaltungsamt dreht das Gesetz solange bis eine Ablehnung herauskommt.

Frieder Witte, Sprecher der BI
Wolfi65
24.08.2012, 16:04 Uhr
Nicht weit von hier
Habe im Netz einen Filmbeitrag von Bad Sachsa gesehen, wo es jetzt schon möglich ist, seine Verstorbenen in so einen Bestattungswald beerdigen zu lassen.

Dieses Angebot gilt wohl auch für Auswärtige.
Niedersachsen ist da wohl ein wenig weiter.
Deshalb möchte ich trotzdem nicht behaupten, dass der Freistaat Thueringen rückständig wäre. Mit freistaatlichem Gruß
Pe_rle
24.08.2012, 20:19 Uhr
in aller Stille
leider ist es so ,das sich die Städte in Thüringen dumm und dämlich an Friedhofsbestattungen verdienen. Und wer gibt gern eine sichere Einnahme aus den Händen.
Heißt ganz einfach .....neues Gesetz verhindern um jeden Preis
Und so wird bei so manchem Verstorbenen der letzte Wille ignoriert
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