Fr, 14:31 Uhr
05.12.2003
Es ist vollbracht
Nordhausen (nnz). Vor einer Stunde ist die neue Zeppelinbrücke in Nordhausen für den Verkehr freigegeben worden. Damit heißt es ab sofort freie Fahrt über das größte Brückenbauwerk der Rolandstadt. Viele Nordhäuser waren zum Banddurchschnitt gekommen – auch ein Minister...
Am Mittag noch fuhr Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) so zusagen dienstlich über die Neue. Heute Abend will er denn privat den neuen Weg über die Gleise der Deutschen Bahn und der Harzer Schmalspurbahnen nutzen, um im Marktkauf seinen Wochenendeinkauf zu tätigen. Reinholz würdigte in seiner Rede die Leistungen der Bauarbeiter, die einer Rekordzeit diese technische Meisterleistung ablieferten.
Der Bau der Brücke hatte es in sich. Schachtbau-Geschäftsführer Jürgen Stäter machte deutlich, dass es sich ja eigentlich um drei Brücken handele. Insgesamt seien 5.500 Kubikmeter Beton und 1.500 Tonnen Stahl in das 380 Meter lange Konstrukt verbaut worden. 7.000 Kubikmeter Sand und Erdboden seien in die rechte Form gebracht worden, damit letztlich auch 2.600 Quadratmeter Straßenfläche gefertigt werden konnten. Stäter dankte den Unternehmen, die gemeinsam mit der Schachtbau Nordhausen GmbH in einer Arbeitsgemeinschaft gewirkt hatten.
In ihrem Grußwort stellte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) auch einen historischen Bezug zum Namen der Brücke her. Nordhäuser wollten immer mal, dass ein Zeppelin über der Stadt kreisen sollte. Doch die Luftfahrtpioniere ließen sich selbst durch die Namensgebung der Brücke nicht bestechen. Letztlich half nur ein Paket mit Nordhäuser Doppelkorn und Kautabak. Der Zeppelin flog dann am 9. Juli 1913 über die Rolandstadt. Jetzt – in der Neuzeit – half die Eisenbahnkreuzungssanierungs-Förderrichtlinie des Freistaates Thüringen. Das Bauwerk wurde zu 90 Prozent gefördert, doch selbst die 1,6 Millionen Euro Eigenanteil bedeuteten für die Stadt einen Kraftakt. Letztlich sei es aber eine richtige Entscheidung gewesen, den weiteren Ausbau des Darrweges zugunsten der Brücke zu verschieben.
Um letztlich beim Korn zu bleiben: Jürgen Stäter konnte denn nach dem Durchschnitt des Bandes eine limitierte Auflage des Nordhäuser Brücken-Korns präsentieren. Und damit wurde dann noch auf der Brücke angestoßen. Und die Schachtbauer hatten noch was zu bieten. Die Kraniche, die vor einigen Tagen durch Vandalen zerstört worden waren, die hatten die Schachtbauer fachgerecht operiert, sie hatten die abgebrochenen Füße wieder angeschweißt.
Autor: nnz
Am Mittag noch fuhr Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) so zusagen dienstlich über die Neue. Heute Abend will er denn privat den neuen Weg über die Gleise der Deutschen Bahn und der Harzer Schmalspurbahnen nutzen, um im Marktkauf seinen Wochenendeinkauf zu tätigen. Reinholz würdigte in seiner Rede die Leistungen der Bauarbeiter, die einer Rekordzeit diese technische Meisterleistung ablieferten.
Der Bau der Brücke hatte es in sich. Schachtbau-Geschäftsführer Jürgen Stäter machte deutlich, dass es sich ja eigentlich um drei Brücken handele. Insgesamt seien 5.500 Kubikmeter Beton und 1.500 Tonnen Stahl in das 380 Meter lange Konstrukt verbaut worden. 7.000 Kubikmeter Sand und Erdboden seien in die rechte Form gebracht worden, damit letztlich auch 2.600 Quadratmeter Straßenfläche gefertigt werden konnten. Stäter dankte den Unternehmen, die gemeinsam mit der Schachtbau Nordhausen GmbH in einer Arbeitsgemeinschaft gewirkt hatten.
In ihrem Grußwort stellte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) auch einen historischen Bezug zum Namen der Brücke her. Nordhäuser wollten immer mal, dass ein Zeppelin über der Stadt kreisen sollte. Doch die Luftfahrtpioniere ließen sich selbst durch die Namensgebung der Brücke nicht bestechen. Letztlich half nur ein Paket mit Nordhäuser Doppelkorn und Kautabak. Der Zeppelin flog dann am 9. Juli 1913 über die Rolandstadt. Jetzt – in der Neuzeit – half die Eisenbahnkreuzungssanierungs-Förderrichtlinie des Freistaates Thüringen. Das Bauwerk wurde zu 90 Prozent gefördert, doch selbst die 1,6 Millionen Euro Eigenanteil bedeuteten für die Stadt einen Kraftakt. Letztlich sei es aber eine richtige Entscheidung gewesen, den weiteren Ausbau des Darrweges zugunsten der Brücke zu verschieben.
Um letztlich beim Korn zu bleiben: Jürgen Stäter konnte denn nach dem Durchschnitt des Bandes eine limitierte Auflage des Nordhäuser Brücken-Korns präsentieren. Und damit wurde dann noch auf der Brücke angestoßen. Und die Schachtbauer hatten noch was zu bieten. Die Kraniche, die vor einigen Tagen durch Vandalen zerstört worden waren, die hatten die Schachtbauer fachgerecht operiert, sie hatten die abgebrochenen Füße wieder angeschweißt.

