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Mi, 07:15 Uhr
18.07.2012

Der Grundstein liegt

Nordhausens Sommertheater ist schon vorbei. In der Traditionsberennerei bewies ein neuer Verein an zwei Wochenenden, dass auch mit alten Texten ein modernes Publikum zu gewinnen ist. Ein erstes Fazit.

Nach einer grandiosen Premiere (nnz berichtete) spielten die Mimen um Nordhausens Publikumsliebling Matthias Mitteldorf noch vier Vorstellungen der Molièreschen Komödie "Die Streiche des Scapin"im malerischen Innenhof der Echter Nordhäuser Traditionsbrenerei. Jetzt ist die Bühne abgebaut, die Stühle sind weggekarrt und der Schminktisch ist wieder ein Schreibtisch im Kontor.

extempore (Foto: extempore) extempore (Foto: extempore)

Heimspiel der Lokalmatadoren: Matthias Mitteldorf links als Scapin und Klaus Heydenbluth als Argante

Zwei Konstanten fallen bei allen Aufführungen ins Auge: 1. das Wetter war furchteinflößend aber trocken und 2. die Besucher waren im Anschluß an die Vorstellungen rundum zufrieden. Rund 600 Zuschauer fühlten sich bestens unterhalten und bestätigten das Konzept der Macher. Mit einer heiteren Geschichte, vorgetragen von erfahrenen Mimen wollte der junge Theaterverein den Grundstein für ein längerfristiges Engagement legen.

"Wir sind äußerst zufrieden. Alles hat nahezu perfekt geklappt, viel fleißige Helfer und Unterstützer haben das Projekt mit getragen. Sehr gern werden wir im nächsten Jahr eine neue Inszenierung anbieten", resümmiert Olaf Schulze. Besonders die konstruktive Kooperation mit den Mitarbeitern der Traditionsbrennerei lobt der OKN-Chef. Aber auch das professionelle Wirken der Vorverkaufsstellen und die bereitwillige Unterstützung durch die örtlichen Medien sowie das ausgeklügelt leckere Scapin-Menü nach den Aufführungen hätten entscheidend zum Erfolg beigetragen. Schlussendlich passte alles gut zusammen: klasssiches Stück, spielfreudiges Ensemble, phantastisches Ambiente, begeistertes Publikum und tolle Kostüme.

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Fernando Blumenthal staunt im Sack als Geronte über die Frechheit von Anne Scherließ als Zerbinette

Jetzt werten die Vereinsmitglieder den Auftakt ihrer Arbeit aus und dann werden Gastspielmöglichkeiten eruiert. Denn schließlich soll es nicht bei den fünf Vorstellungen bleiben. "Die ganze Inszenierung war von Beginn an so angelegt, dass unser Ensemble mit wenig Aufwand auf nahezu jedem Burghof, in jedem Kulturhaus, eben fast überall spielen kann", verrät der Vereinsvorsitzende. "Bis Jahresende wollen wir noch zwei oder drei mal spielen und im nächsten Sommer hoffentlich noch viel öfter."

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Intensives und körperbetontes Theater: Da legte der Hauptdarsteller während der Proben schon mal einen Verband an. Hier hetzen Klaus Heydenbluth und Heide Binder um ihn herum.

Im nächsten Jahr wird es dann auch eine Wiederholung des Nordhäuser Theatersommers geben, dann kommt der italienische Renaissance-Philosoph Niccolo Machiavelli zu Ehren, der mit seiner Komödie La Mandragola (Der Liebestrank) eine der witzigsten litararischen Vorlagen im Stile der alten Stegreif-Marktschauspiele schuf. Ein gefundenes Fressen für eine Handvoll Schauspieler und ein durchgängiges Vergnügen für das Publikum, schwärmt Schulze. Wer dann von den Helden der Scapin-Inszenierung wieder dabei sein wird, das war dem Theatermann noch nicht zu entlocken. "Ich gehe aber davon aus, dass der eine oder andere sich wieder dem Nordhäuser Publikum stellen wird."

Der Anfang jedenfalls ist gemacht oder wie Goethe es ausdrückte: "Die Pfosten sind die Bretter aufgeschlagen und jedermann erwartet sich ein Fest..."
Autor: nnz/kn

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