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Mo, 13:30 Uhr
01.12.2003

nnz-Doku: Für Biosphärenreservat!

Nordhausen (nnz). Der Südharz ist bereits seit 1990 als Biosphärenreservat in der Diskussion. In ihrer Doku-Reihe veröffentlicht die nnz jetzt ein Statement des Kreisvorstandes von Bündnis90/Die Grünen.


Wie der Kreisverband von B90/ Die Grünen mitteilte, war schon 1990 der Südharz als Biosphärenreservat in der Diskussion. Der bekannte alternative Nobelpreisträger Professor Michael Succow hatte auch die Kulturlandschaft Südharz auf der Prioritätenliste wie z. Bsp. die Rhön. Die Unkenntnis über den wirtschaftlichen Vorteil eines Biosphärenreservates bei Politikern und der starke Einfluss der Rohstoffindustrie auf die Landesregierung verhinderten seither die Antragstellung bei der UNESCO, so der Kreisvorstand. Der Antrag für den sachsenanhaltinischen Teil des ausweisungswürdigen Gebietes wurde von der Biosphärenratsverwaltung in Rossla erarbeitet.

Die gegenteilige Argumentation von Egon Primas zum Biosphärenreservat „Kulturlandschaft Südharz“ stelle sich gegen Entwicklungschancen, Schaffung von Arbeitsplätzen in verschiedenen Branchen und gegen eine nachhaltige Entwicklung im Südharz“ sind sich die Bündnisgrünen einig. Die Bündnisgrünen werden jede Chance mit Nachdruck verfolgen, die die Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen bietet, die zur Sicherung der Kultur- und Naturlandschaft für kommende Generationen führt und die Förderung von Wirtschaft und Tourismus sowie ein Imagegewinn ermöglicht.

Das Biosphärenreservat „Kulturlandschaft Südharz sei eine solche Chance, die wir nicht verschenken dürften. Nachstehende Argumente sollen die Chancen noch einmal verdeutlichen:

1. In angrenzenden Ländern mit ihren Landkreisen gibt es verschiedene Großprojekte im Aufbau bzw. in Planung z.B. Naturpark Harz, Naturschutzgroßprojekt Kyffhäuser und Geopark Harz. Jedes dieser Großprojekte würde durch den Status Biosphärenreservat gestützt.

2. Der Status Biosphärenreservat birgt weitere Chancen für die Region
- Arbeitsplätze für Akademiker, Planer, Sachbearbeiter und Arbeiter
- Arbeitsfelder für Landwirtschaft, Forst, Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
- Wertzuwachs für die Region
- Der indirekte Förderstatus für Fischerei, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Wirtschaft, Bildung, Forschung, Kultur und Tourismus im Biosphärenreservat ist für die genannten Bereiche von Bedeutung.
- Biosphärenreservat-Wirte haben höhere Vermarktungschancen durch gemeinsame Marktstrategie

3. Das Projekt Biosphärenreservat „Kulturlandschaft Südharz“ ruht auf 3 Säulen:
- Nutzfunktion: Verbindung von Umwelt und Entwicklung, Wirtschaft und Tourismus
- Schutzfunktion: Schutz der biologischen Vielfalt (Ökosysteme, Arten und genetische Vielfalt)
- Logistik: Bildung, Forschung und Monitoring

Diese drei Säulen bedürften in ihrer Wichtigkeit für die Entwicklung der Südharzregion keiner weiteren Begründung. „Der Rohstoffabbau wird im Biosphärenreservat nicht verhindert, er muss sich aber in die Gesamtentwicklungskonzeption einfügen“ so Gisela Hartmann in Ihrem Statement weiter. Rohstoffabbau sei ein endlicher Wirtschaftszweig, dessen Wertschöpfung im Landkreis weit unter der des Tourismus oder z.B. der Abfallwirtschaft liegt. Rohstoffabbau ist wirtschaftlich nicht nachhaltig wirksam. Förderungen vom Land Thüringen für kurzfristiges Engagement von Unternehmern, wie die Millionen für die Fa. WICO müssen der Vergangenheit angehören. Unsere Verantwortung ist es, unsere Region für die heute Lebenden und die kommenden Generationen attraktiv und nachhaltig zu gestalten.

Mit dieser Auswahl von Argumenten werde deutlich, welcher Schaden dem Südharz seit Jahren durch die Landesregierung durch die Verweigerung der Antragstellung Biosphärenreservat „Kulturlandschaft Südharz“ zugefügt wird. Der Antrag Biosphärenreservat Teil Thüringen liegt im Fachbereich Umwelt- und Naturschutz des Landratsamtes Nordhausen vor. Die Bündnisgrünen machen sich diesen Antrag zu eigen. Der Status Biosphärenreservat bedeutet die Aufnahme unserer Region in das Weltnaturerbe analog dem Weltkulturerbe wie z. Bsp. der Wörlitzer Park. Diese Aufwertung dürfen wir nicht leichtfertig verschenken und dafür werden wir mit aller Kraft kämpfen, so der einhellige Beschluss der Nordhäuser Grünen.
Autor: nnz

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