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Mo, 08:00 Uhr
24.11.2003

Wolfgang Asche: Genauer hinsehen

Nordhausen (nnz). Die nnz hatte in der vergangenen Woche über die Bilanz der Kreissparkasse Nordhausen berichtet. Damals ging es vornehmlich um den Bereich der privaten Finanzen. Wie aber schätzen die Banker den gewerblichen Bereich ein? Vor allem – welchen Ausblick geben sie.


In den zurückliegenden Jahren gab es auch am Markt im Landkreis Nordhausen ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld zu beobachten, welches zu einer aggressiven Bereinigungsbewegung führte, so die Einschätzung der Kreissparkasse. Was sich hinter diesem Wirtschaftsvokabular versteckt: Es waren die Jahre der Insolvenzen, Unternehmen verschwanden vom Markt. Für den KSK-Vorstand jedoch ist die Talsohle in diesem Jahr erreicht worden, in Zukunft werde das Licht am Ende des Tunnels sichtbarer.

„Wir werden im Jahr 2004 ein bisschen Aufschwung erleben, mehr aber auch noch nicht. Obwohl wir weitere Insolvenzen nicht ausschließen können, sollte doch ein Großteil der Unternehmen seine Existenzchancen haben“, beschreibt Sparkassendirektor Wolfgang Asche das Szenario. Die Kreissparkasse wird die beginnende Investitionstätigkeit natürlich begleiten, „doch wir müssen genau hinsehen, unsere Anforderungen hinsichtlich der Kreditvergabe werden deutlich härter werden.“

Dabei wird sich das Kreditinstitut auch des so genannten Ratings bedienen. Die Unternehmen werden bewertet und dann in eine Risikoskala eingegliedert. Die hat im Haus am Kornmarkt 18 Stufen. Wer in die Stufen 1 bis 5 „einsortiert“ wird, dieses Unternehmen ist „kerngesund“, ab Ratingstufe 12 „bekommen wir riesige Probleme“. Was nichts anderes heißt: diese Unternehmen bekommen kaum Kredite, oder welche zu teueren Konditionen – das Risiko muß dann quasi bezahlt werden. Bislang hat die Kreissparkasse rund 300 Unternehmen im Landkreis Nordhausen „geratet“ – der Schnitt liegt so in etwa bei der Ratingstufe 9. Das ist Thüringer Schnitt und ein leicht rückläufiger Bestand an Krediten in diesem Jahr bedeutet keinen Rückzug aus diesem Geschäftsfeld, aber man wird vorsichtiger.

Im kommenden Jahr erwartet der Vorstand der Kreissparkasse ein leichtes Wirtschaftswachstum, drückt jedoch gleichzeitig auf die Euphoriebremse. Es werde keine deutliche Zunahme des Sparen und damit der Einlagen geben. Sollten die Menschen wegen der zu erwartenden Steuererleichterungen oder durch Tarifsteigerungen mehr Geld in der Tasche haben, dann werde im Konsum nachgeholt oder die Ausgabeseite allein im Bereich des Gesundheitswesens werde das Mehr an vorhandenem Geld einfach auffressen. Der leichte Wirtschaftsaufschwung werden auch keine Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen, die Arbeitslosigkeit werde auf dem jetzigen Niveau verharren. Ähnlich werde es auch dem Kreditgeschäft der Kreissparkasse ergehen, Wolfgang Asche sieht es auf dem Level dieses Jahres.
Autor: nnz

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