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Mi, 07:46 Uhr
20.06.2012

Bedrückende Zahlen

Zur heutigen Sitzung des Nordhäuser Stadtrates wird Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) auch einen Bericht zur aktuellen Finanzsituation vorlegen. Die nnz konnte in das Zahlenwerk schon mal einen Blick wagen...

Entwicklung der Schulden (Foto: nnz) Entwicklung der Schulden (Foto: nnz)
So sollen sich die Schulden "entwickeln"

Interessant ist da unter anderem ein Blick auf die Entwicklung der Schulden der Kommune. Standen am Ende des Jahres 2009 rund 33,2 Millionen Euro in den Büchern, so kletterte diese Zahl beständig nach oben und wird am Ende dieses Jahres knapp über 40 Millionen Euro ankommen.

Dann aber sollen der Stadtrat und die Verwaltung unter Leitung von Dr. Klaus Zeh (CDU) als neuen Oberbürgermeister diese Schulden drastisch abgebaut werden. Ende 2013 sollen es nur noch 36 Millionen Euro sein, Ende 2020 dann 9,8 Millionen Euro.

Das Loch, dass sich im aktuellen doppischen Haushalt auftut, aber auch dessen Ursachen, sind gemeinhin bekannt, es rangiert über der Fünf-Millionen-Euro-Grenze, so dass sich dringend ein Nachtragshaushalt ankündigen müsste. Den gibt es jedoch bislang nicht. Auch auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung ist nichts zu finden. Dafür solch wichtige Dinge wie eine Spielplatzkonzeption oder ein Beschluss zu künftigen Kulturangeboten, die unbedingt in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für das Jahr 2020 passen müssen.

Schauen wir uns aber mal die Streichliste an, die von der Verwaltung vorgelegt wurde.
  • Sanierung der Gemeinschaftshäuser in den Ortsteilen. Geplant waren hier 150.000 Euro - gestrichen.
  • Weitere Sanierungsmaßnahmen an vier Nordhäuser Schulen. Geplant: 430.000 Euro - gestrichen.
  • Sanierung von Brücken. Geplant: 760.000 Euro - gestrichen.
Doch es gibt auch Positionen bei denen zum noch aktuellen Plan nicht gestrichen wird. Beim Neubau der Kulturbibliothek. Hier sind bei der Position Eigenmittel (EM) im Plan 800.000 Euro zu finden, im neuen Plan sind es schon 3,3 Millionen Euro. Zwar konnten hier auch die Einnahmen um zwei Millionen erhöht werden, doch interessant ist die Spalte "A", in der die Ausgaben für diesen Neubau allein in diesem Jahr erfasst werden. Ursprünglich sah der beschlossene Haushalt 2,1 Millionen Euro vor. Unter der Position "Plan 2012 - Neu" steht jetzt jedoch die Zahl: 6.686.091 Euro.

Das käme unter anderem auch, so munkelt man in einigen Stadtratsfraktion, weil bei der Planung der Kosten für den Kultur-Bau am Kornmarkt die Gelder für die Inneneinrichtung vergessen worden sein sollen. Aber das kann eigentlich nur ein Gerücht sein, oder...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
meiner meinung nach
20.06.2012, 08:56 Uhr
Schulden tilgen...
...brauchen ja immer bloß die anderen! Da bekommt der neue OB im wahrsten Sinne des Wortes eine schöne Hypothek von seiner Amtsvorgängerin. Hieran sollte man sich zukünftig erinnern, wenn man seine Arbeit beurteilt!
meiner meinung nach
20.06.2012, 09:00 Uhr
Schulden tilgen...
... ich muß noch was anfügen: Schulden tilgen ist unpopulär und es werden unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen. Bei den nächsten Kommunalwahlen werden dann aber bestimmte Kräfte beklagen, was alles gestrichen wurde und wie unsozial alles sei.
Wie gesagt: an diese Graphik und an die aktuellen Zahlen sollte man sich erinnern!
Dora75
20.06.2012, 10:10 Uhr
Nordhausen will Sparen
Der neue Oberbürgermeister wird sich freuen an seinem Amtsantritt. Frau Rinke wird das egal sein. Mit Sicherheit hat sie ihr schäfchen im Trocknen. Sie solte nicht halb in Rente gehen sondern sie solte ganz in Rente gehen.

Und sie solle überlegen wer die
vielen Schulden hinterlassen hat. Sie solte einfach nur los lassen und ihre Finger nicht mehr in die Politik legen.
I.H.
20.06.2012, 10:33 Uhr
Satiregipfel?
Sind das die neuesten Wasserstandsmeldungen aus der Sahelzone oder Frau Rinkes und Herrn Jendrickes Gastbeitrag zu "Neues aus der Anstalt"?

Das kann doch wohl nicht wahr sein, da fehlen mir glatt die Worte! So einen Kram wollen die erwachsenen Menschen zeigen? Nee, nech!?
Retupmoc
20.06.2012, 10:59 Uhr
Überlegung
Frage:
Wenn ich Schulden habe und die werden immer mehr - Wieso baue ich da eine Prunkbibliothek?

Gegenfrage:
Wenn ich Schulden habe und die werden immer mehr - wieso pumpe ich damit Bänkern und Griechen den Hintern voll?

Antwort:
Entweder mache ich das bewusst, weil ich jemanden schaden will oder ich habe keine Ahnung!
Akademiker
20.06.2012, 11:46 Uhr
in der Realität ankommen
Da kann Herr Dr. Zeh als neues Stadtoberhaupt ja jetzt mal zeigen, was er so drauf hat. Bisher haben sich die Herren von der CDU ja immer relativ geschickt aus der Affäre gezogen, wenn es unangenehme Entscheidungen zu treffen galt.

Da sie nun tatsächlich Politik machen müssen, wird es zukünftig mit einem netten Lächeln vom Plakat herunter wohl nicht mehr getan sein. Und die Schuld dem Vorgänger in die Schuhe zu schieben mag zwar einen Versuch wert sein, ist bei genauerem Hinsehen allerdings wenig glaubwürdig.

Wenn man diese Zahlen sieht, drängt sich einem zwangsläufig der Gedanke auf, dass Herr Dr. Zeh wohl einige seiner großartigen Wahlversprechen brechen muss. Die Ortsteile werden es ihm bei der Kommunalwahl 2014 danken.
-Insider-
20.06.2012, 15:35 Uhr
das
ist schon ganz schön happig was die stadt in den letzten jahren an schulden erwirtschaftet hat. ich hoffe, dass mit einem neuen OB auch ein neuer finanzieller wind durch das rathaus weht.

das bei dem bau der bibliothek evtl. die innenausstattung "vergessen" wurde ist schon sehr....naja...dazu fehlen selbst mir die worte, wenn es denn wirklich so sein sollte.
altmeister
20.06.2012, 22:06 Uhr
Welche Versprechen?
Also, @Akademiker, in Versprechungen machen war ja wohl unsere OB mitsamt ihrer SPD nicht zu toppen!
Ich kann mich erinnern, dass Dr. Zeh im Wahlkampf stets darauf hingewiesen hat, dass Versprechungen in Zeiten leerer Kassen und sinkender Zuweisungen falsch wären, dass über Kosteneinsparungen nachgedacht werden müsse. Aus solchen Kommentaren spricht nur Neid und Missgunst.

Im entsprechenden Artikel wird eine Misswirtschaft dargestellt, welche allen Lesern Stoff zum Nachdenken geben sollte. Mit Denkmälern kann kein Geld gespart, geschweige denn erwirtschaftet werden. Wer diesen Artikel versteht kann erahnen, was wieder ins Lot gebracht werden muss.
memento mori
21.06.2012, 00:54 Uhr
Frischer Wind durch festgesetzte Strukturen
Es wird sehr schwierig für einen neuen (politisch) schwarzen Oberbürgermeister, seinen Weg in einem in mehr als 20 Jahren rot geprägten und personell besetzten Rathaus durchzusetzen.

Ich vermute, man wird seine Arbeit auf breiter Linie kritisieren und schlecht reden, ohne darauf zu verweisen, welche Situation bei der Amtsübergabe vorherrschte. Die obere Grafik symbolisiert dies absolut herrlich: Mit "Sparen" lässt sich Wahlkampf machen, aber Wahlversprechen umsetzen, und wirklich "Sparen"... damit macht man sich keine Freunde... Jetzt kann die SPD sich aber gemütlich zurücklehnen, und darüber diskutieren, dass der böse Herr Dr. Zeh die Sparpläne der Frau Rinke einfach nicht einhalten wolle und die Finanzsituation der Stadt ruiniere.

Es gehört meiner Meinung nach eine gute Portion Dreistigkeit dazu, einen Haushaltsplan nach der (parteitechnisch verlorenen )Wahl herauszugeben, in welchem genau bis zur Mitte des Jahres, in welchem die Wahl stattfand, die Schulden-Kurve steil anstieg, und danach kontinuierlich abnehmen soll.

Da kann doch jeder vernünftige und nicht durch Partei-Ideologie verblendete Mensch nur noch mit dem Kopf schütteln.

so long,
ein Outsider, der sich nur so seine Gedanken macht
Vincent
21.06.2012, 08:00 Uhr
Wer trägt die Verantwortung?
Wir leben nicht zur Zeit des Absolutismus und Frau Rinke ist keine Monarchin. Alle Entscheidungen der letzten Jahre, vor allem auch die zu den Investitionen, wurden durch den Stadtrat beschlossen, in dem die SPD Fraktion bekanntlich keine absolute Mehrheit hat.

Dr. Klaus Zeh als langjähriges Mitglied der CDU Stadtratsfraktion verantwortet die Finanzsituation genauso mit, wie alle anderen Stadträte, Bürgermeister und Beigeordneten.

Im Übrigen trägt Herr Dr. Zeh als Landtagsabgeordneter der CDU auch dafür Verantwortung, dass die Schlüsselzuweisungen für Nordhausen um 3,4 Millionen gekürzt wurden. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass das Spardiktat des Landes zu Lasten der Kommune den Verursacher einholt.
NDHler
21.06.2012, 09:09 Uhr
@Vincent
Sehr guter Beitrag! Leider haben nicht alle Kommentatoren hier so einen Weitblick! Die meisten Entscheidungen in der Vergangenheit traf der Nordhäuser Stadtrat meist in großer Einstimmigkeit. Und da saß der künftige Nordhäuser OB immer mit in der ersten Reihe! Jetzt soll er der große Erlöser sein, na mal abwarten!
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