eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Do, 12:16 Uhr
20.11.2003

nnz-doku: Die gehaltene Rede

Nordhausen (nnz). Die nnz veröffentlichte gestern einen Offenen Brief der Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“ an Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Die Bürgerbewegten fühlten sich durch die OB-Rede zur Eröffnung der Südharz-Messe angegriffen. Jetzt reagiert Barbara Rinke und die nnz stellt die Rede innerhalb der doku-Reihe online...


Gegenüber nnz brachte die Oberbürgermeisterin heute noch einmal zum Ausdruck, dass sie in ihrer Rede lediglich eine Bitte ausgesprochen habe, bei der Abwägung des Für und Wider eines solchen Gebietes an das Allgemeinwohl zu denken. Dies gelte sowohl für den einzelnen Bürger als auch für Bürgerinitiativen oder politische Parteien. Rinke erinnerte, dass sie eine ähnliche Bitte bereits Mitte der 90er Jahre im Vorfeld des Baus der Autobahn A 38 geäußert hatte. Auch damals mussten schwierige Entscheidungen getroffen werden, die sich heute jedoch als richtig erwiesen haben. Und damals sei ihre Bitte erhört worden. Den gleichen Anspruch wolle sie heute erheben. Von dem Gesagten werden sie jedoch kein Wort zurücknehmen.

Für all jene, die die Rinke-Rede am Samstag nicht gehört hatten: Die nnz stellt sie innerhalb der „doku-Reihe“ ins Netz.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie herzlich zur 13. Süd-Harz-Messe. Seit mehr als 10 Jahren nutzen zahlreiche Unternehmen, Vereine, Verbände und Institutionen den Herbst-Termin in Nordhausen, um sich und ihre Produkte, einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen - und damit ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Die Messe ist Leistungsschau unserer Stadt und einer ganzen Region, die über die Landkreisgrenzen hinausreicht: Denn auch in diesem Jahr kommen die Aussteller aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Viele Unternehmen haben den wesentlichen Vorteil einer Regional-Messe erkannt: den direkten Kontakt zum Kunden vor Ort. Auch die Stadt Nordhausen nutzt diese Plattform: Kurz vor dem Beginn des Countdowns zur Eröffnung der Landesgartenschau möchten wir in Halle 1 über die vielen Projekte informieren, die in Zusammenhang mit der Gartenschau stehen und über wichtige Höhepunkte, die die Gäste dann im kommenden Jahr erwarten. Darüber hinaus informiert unser Stadtplanungsamt über Wohnbaustandorte, die in unserer Stadt zur Verfügung stehen.

„Die neue Mitte“ - dieser Slogan unserer Stadt beschreibt nicht nur das Ergebnis des Umbaus unserer Stadt, der einher ging mit einer Komplett-Sanierung der Infrastruktur, sondern steht zugleich für ein großes Pfund, mit dem die Stadt wuchert und das – nach schwierigen Monaten - aktuell wieder spürbar positive Effekte auslöst: Die Lagegunst Nordhausens.

Nicht nur in Deutschland – vor allem in einem Europa, das sich nach Osten erweitert, liegt Nordhausen mitten auf dem Weg, der Wirtschaftsräume verbinden wird. Komplettiert durch ein gutes Arbeitskräftepotenzial und die Anbindung über die Autobahn an die transeuropäischen Verkehrsadern ist und wird Nordhausen zu einem attraktiven Standort für Wirtschaftsunternehmen; zu einem Standort, der aufgrund seiner guten Ausstattung mit kulturellen Angeboten darüber hinaus noch eine hohe Lebensqualität aufweist.

Nordhausen und seine Unternehmen sind auf einem guten Weg. Damit dieser weiter beschritten werden kann, müssen wir jetzt allerdings den vielleicht entscheidenden Schritt tun: Die Ausweisung einer großen Industriefläche. Diesen Schritt erwarten vor allem die Menschen von uns, die nach wie vor händeringend nach einem Arbeitsplatz suchen. Diesen Schritt erwarten die Firmen, die sich bereits für Nordhausen als Standort entschieden haben, diesen Schritt erwartet eine ganze Region!

Die Autobahn-Abfahrt Nordhausen darf nicht auf der grünen Wiese enden, die gute Verkehrsanbindung unserer Region darf nicht Selbstzweck sein, nicht nur schmückendes Etikett. Unsere Stadt hat eine lange Tradition als Industriestandort – besser als jetzt wird die Chance nie wieder sein, daran anzuknüpfen zu können. Wir müssen die Chance nutzen - und wir müssen sie jetzt nutzen.

Denen, die befürchten, mit dem geplanten Industriegebiet Lebensqualität einzubüßen, weil sie in unmittelbarer Nachbarschaft leben, versichere ich noch einmal: Alle Verantwortlichen haben mit großer Behutsamkeit und Sensibilität geplant. Dabei wurden alle Sichtweisen sorgfältig abgewogen und so weit wie möglich bei der Planung berücksichtigt, sämtliche Alternativen wurden geprüft.

Das Industriegebiet ist kein Prestige-Projekt von Politikern. Das Industriegebiet ist ein Projekt der Vernunft: Denn es ist vernünftig, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass bei uns neue Arbeitsplätze entstehen können und es ist ebenso vernünftig, damit zu verhindern, dass unsere Menschen – die wir hier eigentlich so dringend brauchen - ihre Sachen packen und gen Westen aufbrechen.

Das Industriegebiet ist damit letztlich auch ein Projekt der Fairness und der Solidarität: Denn es ist fair, Menschen auch vor Ort, in ihrer Heimat, in der Nähe ihrer Familie, eine Berufs- und damit Lebensperspektive zu bieten bzw. wieder zu eröffnen. Vor allem deshalb möchte ich heute noch einmal die Gelegenheit nutzen, die Kritiker dieses so wichtigen Vorhabens nachdrücklich zu bitten, Eigennutz nicht vor das Allgemeinwohl zu stellen.“
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)