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Sa, 07:14 Uhr
09.06.2012

8. Harz-Hunderter im Thyra-Fuchs

Eine 100-Kilometer-Wanderung im Südharz ohne Einkehr im Uftrunger Thyra-Fuchs, das ist bei entsprechender Streckenführung für Bodo Schwarzberg als Organisator und Wanderleiter kaum denkbar. Hier soll diese außergewöhnliche Einkehr vorgestellt werden...

Einkehr (Foto: B. Schwarzberg) Einkehr (Foto: B. Schwarzberg)

Ob wir nun von Halle nach Nordhausen oder von Nordhausen nach Halle unterwegs sind, oder, wie an diesem Wochenende, entlang der Harzer Wandernadeln von Gernrode nach Uftrungen und wieder (fast) zurück, diese historische Gaststätte versuche ich immer wieder mit einzuplanen. Egal, ob wir uns früh um sechs oder für einen Schmaus um Mitternacht anmelden, stets werden wir mit offenen Armen und viel Freundlichkeit empfangen. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen, liebe nnz und kn-Leser diese historische Gaststätte ganz kurz vorstellen.

„Am 5. Februar 1710 erwirkte Christian Freundt von den Stolberger Grafen die Erlaubnis, ‚dass er unter Uftrungen, an der Land- und Schützenstraße so von hier aus in die Goldene Aue und von Görsbach, …sich einen Gast- und Schenkhof anlegt und auf seine Kosten erbauen dürfe.“, steht in der Chronik des Hauses zu lesen.

Doch nicht nur die Kosten für die Errichtung des Hauses selbst fielen für Freundt an, sondern alljährlich noch „20 Meißener Gulden Amtszins“, mit deren Bezahlung der Vater des Thyra-Fuchses zugleich das Recht erwarb, sich aus dem „7-Gemeindewald“ Holz zu holen.

210 Jahre lang befand sich der Uftrunger Gasthof im Besitz einer Familie Rieche, erst unter dem Namen „Zum Roten Ross“ , später unter „Zum Braunen Hirsch“ und schließlich als „Thyra-Fuchs“. Wohl am längsten hat sich letztere Bezeichnung erhalten, die auf den nahen, den Harz entwässernden Fluss Thyra hinweist. Die Verknüpfung von Fluss- und Tiernamen hat in der Region Tradition: Auch einen Wolfsbach und den Krebsbach gibt es in der Nähe.

Bis etwa 1965 hat eine damals 450 Jahre alte Linde am Thyra-Fuchs für ein ganz besonderes Flair gesorgt. So manche Liebe soll beim Tanz unter ihren Blättern entstanden und so mancher Bund fürs Leben begründet worden sein. Dieser Baum hat viele Menschen kommen und gehen sehen.

1938 übernahm die Uftrunger Familie Tenzel den altehrwürdigen Gasthof und gestaltete ihn zu einer Speisegaststätte um. 1955 wurde er dem Konsum unterstellt und 1974 auf Beschluss des Rates der Gemeinde Uftrungen „zu Ehren des 25. Jahrestages unserer Deutschen Demokratischen Republik“ als „harztypische Landgaststätte“ ausgewiesen.

Über viele Jahre hinweg betrieb die Wirtsfamilie Rückbeil den Thyra-Fuchs liebevoll und gastfreundlich. Auch wir Langstreckenwanderer haben mehrfach, auch zu ungewöhnlichsten Tageszeiten schon davon profitieren dürfen. So mancher nächtliche Kilometer fiel uns in Erwartung von Kaffee und frischen Brötchen aus ihren Händen leichter.

Nach kurzzeitiger Schließung begann mit der Übernahme des Hauses durch einen Pächter eine neue Ära: Mit einem modernen Stil , sichtbar an frisch lackierten Tischen, einem umgestalteten Tresenbereich, ja mit einem insgesamt vollkommen neuen Erscheinungsbild, behauptet sich der Thyra-Fuchs als verkehrsgünstig gelegene Ausflugsgaststätte zwischen Altem Stolberg und Südharz bis heute. Die deutsch e gut bürgerliche Küche (von Hirschgulasch bis Schweineschnitzel) zieht nicht nur Familien und Wanderer an, sondern auch viele Biker, die zwischen den 36 Kurven der B 85 im Kyffhäuser und Stolberg unterwegs sind.

Ein Saal mit 49 Plätzen bietet Raum auch für größere Veranstaltungen. Im Gastraum nebenan finden 29 Menschen Platz.

Gelegen am Karstwanderweg, versteht sich der Thyra-Fuchs aber auch als Informationszentrum für all Jene, die mehr über die Route mit dem Roten Strich als Markierungszeichen erfahren möchten. Umfangreiches Info- und Kartenmaterial liegt für Interessenten bereit.

Ganz gewiss werden wir Langstreckenwanderer auf unseren Touren noch oft im Thyra-Fuchs einkehren, ob nun früh um Sechs oder gegen Mitternacht – immer aber gut bewirtet.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnz

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