Mi, 19:21 Uhr
06.06.2012
Ganz in Familie
Die meisten Kinder und Jugendlichen in Thüringen wünschen sich später eine eigene Familie. Das zeigt das repräsentative LBS-Kinderbarometer
2011 und wir haben die Einzelheiten...
Zwei Drittel der befragten 9- bis 14-Jährigen möchten später einmal selbst Kinder haben. Knapp ein Drittel ist sich noch unsicher und nur 3 Prozent haben zurzeit noch kein Interesse an einer späteren Elternschaft. "Deutschland gilt als kinderärmstes Land in Europa.
Umso erfreulicher ist es, dass Thüringens Kinder zum Großteil an eine spätere Familiengründung denken. Deshalb müssen wir alles tun, um ein noch kinder- und familienfreundlicheres Klima im Freistaat zu schaffen", so Heike Taubert, Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit und Schirmherrin des thüringischen Kinderbarometers. Dabei haben sie eine klare Vorstellung davon, wie das aussehen soll:
Unter den Kindern und Jugendlichen, die später gerne eigene Kinder hätten, würden 96 Prozent gleich viel Zeit mit diesen verbringen wollen wie ihr Partner. Nur 4 Prozent stimmen dem "mittelmäßig", "wenig" bis "nicht" zu. Auch darüber, wie sich die Jungen und Mädchen ihr späteres Leben mit einem Partner oder einer Partnerin ausmalen, gibt die Studie Auskunft: 85 Prozent aller Kinder in Thüringen fänden es gut, wenn sie sich mit ihrem späteren Partner die Hausarbeit teilen würden.
"Die Ergebnisse zeigen, dass die 9- bis 14-Jährigen, die sich später am liebsten die Hausarbeit teilen würden, auch verstärkt gleich viel Zeit mit den eigenen Sprösslingen verbringen möchten", erklärt Anja Beisenkamp, Leiterin des PROSOZ Instituts für Sozialforschung - PROKIDS und verantwortlich für die empirische Befragung. "Sowohl Mädchen als auch Jungen stehen einer modernen Familienform, bei der beide Partner gleichberechtigt sind, aufgeschlossen gegenüber, was aber weder etwas über die Erfahrungen in der Ursprungsfamilie noch über die tatsächlich gelebte spätere Zukunft sagt."
Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut am stärksten
Auf die Frage, wovor die thüringischen Kinder und Jugendlichen am meisten Angst haben, wenn sie an ihre Zukunft denken, konnten sie in eigenen Worten antworten. Mehr als jedes dritte Kind in Thüringen hat Angst, künftig arbeitslos zu sein, in Armut zu leben oder sogar obdachlos zu werden. "Die Kinder erfahren teilweise hautnah, zum Beispiel bei ihren Eltern, was es heißt, Geldsorgen zu haben oder arbeitslos zu sein. Benachteiligte Kinder wissen sehr genau um ihre eher geringeren Chancen. Umso wichtiger ist es, ihnen ein stabiles soziales Umfeld in der Familie, aber auch in Kindereinrichtungen, Schulen und in Jugendeinrichtungen zu bieten.
Dort erfahren sie Bestätigung und können auch Stärke entwickeln. Hierzu sind aber unterstützende Maßnahmen für Familien und der regelmäßige Kindergartenbesuch sowie sozialpädagogische Betreuung in der Schule und der Ausbau der Jugendarbeit erforderlich. Das Betreuungsgeld ist da kein gutes Instrument", so Professor Ronald Lutz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Thüringen.
Zudem hat jedes zehnte Kind Ängste bezüglich der zukünftigen Familie. Darunter fallen Aussagen zur Partnerschaft, zu eigenen Kindern und Heirat. Die thüringischen Kinder und Jugendlichen sorgen sich darum, ihre Familie zu verlieren, sich nicht genug um sie kümmern zu können oder vom späteren Partner betrogen zu werden. Neun Prozent von ihnen fürchten den Verlust oder auch eine Krankheit in der Ursprungsfamilie sowie den eigenen Tod.
Sechs Prozent der Jungen und Mädchen in Thüringen haben Angst vor einem (Welt-)Krieg. Außerdem hat mehr als jedes zwanzigste Kind Versagensängste und befürchtet zum Beispiel in der Schule schlechte Noten zu bekommen oder sogar den Schulabschluss nicht zu erreichen, aber auch an der Führerscheinprüfung zu scheitern oder sich den Berufswunsch nicht erfüllen zu können. Weitere fünf Prozent sorgen sich um die Umwelt.
Insgesamt, so Lutz, "zeigt das Barometer doch deutlich, wie sich Krisenerfahrungen in der Wahrnehmung und im Denken der Kinder niederschlagen. Ökonomische Krisen, Klimawandel, fundamentalistischer Terror, Migration, Flucht und anderes werden die nächsten Jahre prägen. Deshalb ist es an der Zeit, dies mit den Kindern zu thematisieren, im Kindergarten, in der Schule, in Jugendeinrichtungen. Hier ist öffentliche Erziehung gefordert. Dabei muss es vor allem darum gehen, wie wir leben wollen und was wir dafür tun können."
Autor: nnz2011 und wir haben die Einzelheiten...
Zwei Drittel der befragten 9- bis 14-Jährigen möchten später einmal selbst Kinder haben. Knapp ein Drittel ist sich noch unsicher und nur 3 Prozent haben zurzeit noch kein Interesse an einer späteren Elternschaft. "Deutschland gilt als kinderärmstes Land in Europa.
Umso erfreulicher ist es, dass Thüringens Kinder zum Großteil an eine spätere Familiengründung denken. Deshalb müssen wir alles tun, um ein noch kinder- und familienfreundlicheres Klima im Freistaat zu schaffen", so Heike Taubert, Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit und Schirmherrin des thüringischen Kinderbarometers. Dabei haben sie eine klare Vorstellung davon, wie das aussehen soll:
Unter den Kindern und Jugendlichen, die später gerne eigene Kinder hätten, würden 96 Prozent gleich viel Zeit mit diesen verbringen wollen wie ihr Partner. Nur 4 Prozent stimmen dem "mittelmäßig", "wenig" bis "nicht" zu. Auch darüber, wie sich die Jungen und Mädchen ihr späteres Leben mit einem Partner oder einer Partnerin ausmalen, gibt die Studie Auskunft: 85 Prozent aller Kinder in Thüringen fänden es gut, wenn sie sich mit ihrem späteren Partner die Hausarbeit teilen würden.
"Die Ergebnisse zeigen, dass die 9- bis 14-Jährigen, die sich später am liebsten die Hausarbeit teilen würden, auch verstärkt gleich viel Zeit mit den eigenen Sprösslingen verbringen möchten", erklärt Anja Beisenkamp, Leiterin des PROSOZ Instituts für Sozialforschung - PROKIDS und verantwortlich für die empirische Befragung. "Sowohl Mädchen als auch Jungen stehen einer modernen Familienform, bei der beide Partner gleichberechtigt sind, aufgeschlossen gegenüber, was aber weder etwas über die Erfahrungen in der Ursprungsfamilie noch über die tatsächlich gelebte spätere Zukunft sagt."
Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut am stärksten
Auf die Frage, wovor die thüringischen Kinder und Jugendlichen am meisten Angst haben, wenn sie an ihre Zukunft denken, konnten sie in eigenen Worten antworten. Mehr als jedes dritte Kind in Thüringen hat Angst, künftig arbeitslos zu sein, in Armut zu leben oder sogar obdachlos zu werden. "Die Kinder erfahren teilweise hautnah, zum Beispiel bei ihren Eltern, was es heißt, Geldsorgen zu haben oder arbeitslos zu sein. Benachteiligte Kinder wissen sehr genau um ihre eher geringeren Chancen. Umso wichtiger ist es, ihnen ein stabiles soziales Umfeld in der Familie, aber auch in Kindereinrichtungen, Schulen und in Jugendeinrichtungen zu bieten.
Dort erfahren sie Bestätigung und können auch Stärke entwickeln. Hierzu sind aber unterstützende Maßnahmen für Familien und der regelmäßige Kindergartenbesuch sowie sozialpädagogische Betreuung in der Schule und der Ausbau der Jugendarbeit erforderlich. Das Betreuungsgeld ist da kein gutes Instrument", so Professor Ronald Lutz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Thüringen.
Zudem hat jedes zehnte Kind Ängste bezüglich der zukünftigen Familie. Darunter fallen Aussagen zur Partnerschaft, zu eigenen Kindern und Heirat. Die thüringischen Kinder und Jugendlichen sorgen sich darum, ihre Familie zu verlieren, sich nicht genug um sie kümmern zu können oder vom späteren Partner betrogen zu werden. Neun Prozent von ihnen fürchten den Verlust oder auch eine Krankheit in der Ursprungsfamilie sowie den eigenen Tod.
Sechs Prozent der Jungen und Mädchen in Thüringen haben Angst vor einem (Welt-)Krieg. Außerdem hat mehr als jedes zwanzigste Kind Versagensängste und befürchtet zum Beispiel in der Schule schlechte Noten zu bekommen oder sogar den Schulabschluss nicht zu erreichen, aber auch an der Führerscheinprüfung zu scheitern oder sich den Berufswunsch nicht erfüllen zu können. Weitere fünf Prozent sorgen sich um die Umwelt.
Insgesamt, so Lutz, "zeigt das Barometer doch deutlich, wie sich Krisenerfahrungen in der Wahrnehmung und im Denken der Kinder niederschlagen. Ökonomische Krisen, Klimawandel, fundamentalistischer Terror, Migration, Flucht und anderes werden die nächsten Jahre prägen. Deshalb ist es an der Zeit, dies mit den Kindern zu thematisieren, im Kindergarten, in der Schule, in Jugendeinrichtungen. Hier ist öffentliche Erziehung gefordert. Dabei muss es vor allem darum gehen, wie wir leben wollen und was wir dafür tun können."


