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Do, 11:15 Uhr
24.05.2012

Geburtstagsgruß an Nordhausen

Ein Gruß an Nordhausen zwischen Stadtgeburtstag und Rolandsfest vom äußersten südwestlichen Rand des Landkreises. Das Bild ist zwar nun schon 19 Jahre alt. Aber vielleicht ist es anlässlich eines Jahres mit gleich mehreren Festen zur Historie der Stadt doch recht interessant, wie Nordhausen aus 20 Kilometer Entfernung aussieht, zumal sich dieses Foto heute nicht mehr wiederholen lässt...

Blick auf Nordhausen (Foto: E. Seifert) Blick auf Nordhausen (Foto: E. Seifert)

Um mit Reinhard Mey zu sprechen: „Es würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.“ Das Foto entstand von der äußersten Spitze des damals als Bauwerk noch existierenden, aber funktionslos gewordenen Funkturms auf Amt Lohra, der hoch über die Baumwipfel der Hainleite hinausragte. Wegen der ständigen, vom Wind verursachten Schwingungen dieses „Funkspargels“ an dessen Spitze musste das Gewicht der Kamera möglichst gering gehalten werden, damit sich diese Schwingungen nicht übermäßig auf die Kamera übertragen.

Dabei hätte in diesem Fall auch ein Stativ nichts genützt. Die Aufnahme entstand mit einer DDR-Spiegelreflexkamera (EXAKTA RTL 1000) mit einem nur 12 Zentimeter langen russischen Spiegelobjektiv, wie es die russischen Kosmonauten auch für ihre Aufnahmen im und aus dem Weltraum verwendeten. Sigmund Jähn beschrieb die Arbeit mit einem solchen Objektiv auch in seinem Vortrag im Bleicheröder Kulturhaus, als er vor wenigen Jahren Gast des Vereins „Institut RABE“ war. Solche „Schnäppchen“ – angeblich auch Waffen – boten sowjetische Offiziere und Soldaten vor ihrem Abzug aus Deutschland ohne Ansehen ihres Wertes an.

Der Funkturm auf Amt Lohra soll zu DDR-Zeiten der Koordinierung des Verkehrsgeschehens im Landkreis gedient haben. Es war jedoch auf diesem Turm in seiner exponierter Lage schon mit einem handelsüblichen Taschenradio möglich, alle möglichen Funkdienste auch aus der Bundesrepublik – etwa den Sprechfunk der Rangierer im Bahnhof Walkenried - zu hören, sofern dieses Radio beispielsweise aus tschechischer Produktion stammte und damit ein zweites UKW-Band hatte. Die Frequenzen des tschechischen UKW-Bandes endeten dort, wo die deutschen anfangen.
Eduard Seifert
Autor: nnz

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