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Do, 16:41 Uhr
10.05.2012

nnz-doku: Antwort von Grund

Die nnz hatte Ende April einen Offenen Brief einer Leserin veröffentlicht, der sich an den CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Grund richtete. Jetzt veröffentlichen wir innerhalb der doku-Reihe dessen Antwort...


Sehr geehrte Frau Hohnwald,

mein Posting auf Facebook zum Gespräch mit Aung San Suu Kyi haben Sie in einem Kommentar aufgegriffen und auf die vermeintliche "menschenrechtswidrige Sanktionspraxis" beim Arbeitslosengeld II verwiesen. Ähnlich äußerten Sie sich im Forum der Neuen Nordhäuser Zeitung. Ausgangspunkt dafür war die Debatte am 26. April 2012 im Deutschen Bundestag zum Antrag "Sanktionen gegen unter 25 Jährige Hartz IV-Bezieher abschaffen" gewesen.

Ihr "Offener Brief" erreichte mich erst nach Rückkehr von der Reise nach Rangun. Deshalb kann ich erst heute antworten. Vielen Dank für Ihre Anmerkungen, denn so habe ich Gelegenheit, einiges gerade zu rücken.

Die Debatte im Bundestag hat bereits gezeigt, dass die Aufregung um die Sanktionen nicht den Wert hat, den der Antrag der Linken zu erwecken suchte. Rund 3 Prozent der Leistungsbezieher sahen sich bereits einmal mit Sanktionen konfrontiert. Das heißt: für 97 Prozent der in der Grundsicherung versorgten Bürger kommt dieses Instrument überhaupt nicht zur Anwendung! Eine Drohkulisse gegen Betroffene lässt sich damit nicht aufbauen. Die Forderung, die Sanktionen generell abzuschaffen, ist überhaupt nicht begründet!

In ihrem "Offenen Brief" sowie in der Neuen Nordhäuser Zeitung vom 27. April 2012 unterstellen Sie den Jobcentern eine Grundgesetz- und Menschenrechts-widrige Sanktionspraxis. Dieser Aussage widerspreche ich mit Nachdruck. Natürlich weiß auch ich, dass in den Jobcentern Fehler gemacht werden. Ich stelle mich aber vor die dortigen Mitarbeiter, die eine schwierige und gute Arbeit erbringen.

Bitte hören Sie auf, diese Mitarbeiter mit falschen Anschuldigungen zu überziehen oder auch nur den Verdacht von falschem Handeln zu erwecken!

Schließlich zu ihrem Vorwurf, dass die Sanktionspraxis im Rahmen des SGB II grundgesetzwidrig sei. Im September 2010 hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass aus dem deutschen Grundgesetz keine Gewährleistung von bedarfsunabhängigen und voraussetzungslosen Sozialleistungen hervorgeht. Auch der deutsche Richterbund kam später zu dem Ergebnis, dass die geltenden Sanktionsregeln für unter 25-Jährige grundsätzlich nicht in Konflikt mit dem deutschen Sozialstaatsprinzip stehen.

Natürlich gibt es auch andere Meinungen - wie Sie auf Facebook mitgeteilt haben. Ich kenne diese und ich werde diese abweichenden Meinungen würdigen. Ihre Aussage, dass die derzeitigen Sanktionsregeln grundgesetzwidrig seien, wird von der Mehrheit der Juristen und vom Bundesverfassungsgericht jedoch nicht geteilt.

Die Leitidee der Grundsicherung, zu der ich mich und auch die Bundestagsfraktion der CDU/CSU bekennen, ist das Prinzip von Fordern und Fördern. Der Staat unterstützt junge Menschen in der Qualifizierung für den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt, aber fordert von den Leistungsbeziehern auch Kooperation und Mitwirkung.
Der Solidaritätsgedanke der steuerzahlenden Bevölkerung wird aus meiner persönlichen Erfahrung nachhaltig geschädigt, wenn die Verweigerung zu einer zumutbaren Arbeit keine Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Sanktionen sichern auch den Gerechtigkeitssinn zwischen den Leistungsbeziehern, die ihren auferlegten Pflichten nachkommen, und dem kleinen Anteil von Personen, die diese missachten. Gäbe es keine Sanktionen, wäre dies eine Aufforderung, sich gesetzeswidrig zu verhalten, weil so etwas keine Folgen nach sich zöge! Sanktionen sind also nicht wie von Ihnen beschworen ein Mittel für, sondern ein hilfreiches Mittel gegen die Spaltung der Gesellschaft.

Erlauben Sie mir eine kleine Anmerkung zur Höhe der Hartz IV-Sätze: Sicherlich lässt sich darüber streiten, ob die derzeitigen Regelsätze den Leistungsempfängern eine ausreichende Teilhaberechte an der Gesellschaft ermöglichen. Doch gerade für junge Menschen, die sich auf dem Höhepunkt ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit befinden, sollte ein niedriger Lohnersatz eher Motivation und Anreiz für persönlichen Fleiß und Selbstständigkeit sein. Meine Großmutter sagte: Ohne Fleiß keinen Preis.

Wer also jungen Menschen ein Leben in sozialer Sicherheit mit auf den Weg ins Leben geben möchte, sollte Sie zu anständigen Menschen erziehen, die beste Ausbildung mitgeben und Sie zu Bestleistungen anspornen. Wer dies als junger Mensch nicht erstrebenswert findet, kann einen anderen Lebensweg frei wählen. Er sollte jedoch nicht darauf bauen, dass andere durch ihre Arbeit ihn dann über Gebühr unterstützen.
Manfred Grund
Autor: nnz

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Kommentare
Nörgler
10.05.2012, 17:02 Uhr
Danke, Herr Grund
Endlich mal einen Politiker-Antwort, die Klartext redet. Das ist gut so, Herr Grund und findet meine volle Zustimmung, vor allem inhaltlich.
98maschr
10.05.2012, 17:38 Uhr
Klasse Herr Grund
Trotz mehrfach versuchter Provokation auf Ihrer Facebookseite eine derart geradlinige Antwort...meine Hochachtung. Und eigentlich bedarf es keiner weiteren Anmerkung. Aber trotzdem freu ich mich darauf, daß Harald und co. versuchen werden durch infame Unterstellungen und emotionale Effekthascherei diese Antwort in den Schmutz zu ziehen.
Left of Life
10.05.2012, 18:46 Uhr
An der Realität vorbei
Die Antwort von Herrn Grund macht eines deutlich. Er versucht zwar, seine Position deutlich zu machen, geht jedoch in keinster Weise auf das tatsächliche Problem ein.

Zunächst kommen wir einmal auf die berühmten 3% zu sprechen. Diese Zahl zeigt zum Einen, dass sich Hartz-IV-Opfer zum allergrößten Teil an die Befehle ihrer Sachbearbeiter halten, obwohl diese in aller Regel in keinster Weise zu irgendeinem Erfolg führen. Allein die perverse Drohung einer Sanktion führt dazu, dass Menschen das fünfte bis zehnte Bewerbungstraining mitmachen, oder sich zum zig-wiederholten Mal in einen Computerkurs setzen.
Wenn Zwang zu einem Erfolg führen soll, sind wir tatsächlich wieder im Mittelalter angelangt.
Herr Grund vergisst geflissentlich die Tatsache, dass Hartz IV nur erfunden wurde, um den Niedriglohnsektor auszubauen, also Menschen zu Hungerlöhnen arbeiten zu lassen. Das funktioniert nur mit mittelalterlichem Zwang.
Wenn nun nur 3% der Opfer sanktioniert werden, heißt das zum Anderen im Umkehrschluss, dass alle Nicht-Sanktionierten nur dem unmenschlichen Zwang gehorchen. Ein Regime der Angst macht sich breit!
Ohne Sanktionen würde das System nicht mehr funktionieren. Die dubiosen Maßnahmeträger würden sich nicht mehr schamlos bereichern können. Das jedoch widerspricht der Politik der Regierung.

Ein weiterer Aspekt bleibt erneut völlig unberücksichtigt. Herr Grund hat in seiner Antwort völlig vergessen die zu erwähnen, die vollkommen unschuldig von Sanktionen betroffen sind. Das sind die Kinder und die Partner der Menschen, denen man die Existenzgrundlage nimmt. Auch wenn Herr Grund diese Tatsache übersieht, leugnet und verschweigt, so ist sie doch eine der wichtigsten Gründe, Sanktionen abzulehnen. Vor allem für einen Christen!
Nächstenliebe heißt, die Schwachen zu unterstützen ohne Rücksicht auf deren Herkunft und deren Gesinnung. Auch ein "fauler" Mensch hat ein absolutes Recht auf ein menschenwürdiges Leben.

Ein Staat, der die verschwindend wenigen "faulen" Mitmenschen nicht einfach tragen und ernähren kann, hat von Grund auf versagt. Ein solches System hat keine Existenzberechtigung mehr, weil ihm Menschen und Christentum völlig egal sind.
habauchwaszusagen
10.05.2012, 19:48 Uhr
ich mag zwar nicht die CDU aber er hat recht
und warum bekommen dann nicht alle die Grundsicherung ? dann gäbe es auch keine Ungerechtigkeit mehr. wer mehr will kann es durch ehrliche Arbeit bekommen.
aber die Faulheit vieler harzies kann und will ich nicht unterstützen. denen geht es noch zu gut. die lachen uns arbeitende Bevölkerung doch nur aus.

Sanktionen sind voll und ganz in Ordnung. wir bekommen unser Geld auch nicht fürs Nichtstun !!!!!!
-Insider-
10.05.2012, 21:00 Uhr
pro
sanktionen. wie möchte man denn arbeitsunwillige sonst dazu bewegen zu arbeiten oder maßnahmen zu ergreifen, die einem evtl unter umständen arbeit bringen können.

über den sinn und unsinn von diversen maßnahmen braucht man nicht reden, dass problem ist allgemein bekannt und sollte durch neue gesetze, die eine großzügigere handhabung der "fallmanager" in sachen "weiterbildung" erlaubt.

als dieter althaus noch MP von thüringen war, stand das sogenannte Bürgergeld oder auch bedingungslose Grundeinkommen zur Debatte. Mit diesem Instrument würden wir solche Diskussionen wie diese hier vermeiden. Jeder bekäme einen Regelsatz und jeder hat die Möglichkeit durch Arbeit aus der Regel mehr zu machen.
Alex Gösel
10.05.2012, 23:44 Uhr
Sie schreiben...
viel, sagen aber wenig aus, Herr Grund!

Anscheinend stehen Sie unter "Fraktionszwang" oder haben sich nicht ausreichend mit der Materie "Hartz IV" beschäftigt, auch wenn die Damen und Herren Juristen das, wie sie schrieben, anders sehen.

Nur zwei Beispiele, welche ich persönlich erlebt habe: Vor einigen Jahren, um das Jahr 2004, habe ich mich FREIWILLIG(!) um einen unentgeltlichen Praktikumsplatz in der IT-Branche beworben, meldete dies der damaligen ARGE Nordhausen, welche mir sofort Schwarzarbeit unterstellte, da ich dann nicht mehr für die damalige ARGE verfügbar wäre.

Beispiel 2: seit etwa 2 jahren versuche ich krampfhaft eine Umschulung zu bekommen, werde allerdings vom Jobcenter Nordhausen abgelehnt, da in meiner gelernten Branche Arbeitswillige Personen gesucht werden - einen Vermittlungsvorschlag in meiner Branche habe ich aber bis heute vom Jobcenter Nordhausen NICHT bekommen!

Ich möchte diesmal mit einem Zitat von Wolfgang Neuss enden: "Der Faschismus ist eine Spielart der freien Marktwirtschaft."
Nörgler
11.05.2012, 06:47 Uhr
Selbst ist der Mann
Oh, wie sie wieder heulen. Zum beispiel "5vor12". Die böse arge hat mir kein angebot unterbreitet. oh, wie schlimm, die müssen sich doch um mich kümmern.

ich kann es bald nicht mehr hören oder lesen - dieses gejammere. schon mal selbst versucht, sich zu bewerben, sich um arbeit zu kümmern. ich möchte gern mal wissen, wie alt sie sind?
Franz Tabak
11.05.2012, 07:10 Uhr
Lesen, Nörgler!
So wie ich das sehe, hat doch 5vor12 mehrmals versucht, von allein in Arbeit zu kommen, wurde jedoch erfolgreich von der ARGE / dem Jobcenter daran gehindert! Allerdings überlesen dieses gern die Menschen!

Was hat denn 5vor12's Alter mit dem Thema zu tun?
Wolfi65
11.05.2012, 07:38 Uhr
Eventuell...
könnte ja Jemand, wenn er Glück hat, auch übernommen werden. Ich habe selten so gelacht, wie heute. Da kann ich auch Lotto spielen, denn da ist die Chance größer, an Geld zu kommen und nicht einen Sklaventreiber noch in der Ar.... zu kriechen. Natürlich wer sich einen braunen Hals holen will, bitte schön. Das ist doch hier ein freies Land. Ach da wäre noch der Traum von einer Arbeit, von der Mann oder Frau vernüftig leben kann...
Nörgler
11.05.2012, 07:45 Uhr
Zum Verständnis
Wer 57 oder 58 Jahre alt ist, der hat es natürlich verdammt schwer, einen Job zu bekommen. Wer aber 27 oder 28 Jahre alt ist, der sollte einfach seinen Hintern bewegen und dem Steuerzahler nicht auf der Tasche liegen. IT-Fachleute werden gesucht wie Sand am mehr, aber eben nicht in Nordhausen. Bei Muttern.
Sissi
11.05.2012, 07:47 Uhr
kaum
sind die die Wahlkampanien vorbei, dann geht es mit den Hetzkampanien auf Hartz IV
Empfängern weiter.
Wolfi65
11.05.2012, 07:49 Uhr
Überfordert
Da scheinen einige Mitmenschen mit ihren Job überfordert zu sein. Wer bitte schön, ist denn für die Arbeitsbeschaffung da? Der kleine Hartz 4 Empfänger, welcher gar nicht mehr weiss, wo er sich noch bewerben soll? Das darf doch wohl nicht war sein!

Wer denkt, er wäre nur für die Verwaltung der Gelder und "Fälle" da, den kann ich beruhigen. Das bisschen kann auch ein Computer. Vernüftige Arbeit ist sowieso nicht da, na denn. Die Bude in der Uferstraße für immer schließen, denn die Arbeitslosengelder können auch von Nürnberg her berechnet und ausgezahlt werden. Hier sollten sich einige nicht so wichtig machen. Effizient denken, heißt doch die Devise!
altmeister
11.05.2012, 07:55 Uhr
Wir wissen nicht alles...
was im Zusammenhang mit den Aussagen von 5vor12 fakt ist. Es ist bekannt, dass es leider einige Firmen gibt, welche sich durch die, wie auch in dem Kommentar geschrieben, unentgeltlichen Praktikanten einen Vorteil am Markt verschaffen und somit komplett bezahlte Arbeitsplätze einsparen. Da ist, wenn solche Zusammenhänge bekannt sind, eine Ablehnung nur zu befürworten.

Auch zu dem Thema Umschulung ist nur vage etwas ausgesagt, wir wissen nicht was 5vor12 gelernt hat und welche Umschulung angestrebt war. Das kann alles oder nichts gewesen sein.

Auf alle Fälle ist es so, dass, wenn etwas erwartet wird, auch Pflichten dazu gehören. Wenn Pflichten nicht erfüllt werden, wie soll ohne ein Druckmittel etwas erreicht werden? Es ist doch wohl schade, dass unser Renteneintrittsalter immer höher wird und auf der anderen Seite junge Menschen mit ALG 2 leben.
Wolfi65
11.05.2012, 08:18 Uhr
Auf gehts...
nach Anderswo!Die Heimat verlassen, denn man will ja nicht dem Steuerzahler auf der Tasche liegen. Das geht gar nicht.
Komischerweise labern nur solche Mitmenschen von der Arbeit in der Fremde, welche hier einen einigermaßen Job haben und selbst noch "oben bei Muttern" wohnen und wenn Kühe Schlüpfer tragen würden, hätten diese noch nie eine Frau von "unten" herum gesehen.
Man muß es einfach so schreiben, damit die "Mitte" der Gesellschaft mal wach wird.
Der größte Feind in diesem Land, ist der Denunziant.
So ist es nun mal.
Ich wünsche allen Leuten,welche heut` arbeiten müssen, einen schönen Arbeitstag und allen Arbeitslosen, so wie ich, viel Glück bei der Jobsuche.
Macht Euch endlich aus dem Bett, denn ich stehe jetzt auch auf.
Frühstücken und dann zu Schenkes Stübchen, mal ein paar Bier trinken, auf Kosten des Steuerzahlers.
Soeckchen
11.05.2012, 08:19 Uhr
Und wieder alte Parolen
Immer dasselbe: Wer nicht arbeitet, soll nicht essen, Arbeit adelt usw.

Die Deutschen sind prädestiniert dafür Halbwahrheiten und Lügen hinterher zu rennen.Gerade deswegen hat man Hartz-IV ja auch in Deutschland erfunden und will es nun in ganz Europa einführen.

Wenn ich mehr als andere habe - und mir geht es finanziell gut - dann ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich auch abgebe (das mit 21 Jahren). Armut und Hartz-IV sind Ergebnisse nimmersatter Gier des Kapitalismus.

Beobachtet mal Tiere, wie die sich gegenseitig unterstützen. Selbst die oft als Einzelgänger verkannten Katzen bilden in Großstädten Kolonien bis 400 Tiere. Nicht wegen jagen und fressen, sondern zum gegenseitigen Schutz und dem Erhalt der Art. - Nur der Mensch und besonders der Deutsche tut alles, um sich selbst auszurotten und dazu gehört, andere zu schikanieren, in Armut zu stürzen, zu sanktionieren etc. pp.

Die Befürworter von Hartz-IV würden auch wieder KL's bauen. Aber auch wenn man sich noch sehr an den Mainstream klammert, die Arbeit verschwindet!
Soeckchen
11.05.2012, 08:28 Uhr
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H.Buntfuß
11.05.2012, 09:22 Uhr
Herr Grund Parteisoldat?
ich habe seiner zeit herrn grund auf wahlveranstalltungen kennengelernt, von daher kann ich sagen, dieser mann ist konkreten fragen immer geschickt ausgewichen. Man hatte dann immer das gefühl, er müsse sich bei seinen beratern erst einmal informieren, wie er antworten könnte?

ich erinnere hier nur an die erhöhung der mehrertsteuer. darüber wurde in einer hiesigen tageszeitung, im kreisteil berichtet. wie hieß es da von herrn grund, ich habe mich trotz schwerer gewissensbisse und schweren herzes für die mehrwertsteuer entschieden. wenn das nicht die typischen aussagen von parteisoldaten sind?

ich weiß zwar nicht wer den artikel geschrieben hat, aber der text besteht doch nur aus juristischen winkelzügen, wie das ganze hartz-IV-gesetz. sogar ex-kanzler schröder hat inzwischen zugegeben, dass dieses gesetz eine fars ist. die „CDU“ verteidigt es aber mit allen mitteln. es ist für sie ein „heiligtum“,sie ist ja auch eine christliche partei zumindest dem namen nach. das soll erst einmal reichen, warten wir was hub...... der allwissende zu sagen, zu schreiben hat?
Left of Life
11.05.2012, 09:53 Uhr
Zum Thema bitte
Anscheinend ist es wirklich schwer zu verstehen, worum es hier geht. In dieser gesamten Diskussion wird immer deutlicher, dass die Gegner von Sanktionen echte Argumente liefern können, wohingegen die Befürworter fast nur auf die Polemiken der bekannten Boulevardpresse zurückgreifen. Man kann es auch als Hetzpropaganda bezeichnen. Hier geht es um Sanktionen!

Bisher hat noch niemand der "Freunde von Hartz IV" auch nur ein Wort über die Rechtswidrigkeit der Sanktionen verloren. Ist es die Angst davor, doch endlich die Wahrheit erkennen zu müssen?

Was ist nun mit dem Säugling, dessen Eltern staatlicherseits gehindert werden, seine elementarsten Grundbedürfnisse zu befriedigen? Was ist mit der jungen Mutter, die sich die Windeln für ihr Kind nicht mehr kaufen kann? Was ist mit dem jungen Vater, der gezwungen wird, sein Kind vom soziokulturellen Leben auszuschließen?

Der Verstoß gegen das Grundgesetz wird einfach billigend in Kauf genommen. Sind wir wieder soweit, dass wir für alles Schlechte einen Schuldigen suchen müssen, der sich nicht wehren kann? Sind wir wieder soweit, diesen selbsterfundenen Schuldigen vom Leben auszuschließen?
meiner meinung nach
11.05.2012, 10:02 Uhr
die Reform des Sozialstaates...
...wurde nebenbei gesagt unter einer SPD-geführten Bundesregierung auf den Weg gebracht.

Es ist nie auszuschließen, daß diese Maßnahmen für den einzelnen Menschen Härten bedeuten. Auch gibt es sicher Diskussions- und Reformbedarf, insbesondere was Mittel für Kinder angeht.
Ohne diese Reformen als ganzes sähen wir in Deutschland aktuell ziemlich alt aus. Man blicke nur einmal nach Spanien, wo die Arbeitslosigkeit bei 20% liegt.

Und als Politiker muß man immer das Ganze im Auge behalten und nur dies kann auch das Abstimmungsverhalten beeinflussen. Ich kann es nicht mehr hören, dass in solch einer (und nur in einer solchen) Situation das "C" einer Partei in in unserer Gesellschaft, in der das "C" sonst immer weniger von Interesse ist, plötzlich immer wieder hinterfragt wird !!! Das ist einfach unsachlich. Wieviel "C" oder wie "sozial" (im eigentlichen Wortsinn "auf die Gesellschaft ausgerichtet") ist denn jeder einzelne von uns???

Es ist Herrn Grund hoch anzurechnen, daß er sich viel Zeit für die Beantwortung dieses offenen Briefes genommen hat.
Retupmoc
11.05.2012, 10:11 Uhr
Hinweise an Herrn Grund
Schöner Artikel Herr Grund.

Nur Sie haben eines nicht bedacht,

1. hatten wir in der DDR keine Arbeitslose

2. hat Ihre Partei die CDU mit Helfershelfern die Betriebe platt gemacht und die Menschen in Arbeitslosigkeit gebracht.

3. Fordere ich deshalb die CDU auf das Sie fuer alle Menschen die arbeitswillig sind, eine Arbeitsstelle bereit stellt

4. Ist das nicht machbar, lassen Sie besser jegliche Diskussion betreffs H4, denn Ihre Partei hat die Arbeitslosen ja erst hervorgebracht.
Evelin Hohnwald
11.05.2012, 10:21 Uhr
Unverständlich ?
Wenn Menschen in Deutschland selbst das Existenzminimum weggenommen werden kann, dann muss das geändert werden, dann ist dieser Staat nicht meiner, denn er tritt das Grundgesetz mit Füßen! Auch sollte man bedenken, dass erfahrungsgemäß Sanktionen willkürlich erfolgen und die meisten Widersprüche gegen eben diese erfolgreich für die Betroffenen enden. Nur wenn man mit Betroffenen selbst zu tun hat, kann man diese Willkür erkennen. Als Außenstehender ist es schwer zu glauben. Ein kleines Beispiel:

Eine alleinstehende Mutter von 23 Jahren nahm einen Termin nicht wahr, weil sie mit ihrem 10 jährigen Sohn zum Arzt musste (er hatte hohes Fieber). Nach dem Besuch beim Arzt, hat sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung noch schnell in den Briefkasten der Arge geworfen. Dieser Brief muss auf irgendeine Weise im Amt verschwunden sein. Prompt kam die Sanktion, die ihr aber noch nicht einmal angekündigt wurde. Sie stand nun mit ihrem Sohn ohne Geld da. Bis sich das dann aufklärte und sie zu ihrem Geld kam, vergingen aber Wochen. Das ist nur ein Beispiel und auch mitnichten ein Einzelfall. Ich könnte hier noch viel mehr Beispiele nennen.

Für unsere Mitmenschen, die ohne mit der Wimper zu zucken die schon zu gering bemessenen Regelsätze noch mit Sanktionen belegen wollen, sei noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt:

Sanktionen sind grundsätzlich rechtswidrig, weil sie gegen das Grundrecht auf Existenzsicherung und gesellschaftliche Teilhabe verstoßen. Der Staat verletzt seine Pflicht in dem Moment, in dem er einem Menschen z. B. die Möglichkeit nimmt, sich oder/und seine Familie gesund zu ernähren.
Auch das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt, dass das Existenzminimum unveräußerlich ist. Auch wenn das Herr Grund und sein Referent Herr Kothe immer wieder gebetsmühlenartig zu widerlegen versuchen.

Es ist traurig, wie hier über unsere Mitmenschen diskutiert wird und die Politik es geschafft hat, Menschen gegeneinander auszuspielen. Eigentlich sollte jedem klar sein, dass solch eine Befürwortung der Sanktionen niemals mit dem Grundgesetz vereinbar sein kann.

Auch ist zu bemängeln, dass man mögliche Schäden durch Sanktionen völlig ignoriert, z.B. durch mehr Obdachlosigkeit, durch mehr Erkrankungen, durch einen Mehrbedarf an psychologischer Betreuung, durch höhere Kosten bei den Sozialgerichten, durch Umwandlung regulärer Arbeitsplätze in prekäre, durch entsprechende Verluste an Kaufkraft und Steuereinnahmen, durch mehr Armut usw.


Menschen wird systematisch Schaden und Leid zugefügt, als ob Arbeitslosigkeit nicht schon Strafe genug wäre. Das Vermitteln in prekäre Beschäftigung unter Zwang verletzt die Würde des Menschen, verstößt gegen das Recht auf freie Berufswahl und erinnert eher an Versklavung.

Weltweit gibt es ein Wettrüsten um die höchste Produktivität. Deshalb ist Vollbeschäftigung nur durch eine gerechte Aufteilung der Arbeit zu erreichen. Der Staat hat eine Fürsorgepflicht gegenüber benachteiligten Menschen. Doch die Regierenden machen gemeinsame Sache mit den Verursachern der Arbeitslosigkeit zum Schaden der Betroffenen und der Gesellschaft.. Doch wenn ein Unrecht eine überragende Dimension erreicht und die Verantwortlichen kein Unrechtsbewusstsein haben, dann ist das „nur“ Politik.
habauchwaszusagen
11.05.2012, 10:56 Uhr
...
es sagt ja keiner was das unsere H4 freunde unterstützt werden.es geht nicht darum das sie nichts bekommen sollen, aber es kann nicht sein das sie so locker leben können das es sich für sie nicht lohnt arbeiten zu gehen.

ich bin für gutscheine. kleidergutscheine, essensgutscheine und auch die bildungsgutscheine. die miete und sogar die nebenkosten (ne H4 wohnung ist im winter wärmer als ne wohnung eines arbeitenden) werden doch vom amt bezahlt.

für die grundversorgung sollen sie gutscheine bekommen. da verhungern sie auch nicht. luxus wie alkohol und kippen sind damit auch tabu. ach ja....die tiere unserer freunde bekommen ja auch noch was. sie sollen ja auch nicht verhungern.

und klar, man sollte sich mal selber um arbeit bemühen, das klappt in der regel auch.(allgemein gesagt, die älteren end50er kann ich schon verstehen das es sehr schwer ist)

man braucht sich ja nur mal in der stadt umschauen wenn die H4 großfamilien durch die stadt ziehen....die brauchen sich absolut keine sorgen zu machen.
Dora75
11.05.2012, 11:12 Uhr
Offenen Brief
Lieber schicken sie es nach Grichenland ohne uns zu Fragen. Abschaffen diese Leute und das Volk solle über Gesetze endscheiden.Da sparen wir viel viel Geld Über Internetbefragungen da würde mehr abstimmen als zur Wahl gehen.
Wolfi65
11.05.2012, 11:17 Uhr
Wer solche....
Methoden durchführt und nachweislich eine Familie zu Unrecht mit Sanktionen belegt, der müßte auch mit Sanktionen bestraft werden. Mal so zwei Wochen ohne das Nötigste auskommen. Da wird der Blick zur Demokratie und zur freien Marktwirtschaft geschärft.

Ich selber wurde auch schon mal Opfer der Arge, weil etwas durch "Zufall" verschwunden war. Kann ja mal passieren?!
Nur ist es Verwunderlich, das so etwas nur bei der Berechnung der Gelder für Andere passiert.

Die Kopien der erforderlichen Papiere hatte man sich auf die Festplatte gebracht und konnte diese in gewünschter Anzahl per Fax und dann noch einmal persönlich in die heiligen Hallen in der Uferstrasse vorbeibringen.

Und schwubdiwub, waren die Originale wieder da. Ich denke, das war Zauberrei.
Aber es gibt auch Menschen, welche solche Möglichkeiten nicht haben und das wird von den Behörden schamlos ausgenutzt. Für solche Machenschaften habe ich nur Verachtung übrig, wenn es an die Kleinsten der Kleinen geht!
Wolfi65
11.05.2012, 11:35 Uhr
Haben Sie Arbeit für mich?
Ich glaube wenn Sie hier etwas Richtiges zu sagen hätten, dann ein Arbeitsplatzangebot.
Ansonsten würde ich mal sagen:Behalten Sie Ihre Abnormalen Forderungen für Sich!
Und wünschen Sie sich nicht zu sehr die Hartz 4 - Gutschein-Aktion.
Manchmal gehen nämlich Wünsche in Erfüllung und dann ist Guter Rat teuer, wenn es dann einen selber erwischt.
Und glauben Sie ja nicht, es könnte nicht so schnell passieren.
Unfall, Krankheit usw. sind der Stoff aus dem ein Sozialfall gemacht wird.
Und dann noch das Thema überheizte Hartz 4 Wohnung.
Ich habe die ganze Heizperiode bei 18 Grad dagesessen um Energie zu sparen.
Deswegen erstattete mir die Hausverwaltung in der Endabrechnung an die 200 Euro für die Heizung meiner Wohnung.
Jetzt laufe ich Gefahr, das mir die Arge das Geld auf das ALG II anrechnet.
Glauben Sie mir, in Zukunft gibt es am Thermostat der Heizung nur noch Feuer frei!
Wer spart wird bestraft und ob ich zu Ihren Freunden gehören möchte, Herr/Frau habauchwaszusagen, möchte ich vorsorglich ausschließen.
Left of Life
11.05.2012, 11:36 Uhr
Schwer zu verstehen?
Es ist wohl tatsächlich für einige viel zu schwer zu verstehen, was in diesem Land mittlerweile geschieht. Ich sehe immer öfter, dass die Menschen einfach nur nachplappern, ohne sich auch nur einmal wirklich selber Gedanken zu machen.
Wer z. B. Gutscheine befürwortet, der hat sich auch ganz klar gegen das Grundgesetz und die allgemeinen Menschenrechte entschieden. Dort heißt es ganz klar, dass jeder Mensch ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben hat. Was Selbstbestimmt heißt, muss ich ganz sicher nicht erklären. Und das Gesetz macht dabei keinerlei Ausnahme. Selbstbestimmt gilt für alle Menschen. Männer, Frauen, Kinder, die Hautfarbe, die Religion, die politische Gesinnung usw. spielen keine Rolle.
Wer die Gutschenpolitik bejaht, verneint im gleichen Atemzug unsere Gesetze. Ist das wirklich gewollt?
Left of Life
11.05.2012, 11:43 Uhr
Das hohe C
Noch ein Wort zum besagten "C". Ich mache keine Unterschiede. Egal ob Christ oder Atheist, jeder soll so leben, wie er es für richtig hält.
Wenn jedoch eine Organisation wie die CDU sich mit dem Christentum schmückt, dann muss sie das auch konsequent machen. Es geht nicht an, dass man nur in manchen Situationen christlich handelt und in anderen wieder nicht.
Retupmoc
11.05.2012, 11:49 Uhr
Da habe ich auch was zu sagen...
@ Habwaszusagen:

Ich wünsche Ihnen, das Sie, wenn Sie z.B. 55 sind nicht entlassen werden, Ihr Betrieb pleite geht oder ähnliches.

Wissen Sie was dann sonst passiert? Sie finden keinen Arbeitsplatz, nach den ersten Monaten ALG 1 sollten Sie tunlichst ihr hart erarbeitetes Geld verbraucht haben, sonst bekommen Sie nicht mal Hartz4 ( nach einem bestraften Menschen benannt, der sich mit brasilianischen Animierdamen vergnügte ) -sondern es wird Ihnen solange verwehrt, bis Sie ihr erarbeitetes Geld aufgebraucht haben.

Schön solche Gesetze in dieser Bananenrepublik zu haben.

Herr Grund muss sich da übrigens keine Sorgen machen, der bekommt Staatspension. Erarbeitet vom? Na vom Steuerzahler. Zum Beispiel von der Friseuse, die 5 Euro in der Stunde verdient.

Herr Grund sollte sich in Grund und Boden schämen.
Evelin Hohnwald
11.05.2012, 12:27 Uhr
Grundgesetz!
An manchen Kommentaren merkt man ganz genau, dass entweder viele sich noch nie mit dem Grundgesetz überhaupt beschäftigt haben, geschweige dieses überhaupt kennen.

Vielleicht sollten sich einige mal das GG bestellen. Gibt es gratis und versandkostenfrei unter (grundgesetz-gratis.de) und darin lesen, anstatt es mit Füßen zu treten. Denn jeder einzelne von uns sollte die freiheitlichen Werte unseres Landes kennen und zu verteidigen wissen.

Merkt ihr denn nicht, dass mittlerweile Politiker aller couleur Teile unseres Grundgesetzes zu entkräften versuchen. Und merkt ihr denn nicht, dass das uns alle betreffen wird. Reichen denn nicht die immer mehr mies bezahlten Jobs von denen man nicht mehr leben kann? Macht endlich die Augen auf und benutzt Euren Verstand!
SuWe
11.05.2012, 12:41 Uhr
Gerichtstermin
Nicht nur hier, auch bei YoouTube findet man Aussagen von Herrn Grund, welche innerhalb eines Gerichtssaales "besprochen" werden sollten.
Dora75
11.05.2012, 14:46 Uhr
Christlich
Was ist Christlich. Sein Lohntag der kommt vor Lachen nicht in den Schlaf.
Suse
11.05.2012, 19:06 Uhr
Würden Sie Herr Grund denn auch für einen Billiglohn ihren Job machen?
Und kommen Sie jetzt nicht mit irgendwelchen Begründungen. Wenn ein junger Mensch arbeitet und der Lohn nicht einmal für die Miete reicht,so dass er Hartz IV dazu beantragen muss,ist das für sie in Ordnung. Somit wird den Großunternehmern Tür und Tor zur Sklaverei geöffnet.Sie Herr Grund haben entschieden,dass ein junger Mensch zur Sklavenarbeit gezwungen wird,wenn er nun nicht für einen Hungerlohn arbeiten will,wird er sanktioniert und kann verhungern. Ich wünschte, das die Bundestagsabgeordneten ihre Gesetze selbst durchleben müssten.Könnten sie sich vorstellen mit 400,-Euro zu leben?Sie haben doch den Bezug zur Realität total verloren. Ich schließe mich Retupmok an Schämen Sie sich in Grund und Boden!
H.Buntfuß
11.05.2012, 20:33 Uhr
Herr Grund
sie haben einer besuchergruppe im bundestag erklärt, dass sie für jene da sind da sind die mit ihrer arbeit geld erwirtschaften für den staat.

nun meine frage: mit welcher arbeit erwirtschaften sie geld für den bund? glauben sie nicht, das jede friseuse dem staat mehr geld einbringt, durch ihre steuern, als ein reiner bundestagesabgeordneter?

es wundert mich schon das gerade personen von erwirtschaften reden die jährlich milliarden euro steuergelder in den sand setzen. davon hört man die wenigsten politiker reden. Oder nennt man das neuerdings auch erwirtschaften, ist ja möglich einer muss ja die verschwundenen milliarden kassieren, oder?

die mehrheit lobt sich, oder lässt sich stäntig über den grünen klee loben, wie gut sie doch sind. so die doktoren die keine sind. die botschaften über betrug reißen nicht ab.
Alex Gösel
11.05.2012, 20:50 Uhr
Sehr geehrter Herr Grund...
anhand der Kommentare, müssten Sie bemerkt haben, dass diese Zeitung nicht im Eichsfeld seinen Sitz hat, oder?

Wie Sie sicher bemerkt haben, haben Sie hier sehr wenig Anhänger, oder?

Um nicht ganz abzudriften, müssen Ihre Anhänger mehrere Kommentare schreiben, damit Ihr schlechtes Abschneiden bei dem Volk nicht ganz so schlecht ausfällt, oder?
Left of Life
12.05.2012, 11:57 Uhr
Richtigstellung
Zitat: "Der Staat unterstützt junge Menschen in der Qualifizierung für den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt, aber fordert von den Leistungsbeziehern auch Kooperation und Mitwirkung." Zitat Ende

Von welcher Qualifizierung sprechen Sie hier? Ist vielleicht die Maßnahme gemeint, in der ein Erwerbsloser zum hundersten Mal ein sog. Bewerbungstraining absolvieren muss? Oder meinen Sie vielleicht das kostenlose Praktikum im Pflegebereich, in das die erwerbslose Hausfrau gezwungen wird, um anschließend unter Garantie wieder erwerbslos zu sein? Oder meinen Sie den Zwang, für einen menschenunwürdigen Niedriglohn arbeiten zu müssen, weil man sonst sanktioniert wird?
So sieht sie aus, die Qualifizierung durch den Staat. Politiker sprechen in diesem Zusammenhang immer wieder von Fachkräftemangel. Diesen Mangel gibt es tatsächlich, jedoch fehlen die Fachkräfte wohl nur in der Politik!

Zitat: "Ich stelle mich aber vor die dortigen Mitarbeiter, die eine schwierige und gute Arbeit erbringen." Zitat Ende

Schwierig ist die Aufgabe sicherlich, denn in den Jobcentern, die mit wirklichen Jobs übrigens gar nichts zu tun haben, arbeiten fast ausschließlich Ungelernte, die in anderen Behörden nicht mehr gebraucht wurden. Wer aber eine Arbeit nicht erlernt hat, für den ist sie natürlich schwierig. Ich bin kein gelernter Tischler. Für mich wäre das Herstellen eines Stuhles eine sehr schwierige Sache.
Gute Arbeit? Doch wohl nur in ihrem Sinne. Das heißt, dass dieser Mitarbeiter im Jobcenter möglichst viel Gelder einsparen soll. Dazu dienen die in den meisten Fällen willkürlich ausgesprochenen Sanktionen, die Verschleppung von Anträgen, die Falschauskünfte, die Nicht-Erreichbarkeit der Sachbearbeiter, die Falschberechnungen, die Vorenthaltung von Geldern. Natürlich nennen Sie das "Gute Arbeit", Herr Grund.
Evelin Hohnwald
12.05.2012, 14:12 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert.
Werniman0606
17.05.2012, 02:16 Uhr
@habauchwaszusagen
Und warum ist das so,daß es sich in einigen (!) Fällen nicht lohnt, einen Job zu suchen ? Liegt es vielleicht daran,daß die Löhne in vielen Bereichen effektiv immer weiter sinken und die Gründe nicht in der unterstellten Faulheit,sondern eher im finanziellen Bereich zu suchen sinnd ?

Sicher,es gibt aufstockende Leistungen,jedoch wird der Mehrverdienst durch Freibeträge durch die Mehrkosten auch schnell wieder aufgefressen. Wer hier behauptet,so einen Job trotzdem noch gerne anzunehmen, der macht sich m.E. selbst etwas vor,nur um sich selbst die gesellschaftliche "Höherstellung" einzureden.

Wirtschaftlich gesehen ist hier nicht derjenige der Dummkopf, der daheim bleibt, sondern derjenige,der trotzdem noch für's gleiche Geld loszieht.
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