Mi, 11:49 Uhr
09.05.2012
Konjunkturkurve zeigt nach oben
Nach der kurzen Schwächephase zum Jahreswechsel nimmt die Thüringer Wirtschaft wieder Fahrt auf. Die Stimmung in den Unternehmen Nord- und Mittelthüringens hat sich deutlich aufgehellt. In den Chefetagen überwiegen Optimismus und Zuversicht...
Ein stabiler Auftragsbestand und weitgehend ausgelastete Kapazitäten sorgen für eine positive Ertragslage. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt im Vergleich zum Jahresbeginn um 5 Punkte auf 112 von 200 möglichen Prozentpunkten. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 900 Mitgliedsbetrieben.
Die Unternehmen präsentieren sich aktuell in einer guten Verfassung. Branchenübergreifend schätzen 39 Prozent der Befragten ihre Situation mit gut ein und immerhin 45 Prozent sind mit ihrer Geschäftslage noch durchaus zufrieden, informiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Zudem würden sich die Mienen der Unternehmer mit Blick auf die kommenden Monate wieder deutlich aufhellen. Jeder Fünfte rechne inzwischen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf. Ende letzten Jahres wäre dies nur jeder Zehnte gewesen.
Triebfeder des Wachstums sei vor allem die Binnenkonjunktur, die durch die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt zusätzliche Dynamik erhalte. Auch die leichte konjunkturelle Schwächephase der letzten Monate hätte den Beschäftigungszuwachs nicht stoppen können – im Gegenteil: Neun von zehn Betrieben wollen ihre Mitarbeiterzahl beibehalten oder sogar zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, so der IHK-Chef.
Die robuste Inlandsnachfrage, niedrige Kapitalmarktzinsen und eine gute Kapazitätsauslastung sorgten für positive Investitionsabsichten. Allerdings rechneten zahlreiche Firmenchefs angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen ihre Projekte mit spitzem Bleistift durch. So bewegen sich die Investitionsvorhaben zwar weiterhin auf einem hohen Niveau, die Werte des vergangenen Jahres werden aber nicht ganz erreicht, stellt Grusser fest.
Als Impulsgeber für die konjunkturelle Entwicklung erweise sich einmal mehr die Industrie. Hier würden 49 Prozent der Manager von einer aktuell guten Situation sprechen, für 42 Prozent sei der Geschäftsverlauf immer noch befriedigend. Stabile Auftragseingänge hätten die Ertragslage weiter verbessert. So verbuchte mehr als die Hälfte der Manager unter dem Strich ein Plus, 31 Prozent arbeiteten zumindest noch kostendeckend. Und auch für den weiteren Jahresverlauf bleibe die Industrie der Taktgeber für die Konjunktur. Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmer blicke optimistisch auf die nächsten Monate.
Das Baugewerbe hat die witterungsbedingten Produktionsausfälle vom Februar inzwischen aufgearbeitet. Drei von vier Unternehmen berichten daher von gut gehenden Geschäften, wertet der IHK-Hauptgeschäfts-führer die vorliegenden Zahlen. Bei den Aussichten auf die kommenden Monate mache sich allerdings Skepsis breit. Nur noch 13 Prozent würden mit einem günstigeren Geschäftsverlauf rechnen.
Aufatmen könnten dagegen die Einzelhändler. Der hohe Beschäftigungsstand, die gestiegene Arbeitsplatzsicherheit und höhere Einkommen stärken die private Kaufkraft, so Grusser. Dies schlage sich bei der überwiegenden Mehrheit der Händler in einer guten oder befriedigenden Geschäftslage nieder. Bei jedem Fünften hätte sich die Ertragslage verbessert und seien auch die Umsätze gestiegen.
Fazit des IHK-Chefs: Die regionale Wirtschaft bewegt sich weiter auf dem Wachstumspfad. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen und Pläne der Unternehmer lassen auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung hoffen. Mittlerweile hat sich das weltwirtschaftliche Umfeld wieder etwas aufgehellt. Ungeachtet dessen ist die Konjunktur jedoch weiterhin anfällig für Erschütterungen. Vor allem die Euro-Krise bleibt ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Zudem sind Turbulenzen bei den Energie- und Rohstoffpreisen eine zusätzliche Gefahrenquelle. Hier muss die Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik weiter wachsam sein.
Autor: nnzEin stabiler Auftragsbestand und weitgehend ausgelastete Kapazitäten sorgen für eine positive Ertragslage. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt im Vergleich zum Jahresbeginn um 5 Punkte auf 112 von 200 möglichen Prozentpunkten. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 900 Mitgliedsbetrieben.
Die Unternehmen präsentieren sich aktuell in einer guten Verfassung. Branchenübergreifend schätzen 39 Prozent der Befragten ihre Situation mit gut ein und immerhin 45 Prozent sind mit ihrer Geschäftslage noch durchaus zufrieden, informiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Zudem würden sich die Mienen der Unternehmer mit Blick auf die kommenden Monate wieder deutlich aufhellen. Jeder Fünfte rechne inzwischen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf. Ende letzten Jahres wäre dies nur jeder Zehnte gewesen.
Triebfeder des Wachstums sei vor allem die Binnenkonjunktur, die durch die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt zusätzliche Dynamik erhalte. Auch die leichte konjunkturelle Schwächephase der letzten Monate hätte den Beschäftigungszuwachs nicht stoppen können – im Gegenteil: Neun von zehn Betrieben wollen ihre Mitarbeiterzahl beibehalten oder sogar zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, so der IHK-Chef.
Die robuste Inlandsnachfrage, niedrige Kapitalmarktzinsen und eine gute Kapazitätsauslastung sorgten für positive Investitionsabsichten. Allerdings rechneten zahlreiche Firmenchefs angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen ihre Projekte mit spitzem Bleistift durch. So bewegen sich die Investitionsvorhaben zwar weiterhin auf einem hohen Niveau, die Werte des vergangenen Jahres werden aber nicht ganz erreicht, stellt Grusser fest.
Als Impulsgeber für die konjunkturelle Entwicklung erweise sich einmal mehr die Industrie. Hier würden 49 Prozent der Manager von einer aktuell guten Situation sprechen, für 42 Prozent sei der Geschäftsverlauf immer noch befriedigend. Stabile Auftragseingänge hätten die Ertragslage weiter verbessert. So verbuchte mehr als die Hälfte der Manager unter dem Strich ein Plus, 31 Prozent arbeiteten zumindest noch kostendeckend. Und auch für den weiteren Jahresverlauf bleibe die Industrie der Taktgeber für die Konjunktur. Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmer blicke optimistisch auf die nächsten Monate.
Das Baugewerbe hat die witterungsbedingten Produktionsausfälle vom Februar inzwischen aufgearbeitet. Drei von vier Unternehmen berichten daher von gut gehenden Geschäften, wertet der IHK-Hauptgeschäfts-führer die vorliegenden Zahlen. Bei den Aussichten auf die kommenden Monate mache sich allerdings Skepsis breit. Nur noch 13 Prozent würden mit einem günstigeren Geschäftsverlauf rechnen.
Aufatmen könnten dagegen die Einzelhändler. Der hohe Beschäftigungsstand, die gestiegene Arbeitsplatzsicherheit und höhere Einkommen stärken die private Kaufkraft, so Grusser. Dies schlage sich bei der überwiegenden Mehrheit der Händler in einer guten oder befriedigenden Geschäftslage nieder. Bei jedem Fünften hätte sich die Ertragslage verbessert und seien auch die Umsätze gestiegen.
Fazit des IHK-Chefs: Die regionale Wirtschaft bewegt sich weiter auf dem Wachstumspfad. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen und Pläne der Unternehmer lassen auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung hoffen. Mittlerweile hat sich das weltwirtschaftliche Umfeld wieder etwas aufgehellt. Ungeachtet dessen ist die Konjunktur jedoch weiterhin anfällig für Erschütterungen. Vor allem die Euro-Krise bleibt ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Zudem sind Turbulenzen bei den Energie- und Rohstoffpreisen eine zusätzliche Gefahrenquelle. Hier muss die Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik weiter wachsam sein.


