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Fr, 19:09 Uhr
20.04.2012

„Dracula“ an der Kirchentür

„Zeige Blut – Spende Mut“: Manche Werbesprüche wirken dadurch, dass sie „umgedreht“ erscheinen. In Großlohra gibt es ein kleines, aber stabiles Völkchen, das einen Blutspender-Ausweis in der Tasche hat. Was bislang noch fehlte, aber weiteren Zulauf bewirken könnte, waren kurze Wege und ansprechende Räumlichkeiten mit guten Voraussetzungen für die Blutspende mit ärztlicher Betreuung und Überwachung...


Da wurde das Suhler Institut für Transfusionsmedizin fündig: Im katholischen Gemeindehaus neben der Kirche fand es, was es suchte. Dazu auch noch einige Helferinnen aus der Kirchengemeinde und dem Landfrauenverein, die sich um das Büfett kümmern. Wo sonntags Nächstenliebe gepredigt wird, müsste schließlich auch ein geeigneter Ort sein, um sie wochentags auch gleich zu praktizieren. Das Suhler Institut firmiert als eine gemeinnützige GmbH, das nach eigenen Angaben auch nordthüringer Kliniken mit Blutkonserven beliefert.
Blutspende im Gemeindehaus (Foto: E. Seifert)
Blutspende im Gemeindehaus (Foto: E. Seifert)
Blutspende im Gemeindehaus (Foto: E. Seifert)
Blutspende im Gemeindehaus (Foto: E. Seifert)
Blutspende im Gemeindehaus (Foto: E. Seifert)
Blutspende im Gemeindehaus (Foto: E. Seifert)
Bleibt noch die Frage, warum Blutspenden erst nach Südthüringen gehen und dann nach Nordthüringen zurückkommen, obwohl es doch entsprechende Einrichtungen auch in Nordthüringen und auch in Nordhausen gibt. Diese Frage ist freilich nicht an die Blutspender zu richten, solange es sich in beiden Fällen um nichtkommerzielle Dienste handelt. Sie wären die falschen Adressaten.

Das geht wohl genau so wie mit dem Telefonbuch für den Landkreis Nordhausen. Da genügte lange Zeit eines. Seit einiger Zeit aber findet man jeweils zwei im Briefkasten: eines von einem Verlag aus dem tiefsten thüringischen Süden an der bayrischen Grenze und eines von einem Verlag, der erheblich näher an Nordthüringen angesiedelt ist. Der für den Telefonkunden wichtige Inhalt ist – wie sollte es auch anders sein – identisch. Die Frage nach dem Sinngehalt dieser Doppelung (mit entsprechendem Papierverbrauch) hat der Kunde nicht zu beantworten; er wird ja auch gar nicht danach gefragt. Versucht er dennoch eine Antwort, so landet er bei dem Zauberwort „Wettbewerb“.

Das ist nach landläufiger Meinung schließlich die Triebfeder allen Fortschritts, wenn man die Unterscheidung in „Qualitätswettbewerb“ und „Verdrängungswettbewerb“ strikt vermeidet. Und so wird wohl auch die Aktivität mehrerer Blutspendedienste im gleichen Gebiet etwas mit dem „Wettbewerb“ zu tun haben. Die Nase vorn hat dann jener Dienst, dem es gelingt, die optimalsten Bedingungen zu schaffen: kurze Wege für die Spender, günstige Zeiten außerhalb der Berufstätigkeit, ein angenehmes Ambiente. Bleibt zu hoffen, dass dieser Wettbewerb auch positive Ergebnisse hinsichtlich der Spendebereitschaft und keine Verunsicherungen erzeugt! Der Suhler Blutspendediesnt wird noch im April in Limlingerode und im Mai in Uthleben und in Rehungen präsent sein.
Eduard Seifert
Autor: nnz

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