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Fr, 12:27 Uhr
06.04.2012

nnz-Forum: Respekt verdient

Die Diskussion um das Gedicht von Günter Grass geht munter weiter. In den großen Online-Portalen, aber eben auch in der nnz. Wir bieten Ihnen in unserem Forum das Statement eines nnz-Autors an...

Günter Grass verdient Respekt

Die gekünstelten, vorgebackenen Aufschreie des politischen und kulturellen Establishments auf Grass‘ Gedicht in Deutschland und darüber hinaus haben mich entsetzt. Nur weil der Autor Israel kritisiert hat, sei er ein Antisemit, der aus seiner SS-Mitgliedschaft von 1944 nichts gelernt hat.

Aber Grass hat mehr gelernt als das genannte Establishment! Er hat sich nicht einer ideologisch determinierten Blindheit verschrieben, sondern ganz nüchtern die Gefährdung des Friedens und deren Ursachen analysiert. Denn Grass weiß aus eigener Erfahrung, wozu ideologische Einseitigkeit, also das Ausblenden von Realitäten, führen kann. Ahmadinedschad ist tatsächlich ein Dummschätzer und Demagoge, dem das heimliche Basteln an der Bombe zuzutrauen ist. Israel aber hat mit einem Angriff gedroht, nicht der Iran. So, als sei eine solche Drohung das Normalste von der Welt. Hätte dies der iranische Diktator getan, wäre die Welt auf die Barrikaden gegangen.

Aber selbst Obama hat die Augen verdreht, bei Israels Ankündigung und abgeraten. Das spricht wohl Bände: Denn Obama weiß nur zu gut, zu welchem Flächenbrand ein israelischer Erstschlag führen könnte. Deutschland hat dies offenbar nicht erkannt, eben aus einer falsch verstandene "Nibelungentreue" heraus, wie es Grass selbst ausdrückt, und schickt Israel ein U-Boot, mit dem angeblich Atomraketen verschossen werden können. Wenn Grass so etwas kritisiert, dann ist er ein Friedensstifter und kein Ignorant wie mancher deutsche Politiker!

Schon einmal wurde im Nahen Osten vom Westen auf der Grundlage von Lügen für viel Leid gesorgt. Bekanntermaßen musste der letzte britische Premier kleinlaut einräumen, dass die Behauptung, der Irak verfüge über Chemiewaffen, nur den Angriff legitimieren sollte. Da aber hatten US-Panzer schon tausende Menschen getötet, übrigens mit logistischer Unterstützung aus Deutschland.

Den RTL-gewohnten politisch wenig interessierten Bürger haben diese Erkenntnisse wenig interessiert. Er ist moralisch abgestumpft und hätte doch gegen die eigenen Regierungen auf die Straße gehen müssen. Schließlich klebte das Blut Unschuldiger an ihren Händen.

Literatur-Nobelpreisträger Grass aber weiß um derartige Dinge, schon weil er seine Blechtrommel verinnerlicht hat. Sie bringt ja nichts anderes zum Ausdruck, als die Fahrt des dumpfbackenen Spießbürgers in den gemeinsamen Abgrund unter Hitler, eben auf Grund von Ignoranz, Blindheit und Nibelungentreue.

Mit seinem Gedicht knüpft Grass an die Blechtrommel an: Er hat mit seinem Gedicht das getan, was er als weltbekannter Schriftsteller mit einem moralischen Anspruch tun muss, wenn die Ignoranz des Establishments gar zu traurige Blüten treibt. Ich hoffe, dass es trotz seines hohen Alters noch nicht die "letzte Tinte" ist, mit der er in die eingefahrenen Denkstrukturen eingegriffen hat.

Seine Kritik an Israel hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Gerade Grass' Freundschaft zu diesem unverzichtbaren Land ist nur dann echt, wenn er sie im Bedarfsfalle mit klaren Worten untermauert. Dem Autor seine SS-Mitgliedschaft als 17-jähriger vorzuwerfen, zeugt von der geistigen Armut jener, die dies aussprechen: Vor einigen Jahren kursierte die gnadenlos kritisierte Floskel von der "Gnade der späten Geburt". Wer jedoch behauptet, er wäre unter den Bedingungen der Nazizeit nicht SS-, NSDAP- oder HJ-Mitglied geworden, der versteigt sich in nicht vorhandene moralische Höhen.

Grass ist 1928 geboren und kannte praktisch nichts anderes als Hitler und Goebbels. Er hatte wohl keinen Vergleich, genau wie so viele andere damals, die mitliefen und auch mit mordeten. „Die Banalität des Bösen“ ist sehr nahe, wenn man eingepeitscht bekommt, dass das Böse richtig und gut ist. Einen Vorwurf kann man ihm daher wohl kaum machen. Zudem hat er sich, wenn auch leider sehr spät, freiwillig mit diesem dunklen Kapitel auseinandergesetzt. Suchen Sie mal im Netz nach früheren SS-Leuten, die Reue zeigten oder sich doch wenigstens mit der damaligen Zeit kritisch auseinandersetzen. Zudem bedeutete die Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation nicht automatisch, dass das Mitglied zum Täter wird.

Schwarz-Weiß-Malerei hilft eben nicht bei der Betrachtung so komplexer Dinge wie der Biografie von Günter Grass und der Gefahr eines neuen Krieges im nahen Osten. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich mit ansehen muss, dass der 84-jährige Literaturnobelpreisträger die deutsche Politik daran erinnern muss, diesmal, nicht wie im Iran-und Afghanistankrieg, keinen Fehler zu machen - aus Freundschaft zu Israel.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Toleranz
06.04.2012, 12:43 Uhr
Endlich mal einer der nachdenkt!!
Das ist die richtige Antwort, auf die Kommentare zu diesem Gedicht. Manche begreifen bis Heute nicht, dass die Zeit der Kriegstreiber vorbei sein sollte, und wer daran verdient. Bestimmt nicht das Israelische Volk.
Peppone
06.04.2012, 12:54 Uhr
Nicht richtig aufgepasst!
Sagen Sie mal Herr Schwarzberg, haben Sie nicht richtig aufgepasst oder können Sie wie ihr großes Vorbild Texte, die Journalisten aus dem Iran schreiben nicht lesen und nicht verstehen? Der kleine Ahmadinedschad, oder wie der Ersatzhitler da heißt, will so ziemlich jeden Tag Israel von der Landkarte tilgen!

Nebenbei hängt der angebliche "Maulheld" Oppositionelle und sogar homosexuelle Teenager, von den Steinigungen angeblich untreuer Ehefrauen mal ganz abgesehen. Sonst gehts Ihnen noch gut? Was wohl die Familien der Gehängten dazu sagen?

Trittbrettfahrer mag ich nicht, sorry!
T. Droessler
06.04.2012, 15:41 Uhr
So nicht, Herr Schwarzberg!
Ich habe lange überlegt, ob ich zu ihrem Geschreibe etwas kommentiere oder nicht. Aber ein Teil ihres "Pamphlets" lässt mich nicht schweigen.

Sie haben Recht, wenn sie behaupten, dass die Kritik des Herrn Grass nicht antisemitisch ist. Sie ist politischer Natur und könnte aber auf Grund ihrer extrem einseitigen und oberflächigen Aussagen entweder aus der dunkelroten Ecke der Linkspartei oder auch aus der Neonazi-Szene / NPD stammen. Beide Seiten, so gegensätzlich sie sich auch halten, nehmen sich nichts in der einseitigen Betrachtungsweise des Staates Israel.

Wenn sie also das Gedicht des Herrn Grass toll finden, bitte sehr. Es ist ihre persönliche Meinung und die können sie auch gerne mal für sich behalten (ich weiß, das fällt ihnen schwer).

Aber um was es mir eigentlich geht, ist ihre Auslegung und vorauseilende Inschutznahme der Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Diese verbrecherische Organisation unterstand direkt dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler und war die Speerspitze der Nazis. Es war fast wie eine Auszeichnung, dort aufgenommen zu werden!

Wir reden hier nicht davon, dass Herr Grass in den letzten Kriegswirren als Flakhelfer oder kleiner Hitlerjunge unterwegs war. Der Waffen-SS unterstanden die Konzentrationslager und Kampfverbände, welche schlimmste Kriegsverbrechen verübt haben und direkt die Ermordung von 6 Millionen Juden in KZs durchgeführt hat.

Diese Leute haben sich ihren Nachwuchs sehr genau ausgesucht. Um dort reinzukommen, muss man "Vollblutnazi" gewesen sein. Da lag die geistliche Armut, die sie anderen unterstellen, wohl eindeutig auf der Seite von Herrn Grass. Und mir drängt sich leider Verdacht auf, in diesem Fall auch bei ihnen.

Auch dass er damals nur 17 Jahre alt war und angeblich nichts anderes kannte, ändert nichts an seiner Mitgliedschaft und ist eher eine schwache Ausrede. Hier geht es nicht um die Millionen von Deutschen, welche "Heil Hitler" rufend die Machtbasis der Nazis gebildet haben, weil sie der braunen Ideologie auf dem Leim gegangen sind. Wir reden hier vom dunkelsten Kern des Dritten Reichs. Und denen ist Herr Grass hinterher gelaufen und war darin so erfolgreich, dass er aufgenommen wurde.

Bei so viel Relativismus, einseitiger Geschichtsbetrachtung und Wissen ihrerseits (wie Hubertus auch bereits andeutete), bleibt mir nur zu sagen: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten!

Torsten Drößler
Bodo Schwarzberg
06.04.2012, 15:47 Uhr
Hubertus: "Innerer Iran" war nicht mein Thema
Die Ergänzung von Hubertus zu meinem Beitrag ist wichtig und vervollkommnet ihn. Der Terror, den Ahmadinedschad im eigenen Land verbreitet, muss an den Pranger gestellt werden. Auch dessen Aussprüche und Drohungen, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen. Aber wir wissen doch aus leidvoller Erfahrung, wohin wechselseitige Drohungen zwischen zwei Staaten führen können.

Die Schraube der Eskalation immer weiter voranzutreiben, kann letztlich zum heißen Krieg führen. Jede Drohung eines Angriffs verbietet sich, egal von welcher Seite, weil die Folgen von deren Umsetzung unabsehbar wären. Konkret aber hat Israel mit einem Angriff gedroht und nicht der Iran. Sogar der ev. Zeitraum eines Angriffs, ich glaube so ab Frühjahr 2013 wurde von seriösen Medien verbreitet. Wie gesagt, selbst die USA versuchen, Israel von solchen Plänen abzuhalten. Und bitte, lieber Hubertus, vergessen Sie nicht, was ich über die nie bewiesenen Gründe des Westens schrieb, den Irak mit der Folge Tausender ziviler Opfer anzugreifen. Dazu haben Sie sich nicht geäußert.

Selbst westliche Behörden mussten einräumen, dass es keine Beweise für eine iranische Bombe gäbe, ebenso wie es keine Beweise von Chemiewaffen im Irak gab und gibt. Unter Mutmaßungen einen Krieg zu beginnen, verbietet sich. Anders stellte sich die Situation erst dann dar, wenn es Beweise gibt, dass der Iran eine Bombe hat oder nachweislich an dieser arbeitet.

Übrigens betone ich nochmals, dass es mir nicht um die unbestritten schimme Innenpolitik des Mullah-Regimes im Iran ging, sondern um die internationale Problematik im Nahen Osten. Aber vielleicht können Sie Ihr Thema ja mal in einem nnz-Forum beleuchten lassen?

Ein Weg zur Entspannung wäre vielleicht, dass Iran und Israel gleichermaßen uneingeschränkte Kontrollen ihrer Atomanlagen und Atomprogramme bis hin zu den immer wieder angenommenen israelischen Atomwaffen zulassen. Es geht meiner Meinung nach nicht an, dass bei diesen Kontrollen unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden, zumal unter den Bedingungen einer Kriegsgefahr.
Zukunft
06.04.2012, 15:58 Uhr
Anmerkung
Sehr geehrter Herr Drößler, vielleicht können Sie sich ein wenig beruhigen und von Ihren Anfeindungen gegenüber Herrn Schwarzberg auf das anständige Maß zurückkommen? Das würde dieser Kommentarfunktion guttun. Und vielleicht denken Sie einmal über den Staat Israel nach? Warum muss dieser Staat Atombomben besitzen, die keiner Kontrolle bedürfen? Warum setzt dieser Staat diese radikale und von der Weltgemeinschaft verurteilte Siedlung- und Unterdrückungspolitik gegenüber den Palästinensern durch? Wissen Sie, zu welchen Repressalien die israelische Armee tagtäglich in den besetzten Gebieten fähig ist?

Es muss legitim sein, Kritik an Israel zu üben? Auch ein Volk, das vor 70 Jahren solchen Menschenwahn erleiden musste, muss sich jetzt - 70 Jahre später, menschlich verhalten. Zumindest aber dessen Regierung. Immer mehr Israelis gehen zum Beispiel gegen diese radikale Politik auf die Straße.

Und zu G. Grass: Das, was er in seinem Gedicht geschrieben hat, das muss eine Gesellschaft aushalten, auch die deutsche.
Bodo Schwarzberg
06.04.2012, 16:18 Uhr
Droessler: bitte genauer lesen
Erstens zum "Klappe halten": Ich persönlich schreibe hier sehr viel, habe aber selbst noch niemandem wie Sie empfohlen, zu schweigen. In einer Gesellschaft mit freier Meinungsäußerung verbieten sich solche Forderungen wie die Ihre von selbst.

Zweitens: Es ist für Sie genauso schwer wie für mich, sich in die Situation junger Menschen der damaligen Nazizeit hineinzuversetzen. Recht gebe ich Ihnen, dass nach dem was ich weiß, kaum jemand gezwungen wurde, in die SS zu gehen. Von dieser Warte her könnte es schon sein, dass Grass die Naziideologie damals auch "glühend" vertreten hat. Aus mehreren Interviews mit über 80-jährigen weiß ich aber auch, dass die SS-Werber sehr fleißig und drängend suchten und dass es schwer war, deren Werbungen zu entkommen. Nicht nur eine sog. (aus damaliger Sicht) "Elite" wurde dort aufgenommen. Im Gegenteil, Herr Droessler: Die SS wurde als "Elite" hingestellt, um möglichst viele Mitglieder zu werben. Gerade deswegen gingen viele auch ganz freiwillig in die SS. Denn wer wollte denn nicht zu einer "Elite"gehören? Damit sollten Sie sich noch einmal beschäftigen. Schauen sie sich mal die Biografien von früheren SS-Agehörigen an: Viele hatten in ihrem zivilen Leben nichts "elitäres" geleistet, und dann kam da diese "Chance", zu einer "Elite" zu gehören.
Und an dieser Stelle verweise ich auf meinen obigen Beitrag: Ein unreifer Jugendlicher, der zudem nichts anderes als Nazis kennengelernt hat, ist wohl leichter durch derartige "Argumente" zu verführen. Es ist aber zugegebenermaßen schwer, sich in die damalige Situation hineninzuversetzen, für Sie und für mich gleichermaßen. Den wahren Kern werden wir maximal nur streifen.

Übrigens: Mein Kompliment an Sie, dass Sie Ihren Namen nennen! Hoffentlich macht das Schule. Wenn Sie jedoch meine vielen Wortmelldungen kritisieren, dann gibt es von mir kein Kompliment. Es steht Ihnen doch frei, Dasselbe zu tun? Wie gesagt: Wir haben in Deutschland freie Meinungsäußerung.
Peppone
06.04.2012, 19:06 Uhr
Iran sollte aber IhrThema sein
Herr Schwarzberg, man kann die derzeitige Situation in Israel und im nahen Osten nicht abgekoppelt vom "inneren" Iran betrachten. Die Politik des inneren Irans ist auch die des äußeren Irans. Sie machen ganz genau den selben Fehler, wie ihn Grass macht.

Ihre Behauptung über gegenseitige Drohungen ist schlichtweg falsch. Während es iranische Staatsdoktrin ist, den Staat Israel auszulöschen, diskutiert Israel über die Vernichtung der iranischen Atomanlagen. Den Unterschied haben weder Grass noch Sie erkannt.

Der Staat Israel, mit allen seinen Unzulänglichkeiten, ist von Nachbarn umgeben, deren offizielle oder inoffizielle Staatsdoktrin die Vernichtung Israels ist. Man stelle sich mal vor, der russische-, der französische-, der polnische Präsident... würden ständig die Vernichtung Deutschlands fordern, was würden wir denn da machen? Abrüsten? Wir hätten vermutlich sogar noch die Chance Franzosen oder Polen zu werden. Ich muss Ihnen aber nicht erklären, was Islamisten mit Juden machen.

Und wenn sie die "Besatzungsmacht" Israel kritisieren möchten, bitteschön. Man kann sicher darüber diskutieren warum das Westjordanland oder die Golanhöhen besetzt werden. Für diese Diskussion hat es aber weder Grass noch Sie bedurft, sie findet nämlich bereits seit vielen Jahren statt!
Luftikus
06.04.2012, 21:29 Uhr
Israel muß lernen auch von deutscher Seite Kritik zu erhalten
Das Gedicht von Herrn Grass ist völlig leditim und drückt seine Bedenken zur momentanen Lage aus. Das meine Großeltern unter einen Diktator litten und mitliefen und vielleicht auch mittöteten, ist eine Geschichte, woraus wir lernen müssen. MEHR auch nicht, MEINE Generation hat keine Volkermord begangen.

Ganz im Gegenteil, durch die Geschehnisse unserer Altvorderen wollen wir aus deren Fehlern lernen und nie wieder einen solchen Diktator und seine Mitläufer an die Macht lassen. Heute ist das weltweilte miteinander stark gewachsen, der Weltfrieden kann schnell beendet sein. Als ehemalige DDR Bürger waren wir eng mit der Geschichte der Palästinenser verbunden.

Erst seit 1990 wurden wir auch mit Israel vertraut und haben es schätzen gelernt. Aber genau wie den Israelis ihr eigener Staat zusteht, steht dies auch den Palästinenser zu. Sie kämpfen dafür in jüngster Zeit mindestens genau so lange wie das jüdische Volk.
Wenn wir von jedem Land der Welt eine Einsicht und eine Kontrolle zu den Atomwaffen fordern sowie einen respektvollen Umgang mit Atomwaffen, so will ich das auch von Israel wissen und fordern. Israel kann nicht machen was es will. Unterdrückte Völker, die um Anerkung und Selbständigkeit kämpfen gibt es zahlreiche auf der Welt. Denken wir nur an Tibet.

Es ist in Deutschland ein allgemeines Problem mit Kritik. Es besteht zwar Meinungsfreiheit, aber passt Sie einen nicht, so wird man defarmiert und in irgedwelche Gruppierungen geschoben, bzw. so lange Unter Druck gesetzt, bis dem Einen der Fallschirm nicht aufgeht (siehe Möllemann)oder dadurch das Interesse so groß wird, dass alle Menschen seine Bücher kaufen (Sarazin).

Interessant ist dabei immer, das der Nerv der breiten Masse der Bevölkerung getroffen wurde.
Da es in Deutschland auch keine demokratische Partei schafft, wichtige konservative und nationale Gedanken umzusetzen, laufen viele Wähler zu den falschen "rechten" Parteien oder gehen gar nicht zur Wahl.
G. Lunter
vonhier
06.04.2012, 22:38 Uhr
Recht so Hubertus & drössler
ich bin ja nicht oft ihrer meinung hubertus - aber heute: respekt!
wie herr schwarzberg erklärt: "innerer iran ist nicht mein thema" - aber jeder hat eine meinung zum inneren israels. dies ist doppelmoralisch!

folgendes möchte ich noch hinzufügen:
in israel gehen jährlich tausende (!) granaten- und raeketeneinschläge auf zivile ziele ein, finanziert vom iran und von der hisbollah ausgeführt. die ach so bösen israelis haben dagegen einen zaun errichtet um zu verhindern dass die raketen noch weiter ins zentrum des landes geschossen werden können -echt böse...
folgende fakten zähle ich auf:
- in israel darf jeder seiner religion nachgehen / suchen sie - lieber herr schwarzberg - mal kirchen oder synagogen im iran, saudi-arabien oder selbst in der türkei
- in israel darf jeder palaestinenser die staatsangehörigkeit annehmen, wählen und gewählt werden, fast 20% der israelischen abgeordneten sind muslime.
- als arafat gestorben ist haben sich seine erben um die zwischen 300 und 1.200 (macht1,2 milliarden) millionen dollar auf seinen schweizer privatkonten gestritten. dies waren gelder, die für die palästinensische bevölkerung gedacht waren. wer solche führer hat, braucht israel nicht zu fürchten.
wer diese fakten unterschlägt und immer gegen israel wettert, muss sich in der tat fragen lassen, ob die kritik anders motiviert ist, auch wenn sie "poltical correct" formuliert wurde. hier sind sich tatsächlich die radikalen linken und die radikalen braunen rechten sehr ähnlich.
bevor deutsche soldaten in afganistan für opiumfelder ihr leben lassen, in anderen ländern opfer fremder bürgerkriege werden, hätte ich sie lieber zuhause.
und wenn sie dann woanders helfen sollen, dann für freunde, die humanistische ideale pflegen, meinungsfreiheit gewähren und demokratie leben und lieben.

wenn wieder mal ein ahmadinschad die frechheit besitzt, im libanon am israelischen grenzzaun zu stehen und sich rühmt, israel vernichten zu wollen, wünsche ich mir, dass ein(e) deutsche(r) bundeskanzler(in) sagt: "dann musst du vorher an uns vorbei".
wenn dies geschieht, bin ich berechtigt, STOLZ EIN DEUTSCHER ZU SEIN.
T. Droessler
06.04.2012, 22:47 Uhr
Erklärungen
@Zukunft:
Von Anfeindungen kann keine Rede sein. Von einer Aufregung über Herr Schwarzberg sehr wohl. Dazu stehe ich auch. Diese liegt primär darin begründet, dass er von anderen in seinem Kommentaren (indirekt) fordert, sich doch richtig zu informieren. Und das ist jetzt wirklich nett ausgedrückt. Leider hat er das in diesem Fall m.E. nicht getan, wie auch Herr Grass. Herrn Schwarzberg sehe ich es nach, er kann als (ehemaliger?) Lehrer wahrscheinlich nicht aus seiner Haut und war es gewohnt Recht zu haben. Nur leider tritt diese Verhaltensweise manchmal zu deutlich an die Oberfläche. Zu diesem Eindruck komme jedenfalls nicht nur ich, wenn man auf dieser Website unterwegs ist.

Allerdings liegt es in der Natur des geschriebenen Wortes, dass man den Gegenüber leicht falsch verstehen kann. Dies betrifft auch die Aufforderung von Herrn Schwarzberg an mich doch genauer zu lesen. Es ist sehr schwer genau das herauszulesen, was der andere wirklich in seinem Herzen sagen wollte. Deswegen führe ich Diskussionen lieber von Angesicht zu Angesicht anstatt in einem Onlinemedium. Man kann sich und seinen Standpunkt dort umfassender darstellen und erklären, damit es eben nicht zu Missverständnissen kommt.

Auf ihre Frage, ob ich auch an Israel denke, möchte ich antworten: JA, und das sehr intensiv, an die Geschichte - genauso wie an seine Zukunft. Ich war mehrfach im Land und das nicht zum Urlaub. Ich kenne beide Seiten, die eine zugegebenermaßen mehr als die andere. Aber das liegt in der Natur der Dinge.

Ja, ich weiß um die Repressalien der Armee. Und ich weiß auch, dass es viele Soldaten sehr fertig macht! Nicht wenige kommen wegen Befehlsverweigerung vor Gericht. Leider ist das noch eines der wenigen Tabuthemen in Israel. Ein Land in dem, wie in keinem anderen, offen und kontrovers über Politik und Politiker diskutiert wird. Und das Ganze mit einer Intensität bei der sich die Deutschen nur noch abducken würden.

Aber ich möchte sie fragen: Kennen sie auch die Situation in den Flüchtlingslagern in Syrien, Ägypten und Jordanien oder in den von der Hamas kontrollierten Gebieten?

@Bodo Schwarzberg:
Das „Klappe halten“ war, zugegeben, unglücklich formuliert und sollte sie nicht davon abhalten ihre Meinung zu äußern. Vielmehr sollte es sie in diesem Fall dazu auffordern, sich selber erst mal mit den Fakten und Hintergründen der Themen Israel und Naher Osten vorbehaltlos auseinander zusetzen. Und zwar bevor sich dazu äußern, denn das ist genau das was sie von anderen fordern. Leider ergeben sich die Ansichten zu diesen Themen nur allzu oft aus einer Momentaufnahme und nicht aus einer langjährigen Betrachtung.

Zum Thema Waffen-SS und Nazis bleibe ich bei meiner geäußerten Meinung und stehe damit nicht alleine. Es darf zu diesem Thema kein Relativismus, einseitige Geschichtsbetrachtung, Wissen und nachträgliche Rechtfertigung geben! Deswegen hätte mein Spruch auch lauten sollen: „Wehret den Anfängen!“ oder besser „Erinnern und nicht vergessen!“.

Das ich meinen Namen genannt habe hat einen einfachen Grund. Bei diesem Thema kann und darf ich nicht zurückstehen. Dies darf eigentlich keiner, gerade nicht in Nordhausen.

@Luntemann:
Das mag jetzt hartherzig klingen: Die sogenannten Palästinenser hatten 1948 die Möglichkeit auf einen eigenen Staat. Stattdessen setzten sie lieber auf die Vernichtung der Juden und damit auf die Vollendung des Werkes Hitlers und seiner Schergen. Zu ihrem Leidwesen ging ihr Plan, die Juden zu erschlagen und ins Meer zutreiben nach hinten los. So standen sie nach dem Unabhängigkeitskrieg Israels mit weniger da als vorher und sind bis heute ein Spielball der anliegenden Staaten, welche bis zum Iran hin ihre eigenen Interessen verfolgen, aber gewiss nicht die der Palästinenser.

Ansonsten scheinen sie Israel mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland gleich zu setzen. Kritik aus Deutschland zu erhalten ist in Israel kein großes Thema. Man wundert sich dort eher über die Diskussionen in Deutschland mit dem Inhalt ihrer Überschrift.

Ich weiß, das ist auch etwas einseitig betrachtet, aber diesen Kommentar dazu konnte ich mir nicht verkneifen.

Ansonsten ist der letzten Äußerung von Hubertus nichts hinzuzufügen, außer das ein Literaturnobelpreis einen nicht zum Nahost-Experten macht.

Torsten Drößler
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