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Sa, 09:14 Uhr
31.03.2012

nnz-Interview: Die Gejagten

„Mächtig gewaltig“, lautete der Standardspruch von Benny aus der Olsenbande. Immer dann, wenn Bandenchef Egon Olsen einen „genialen“ und „todsicheren“ Plan seinen beiden Komplizen vorstellte. Die dänischen Kriminalkomödien endeten immer gleich, der Coup misslang und für Egon ging es zurück in den Knast. Im Nordhäuser Fußball sollen hingegen die Pläne aufgehen...


Uwe Etzrodt (Foto: Wacker Nordhausen) Uwe Etzrodt (Foto: Wacker Nordhausen) „Mächtig gewaltig“ soll es nach Saisonende auch bei der ersten und zweiten Mannschaft des FSV Wacker Nordhausen heißen. Anders als bei der Olsenbande sollen ihre Pläne, beide Teams wollen aufsteigen, nicht misslingen. Während sich die Erste unter Trainer Jörg Goslar bereits 15 Punkte Vorsprung auf den Zweiten Heiligenstadt erarbeitet hat, entwickelt sich in der Regionalklasse ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Erster gegen Dritter lautet am Sonntag das Spitzenspiel: Tabellenführer FSV Wacker Nordhausen II empfängt um 13 Uhr die Verbandsliga-Reserve des BSV Eintracht Sondershausen. Vor dem „kleinen“ Derby stand Wacker-Trainer Uwe Etzrodt Rede und Antwort.


nnz: Herr Etzrodt, verbirgt sich eigentlich eine Taktik dahinter, dass die Mannschaft wie zuletzt gegen Bielen und in Großfurra erst in der Schlussviertelstunde die Tore schießt?

Uwe Etzrodt: (lacht) Nein, um Gottes Willen. In allen Spielen nehmen wir uns vor, speziell wenn wir gegen Mannschaften antreten, die weiter unten stehen, ein frühes Tor zu machen. Wir wollen damit Sicherheit und Ruhe in unser Spiel bekommen und den Gegner ein bisschen herauslocken. Egal, wo wir hinkommen, die Teams stellen sich hinten rein, bauen Riegel mit acht, neun Spielern auf und versuchen, uns logischerweise aus dem Spiel zu nehmen. Gelingt uns das frühe Tor nicht, dann tun wir uns schon ein bisschen schwer.

nnz: Ihre Mannschaft bestimmt über weite Strecken die Partie. Warum kann sie diese Überlegenheit nicht in Tore umwandeln?

Etzrodt: Es sind natürlich, was speziell das vergangene Wochenende in Großfurra angeht, einige verheißungsvolle Situationen verpufft. Da ist beispielsweise der Ball noch einmal vorm Abschluss versprungen. Ich erinnere nur an zwei Situationen, in denen Lars Pohl in aussichtsreicher Position sicherlich den Ball hätte versenken können. Man muss dazu sagen, dass die Unebenheit des Platzes auch eine gewichtige Rolle mitgespielt hat. Ohne, das möchte ich betonen, dass wir für unsere Leistung, die wir dort angeboten haben, den Platz verantwortlichen machen wollen.

nnz: Dennoch können Sie mit dem bisher Gezeigten Ihrer Mannschaft, drei Siege in der Rückrunde, doch zufrieden sein, oder?

Etzrodt: Vordergründig sind natürlich erst einmal die Zahlen. Wir haben die drei Spiele gewonnen, wie haben dreimal zu Null gespielt. Das ist erst einmal positiv zu bewerten. Aber, wer mich kennt, der weiß ganz genau, dass ich mit den Leistungen, die wir bisher geboten haben, logischerweise nicht zufrieden bin. Wir möchten einen ordentlichen, attraktiven Angriffsfußball spielen. Das ist meine Prämisse, die ich schon seit Langem hege und pflege. Diese haben wir bisher noch nicht so umsetzen können, wie ich mir das vorstelle.

nnz: Am Sonntag erwartet Ihre Mannschaft den Tabellendritten. Die Parole könnte „Nachlegen“ lauten. Aber wie schwierig wird dieses Unterfangen werden?

Etzrodt: Es wird mit Sicherheit ein schweres Spiel. Auch unter der Konstellation, so wie es wohl kommen wird, dass wir auf dem Hauptplatz eine Doppelveranstaltung machen. Wir müssen die Situation so nehmen, wie sie kommt. Das haben wir sicherlich auch den Sondershäusern zu verdanken, die es sicherlich in gewisser Hinsicht mit geschürt haben, dass es letzten Endes so kommt, wie es kommt. Wir nehmen es so, wie es kommt und werden natürlich versuchen, unsere spielerischen Vorteile, die wir mit Sicherheit haben werden, in die Waagschale zu werfen, um das Spiel erfolgreich zu gestalten.

nnz: Alles spricht vom „kleinen“ Derby. Sehen Sie auch eine Brisanz?

Etzrodt: Ich messe dem Derbycharakter keine so große Bedeutung zu. Das richtige Derby findet ein paar Stunden später statt. Es ist für uns ein Spiel wie jedes andere auch. Wir schauen von Woche zu Woche und wollen jedes Spiel gewinnen, um weiter vorn mit dabei zu sein und unser großes Ziel, den Aufstieg in die Landesklasse zu erreichen.

nnz: Wie fühlt es sich an, als Tabellenführer am Sonntag in die Partie zu gehen?

Etzrodt: Es fühlt sich erst einmal gut an, wenn man oben steht. Wir sind die Gejagten und müssen von Woche zu Woche immer wieder sehen, dass wir die Punkte einfahren, um oben zu bleiben. Jedes Spiel geht bei Null los. Wir müssen uns immer wieder beweisen, um die Tabellenspitze zu behaupten.

nnz: Liegt Ihrer Mannschaft die Rolle des Gejagten?

Etzrodt: Ich denke, dass wir mit dieser Rolle keine Probleme haben. Das haben wir bereits vor zwei Jahren bewiesen, als wir das erste Mal in die Landesklasse aufgestiegen sind.

Das Interview führte Sandra Arm
Autor: nnz

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