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Mi, 11:34 Uhr
21.03.2012

Strukturen weiter nutzen

Ehrenamtlich Engagierte, Vertreter von freien Trägern, Vereinen und des Südharz-Krankenhauses haben gestern im Landratsamt eine kurze Bilanz des Demenz-Projekts gezogen. Ziel der Zusammenkunft war vordergründig, die entstandenen Strukturen, Netzwerke und Angebote auch nach Ablauf der Projektlaufzeit weiter zu erhalten....


Im Projekt „Würdevoll altern“ hatte der Landkreis von Ende 2010 bis Ende 2011 gefördert von der Robert Bosch Stiftung das Krankheitsbild Demenz in den Fokus gerückt. „Wir wollten vermitteln, dass Demenz eine anerkannte Krankheit ist, mit der sich niemand verstecken muss und mit der man weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann“, sagte Sandy Weber, die im Fachbereich Jugend und Soziales das Projekt leitete, als sie den Abschlussbericht vorstellte.
Projekt weiterführen (Foto: J. Piper)
Projekt weiterführen (Foto: J. Piper)
Projekt weiterführen (Foto: J. Piper)
„Es soll zur Selbstverständlichkeit werden, dass es auch solche Erscheinungsformen des Alters gibt und dass wir in der Gesellschaft ganz normal damit umgehen“, unterstrich auch Christine Wagner, Fach­bereichsleiterin Jugend und Soziales. So war auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ein zentrales Anliegen, wofür u.a. mehrere Veranstaltungen genutzt wurden. Außerdem ging es darum, den Kreis von Ehrenamtlichen zu vergrößern, die sich mit Demenzer­krankten beschäftigen wollen und diese durch Weiterbildungen u.a. in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft gezielt darauf vorzubereiten.

Diese Qualifizierungen nutzten auch Angehörige von Demenzerkrankten, von denen sich viele auch durch ihre eigenen Erfahrungen bereit erklärten, ehrenamtlich in diesem Bereich aktiv zu werden.

Ein weiterer wichtiger Baustein des Demenz-Projekts war die Biografiearbeit. „Die Geschichten der Menschen sind erzählenswert und einige waren auch damit einverstanden, dass andere ihre Erinnerungen lesen. Wie wichtig die Biografiearbeit ist, zeigte uns auch das große Interesse an unseren Veranstaltungen mit dem Motto ‚Noch einmal jung sein’, bei denen zum Beispiel Bewohner einer Einrichtung alte Bilder hervorsuchten und die Geschichten dazu erzählten“, berichtete Sandy Weber.

Angeregt durch das Projekt sind beispielsweise in Einrichtungen im Landkreis Gesprächskreise zur Biografiearbeit entstanden, mit Erkrankten und Angehörigen. Gestärkt wurden auch die Netzwerkarbeit und der Austausch und die Zusammenarbeit einzelner Anbieter, was noch weiter intensiviert werden könnte, wie einige Vertreter meinten. So bieten zum Beispiel das Südharz-Krankenhaus, die Nordthüringer Lebenshilfe und das Mehrgenerationen­haus von Lift u.a. Gesprächskreise für Angehörige von Demenzerkrankten und niedrigschwellige Betreuungsangebote an.

„Wir haben im MEGEHA einen Helferinnenkreis aufgebaut. Extra geschulte Ehrenamtliche sind für die Familien da, um zu entlasten und einer Überforderung der Angehörigen vorzubeugen, ihnen Luft zu verschaffen, um beispielsweise mal ganz für sich einkaufen gehen zu können“, sagte Franca Bergmann vom Mehrgenerationenhaus. Im Café Sternstunde, das jeden zweiten Mittwoch im Monat von 14 bis 16.30 Uhr stattfindet, können sich die Angehörigen austauschen oder sich in der Sprechstunde „Betroffen“ professionellen Rat holen. „Wichtig ist es, dass die Angehörigen frühzeitig Unterstützung annehmen und nicht erst, wenn es zu spät ist“, sagte Sylke Henke-Werner von der Nordthüringer Lebenshilfe.

Auch im Pflegestützpunkt des Landkreises finden Betroffene und Angehörige umfassende Beratung, angefangen von rechtlichen Grundlagen bis hin zu verschiedenen Möglichkeiten der Pflege, ambulant wie stationär. In einer Demenz-Mappe haben die Mitarbeiterinnen umfassende Informationen zusammengestellt, darunter auch die Wegweiser-Broschüre „Leben mit der Diagnose Demenz“, die der Landkreis im Rahmen des Projekts erstellt hat. Enthalten sich auch Tipps für kleine Spiele und Beschäftigungen für Demenzerkrankte. „Wir wollen mit einfachen Tipps helfen, den Alltag zu erleichtern“, sagte Susanna Riemann-Störr.

Während des Demenz-Projekts hat der Landkreis außerdem Info- und Spielekisten zusammengestellt – mit Büchern, senioren­gerechten Spielen und Bewegungsanregungen, die sich Vereine, Einrichtungen und Interessierte auch zu Veranstaltungen ausleihen können. Für weitere Informationen und Beratung ist der Pflegestützpunkt im Neuen Landratsamt, Behringstraße 3, erreichbar: Telefon 03631/ 911-563 und -564, E-Mail service@pflegestuetzpunkt-landkreisnordhausen.de. Mehr zum Demenz-Projekt gibt es auch unter www.senioren-und-demenz.de.
Autor: nnz

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